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Der Israelit · 1886-02-25 · Heft 16 (25.2.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 16 (25.2.1886)
Date
1886-02-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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üSein bis fest konnte die Stimme solcher Männer nicht 4»r Geltung kommen. Unter das Banner von Männern wie Tr. Kohut sieht sich die Orthodoxie gedrängt und wenn, was ich an dieser Stelle immer wieder betonen muß, Tr. Kohut soviel in seiner Kraft sicht, an der heil. Lehre fcsthalt, so ist er doch nicht ein Rabbiner, wie ihn das orthodoxe Indcnthum benörbigt. In Mrz Amerika ist ein einziger junger Rabbiner, der seine Studien in einem orthodoxen Radbinersemmar abfolvirte und der inut> Verbindungen n::f weiter links stehenden Männern eingehen, um ein „jüdisches Lehrer- und Rabbincrscminar" zu gründen. Ich verkenne nicht den Eifer, den die orthodoxen Rabbiner der portugiesischen Gemeinden für die Gründung dieses Instituts an den Tag legen; allein begierig kann man doch sein, wie die Leitung, wie das Institut selbst werden wird. Tr. Kohnt ist zwar für sich conscrvativ; kann er Zusehen, wie in dem neuen Seminar mit Kopfbedeckung Jüdisch gelehrt wird, während dies in der Schule seiner Gemeinde nicht der Fall ist? Was wird Tr. Kohut sagen, wenn ein orthodoxer Zögling der neuen Schule wegen des in seiner Ge- Rluxr.x S iuumvv xju*. v jiu^ « WU erklärt er seinen Nadbinatskandidatcn die Orgel im Gegensatz zu seinen verbündeten Eollcgen Dr. Schnccbcrger und Moralst Ich könnte noch viele Gegensätze hcrvorhcben. allein ich unterlasse es und habe bisher'.auch nur dies betont, um zu zeige», welche Äüttdnive hier eingegangcn werden im Interesse der Orthodoxie. Ob die Zurcresien der Orthodoxie bei solchen Verbrüderungen gewinnen, lasse ich dahingestellt sein und bleibt abznwarten. Der wirklichen Orthodoxie aber möchte ich Zurufen,. sich zu ermannen, Eigendünkel und Größenwahn hintanzuseyen und endlich einmal sich aufzuraffen, zusammenzustehen und sich ein Oberhaupt zu holen, das orthodox im Leben und in der Gesinnung ist. — Das vorstehend erwähnte Rabbinerseminar soll im Lause dieses Jahres eröffnet werden; vorerst ist das Beste, nur alles Gute zu wünschen und den Verlauf der Tinge abzuwarten. — Bei Schluß dieses Brieses lese ich in Nr. 7 des „Israelit" die Bemerkungen des Herrn Rabbiner Dr. Sänger in Bingen, aus welche ich zurückkomme. Heute möchte ich genanntem Herrn für die Aufmerksamkeit, die er meinen Berichten widmet, danken und wünsche ich nur, duß. dieselben auch ferner sich Beachtung erwerben mögen. ZeLturrgsnachrichtea smfe CorreiporrLereZe«. Deutschland. München. Tie Receufion des „Pentateuchs für den Schulgebrauch" von Dr. H. Soudheimer in Nr. 13 des Israelit" ist es, die mich heute zur Vcrömntlichnng folgender Zeilen veranlaßt. Der Herr Recensent schreibt in dieser seiner Recenstou, daß es wünschenswerth wäre, wenn mit Ausnahme weniger, nicht zum Iugendunterrkchte sich eignender Stellen, der ganze Pentateuch in der Schule gelehrt 'werden könnte a. s. w. Dieser Wunsch, den ganzen Pentateuch in der Schule gelehrt zu wissen, ist gewiß ein vollständig gerechtfertigter und dürste vielleicht in Schulen gewissenhafter Lehrer auch erfüllt werden. Doch nicht diesem fromme» Wunsche sollen unsere heutigen Zeilen gelten, sie gelten vielmehr dem eingeschobenen Satze „wenn mit Ausnahme weniger, nicht zum Iugendnnterrichte sich eignender Stellen." Ich frage, betrachtet dieses der Herr Recensent vom pädagogischen oder unpädagogischen Standpunkte aus? Vom letztem aus können wir cs gelten lassen, keinesfalls aber vom erster» aus. Tenn abgesehen, daß der Pentateuch ganz und vollständig jedem Israeliten bekannt sein muß, und daher auch die Jugend damit bekannt gemacht werden muß, ist es höchst unpädagogisch, wenn man z. B. beim Unterrichte des 19. Kapit. des 1. B. M. die Verse 31 f. f. ausfflllcn lassen wollte. Gerade hierdurch wird die Aufmerksamkeit der Kinder auf diese Stellen gelenkt, und die geweckteren Schüler werden in Folge dessen sicherlich nicht verfehlen, eine Uebersetzung und die Bedeutung der beir. Stellen sich zu verschaffen, um dann ein eigenes Urtheil sich hierüber zu bilden. Ganz anders verhält cs sich aber, wenn auch diese Verse in der Schule durchgenommen werden. Mit der minder reifen Jugend werden eben die betr. Stellen in etwas rascherer Weise dnrchgegangen, der reiferen Jugend gegenüber hingegen sind gerade diese Stellen sehr geeignet, verschiedene, wichtige Belehrungen hieran zu knüpfen. —. Ich hoffe, daß diese Zeilen genügen werden, die Richtigkeit meiner Behauptung, jedem denkenden Menschcri klar zu legen, und so die betr. Herren Lehrer von der einseitigen Behandlung des Pentateuchunterrkchtes abznbringen. S. B. England. London. Das „Mansion House-Eomits " hat dem „Board of Guardians" »00 L. Übcrschickt zur Unterstützung armer Inden, welche durch die gegenwärtige Niederlage des Handels und der Gewerbe besonders leiden.

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