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Der Israelit · 1886-02-22 · Heft 15 (22.2.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 15 (22.2.1886)
Date
1886-02-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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CsssiW in Jerufcckss, unter dessen ZDrsdaner diese SchwkarW vMZs§«r würde, mrd des ÄrchrtekLes March der MHwrit überliefern wird. Dirke Zwei BrimrgrwkM LmdW von der frasIDsifHen Negierung vollüÄWLch angLWNmen, und fs gchört - mra die BegrSbnißßäLtc der jüdisches Mnlüt htm frschcstfchm Volke, das über dieselbe gewiß mit der größten Sorgfalt wachen und dieselbe sowohl vor Zeder Entweihung als auch vor Zeder Berandung ss lange schützen wird, bis die Stunde schlägt, von der cs im Buche Daniel heißt: isym rsvi 'jtrub: Und du wirft, wenn Las Loos an Dich kommt, am Ende der Tage Wiederauferftehen. <B(5rö MM Aer Hlaker. VL Zn dem Salon des Gemaldehändlers Allemaud waren die bedeutendsten Werke der in Paris lebenden Meister ausgestellt. Kenner und Käufer gingen ab und zu und betrachteten mit prüfenden Blicken die Erzeugnisse der modernen Kunst. Monsieur Alexandre D., ein berühmter Schriftsteller und zugleich leidenschaftlicher Gemäldeliebhaber, war mehrere Monate von Paris abwesend gewesen. Daher betrachtete er mit besonderem Interesse die in der jüngsten Zeit neueingetroffenen Bilder. Aus der entlegensten Ecke des Salons holte er ein größeres Gemälde hervor; es war die Venus unsres Freundes Mendel. „Was haben Sie denn da, Monsieur Allemand?" ftagte er. „Ah, eine Venus a In Titian." „„Das Bild war auf der Ausstellung,"" antwortete der Gemaldehandler. .„„Es ist das Werk eines jungen Malers^ Sie können es billig habend" „Ich danke bestens; nicht geschenkt würde ich's nehmen." „„Was haben Sie daran auszusetzen?"" „Alles; der Mann idealisirt zu viel, »und das ist Unnatur. Sehen Sie her, da ist soviel erkünstelt und krankhaft; und das nennen die Leute Ideal." Alfred, war unbemerkt hereingetreten und hatte das Gespräch mitangehört. Er zog sein Taschen- , meffer, näherte sich mit uuhüröareu Schrittes frises VLdr mb fmg ss, e§ zu Zerschneiden. »Ein Wahnsinniger!" schrie Monsieur erschreckt zurückipringeud. »»Herr Mendel!"" ries der Gemäldchändler, „Mrs machen Sie da?"" „»Ich vernichte das Denkmal meiner Lcrirrrmg,"" sagte Alfred kalt. D. trat wieder näher. »Sie sind der Meister?" sagte er freundlich. »„Der Stümper, sollten Sie sagen."" D. reichte dem jungen Maler die Hand. »Wackerer, junger Mann," sagte , er, „Sie gefallen mir. Wenn man seine Jrrthümer erkennt, so sind sie schon überwunden." »»Mr. D., Mr. Mendel!"" stellte der Gemälde- Händler vor. »»Es wäre nicht angemessen,"" sprach Alfred, sich verneigend, „»wenn ich Ihnen die Freude schildern wollte, die mir eine so werthvolle Begegnung verursacht. Es ist selbstverständlich, daß man sich freut, einen der bedeutendsten Männer Frankreichs von Angesicht zu Angesicht zu sehen."" »Noch vor einer Viertelstunde," entgegnete D., »wäre es eine bloße Phrase gewesen, wenn ich Ihnen gesagt hätte, daß es mir Vergnügen macht. Sie, Herr Mendel, kennen zu lernen. Nach dem aber, was soeben vorgesallen, ist es mein völliger Ernst damit. Aber sagen Sie, sind Sie extra hkerherkommen, um so strenge Selbstkritik zu'üben?" „„Ich wollte Herrn Allemand ein Gemälde anbieten, das ich soeben vollendet habe."" .„Zeigen Sie.her." Alfred holte ein kleines Bild herbei. Ein Ausruf freudiger Überraschung entfuhr den beiden Männern. „Superbe!“ rief D. „„Excellent, magnifique!“ “ fügte der Gemäldehändler hinzu. „Ich gratuliere Ihnen," sagte D., „daS ist Kunst, das ist Wahrheit! Lassen Sie mich daS Sujet errathen. Der kleine, dicke Mann ist ein Hausbesitzer oder etwas Derartiges; die beiden Andern sind ein Ehepaar, das die Miethe nicht bezahlen kann. Die, wenn ich so sagen darf, joviale Hartherzigkeit des wohlgenährten, kleinen Tyrannen, die Verzweiflung in den Mienen des Mannes, der flehentliche Ausdruck in den Gesichtszügen der Frau — das ist Natur, das ist Wahrheit! Und hier im

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