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Der Israelit · 1886-02-25 · Heft 16 (25.2.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 16 (25.2.1886)
Date
1886-02-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Mit dieser Erklärung ist auch eine andere Frage beantwortet. die schon oft gefragt ist worden. Wozu nämlich die Thora hürzugefügt har vv cycr vb Vm rar „ber Reiche soll nicht mehr und der Arme nicht weniger geben als erneu Halden Schekel, zu geben die Hebe des Ewigen, zu sühnen auf eure Seelen." Da die Thora eine bestimmte Münze vorschrcibt, wozu braucht sie ausdrücklich hervorzuheben, das; der Reiche nicht mehr, der Arme nicht weniger geben soll? Hat doch auch die Thora bei andern Mizmoth Derartiges nicht hinzugefügt. Nicht war cs 5. B. »wlhwendig, zu sagen, da« der Reiche nicht mehr als einen rtan Vre a» jeder der vier Ecken des Gewandes haben darf und der Arnre rricht weniger. Das ist doch selbstverständlich. — Rach dem Gesagten aber umtttc es hier ausdrücklich bemerkt werden, da bei der Terummah vom Getreide der Reiche (das ist, der Freigebige, denn nur dieser ist reich) mehr als das gewöhnliche Maß gibt, während der Arme (das ist der Geizige, denn der.Geizige ist immer arm) weniger gibt. Aber bei dieser Terummah, die ein Symbol des rsn dt ist, darf nicht mehr und nicht weniger gegeben werden. Nunmehr werden wir auch die so rathselhaft scheinenden Worte der Toßaphot (Mcgilah 16 a.) genügend erklären können. In der Gemara dort wird erzählt, daß, als -Hamm»; dem Befehle des Königs gemäß, hinging, um Mordechai mit dem königlichen Gewände zu bekleiden, er ihn fand, wie er den Rabbincn, die vor ihm saßen, die Vorschriften über die Kemizah auseinandersetzte, wie nämlich der Hohepriester die Handvoll zum Fcueropser vom Speiscopfer zu nehmen hatte. Als Mordechai sah, daß Haman mit dem Rosse sich näherte, da fürchtete er sich, widersprach zu den Rabbincn: Dieser Bösewicht kommt, um mich zu tobten; entflieht, damit nicht auch ihr in Gefahr geralhct. Dann verhüllte Mordechai sein Haupt und stand ans, um zu beten. Und Haman wartete, bis Mordechai das Gebet beendet hatte. Dann fragte er: Was habt ihr da gethan, als ich kam? Und Mordechai sprach: Als das Hciligthum in Jerusalem noch stand, da wurde vom Spciscopfer eine Handvoll des feinen Mehlcs auf dcrn Altar geopfert, und Gott versieh dem Opfernden seine Sünde. Und Haman cntgegnete: Kann eure Handvoll Mehl meine 10,000 Kikar Silber hinwegstoßen? — Hierzu bemerken die ToßaphoLh: Ich habe gehört, daß die 10,000 Kikar Silber so viel ausmachen wie das halbe Schekel für jeden Einzelnen von Israel, die da waren (>00,000 als sie aus Mizrajim zogen, und er sagte, daß er geben werde dem Ahaswar ihr ganzes LösegÄd. S-che. und dn wirst finden. Wir haben oben bemerkt, baß die Nrchmmg nickt stimmt, daß 600,060 halbe Schekel nur 200 Kikar betragen. Zu dieser Frage gesellt sich noch eine andere. Wie kann mau nur meinen, daß Haman dem Ahaswcr die von Gott de» Israeliten aufgelegten Halden Schekel bezahlen wollte? Das hätte ja gar keinen Sinn. Rach den», was wir oben auscinandergesetzt haben, verhält sich die Sache ganz anders. Die Anzahl der wehrpflichtigen israelitischen Männer wird immer in runder Summe als 600,000 angenommen, wie dainals als Israel aus Mizrajim zog, weil, wie fcs im Midrasch Chasis heim, Israel nie geringer werden kann als diese Anzahl. Dcßhalb sprach Haman: Ich werde geben ihr ganzes Lösegcld, nicht blos die Terummah, den 50. Theik. sondern das Lösegcld^ für ihr ganzes Lebensblut, für jede Person 25 Gelärm, was für 600,000 gerade 10.000 Kikar beträgt. Eine Bestätigung für diese Erklärung finden wir auch im Targum Scheni. Dort lesen wir: „Wenn es den» Könige gefallen wird, so möge geschrieben »verden, sie zu vertilgen, und für jeden Einzelnen von ihnen will ich dir geben 100 Sus (25 Selann) nach der Anzahl ihrer Väter, als sie a»»s Mizrajim zogen, rvclche betrug 600,000 Männer, was ausmacht 10,000 Kikar Silber, »nd das Silber soll übergeben werden den Münzprägern, daß sie cs in die Schatzkammer des Königs liefern." Allein trotz dieser Bestätignng, stimmt die Rechnung noch »mmcr nicht, da die Anzahl der Israeliten nicht 600,000, sondern 603,550 betrug (4. B. M. C. 2. V. 32). Diesen Umstand wollen wir, s. G. w., im nächsten Kapitel erörtern. (Fortsetzung folgt). Literarischer Wericht. n» nb "LO von Radb. I. Kunstadt 1. Theik. Krakau 1885. Das vorliegende Werk enthaltend Erklärungen zun» 1. und 2.B.M. verdient die größte Beachtung von Seiten aller derer, die Freunde trefflicher Midrasch-Erklärungen sind. Kanzelreduer, die bestrebt sind ihren Hörern Geistvolles und Delehre»»dcs zu bieten, finden hier einen reichen Schatz kostbarer Gedanken, deren Verwerthnng ihnen den Dank chrer Zuhörer eintragen wird. Tie stnpende Gelehrsamkeit des Vers., feine Belesenheit in Talmud und Midrasch tritt ans jeder Seite hervor, und diegeist-

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