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Der Israelit · 1886-02-22 · Heft 15 (22.2.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 15 (22.2.1886)
Date
1886-02-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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England. London. Die Universität Oxford Hst wiederum einen Akt judenftenudlicher Gesinnung vollzogen, der recht beschämend für das intolerante Rumänien ist. Dem jüngst aus Rumänien ausgewiesenen, in Gelehrtenkreiscn durch seine immense Fachwissenschaft bekannten Dr. Güster wurde die Berechtigung ertheilt, an dieser Universität Vorlesungen über die rumänische Sprache und Literatur in Verbindung mir den serbischen, bulgarischen und anderen südslavischen Dialecten zu halten. Rußland. Petersburg. Diele in den Dörfern des Gouvernements Mchilew wohnenden Juden sind aus Grund der Maigcsctze von 1881 aus denselben vertrieben worden. Tie jüdische Gemeinde in Wilna hat voriges Jahr für Erziehungsanstalten 109,-NS Rubel verausgabt. Palästina. Jerusalem. Die französische Nation ist seit einigen Tagen die glückliche Besitzerin der ira "2p 'ui (Gräber der Könige ans dem Hause David) oder wie die Araber sie nennen „Kubur El-Mu!uk", welche die Asche von nicht weniger als sechzehn Königen aus dem Hause David in sich bergen. Der Platz, auf dem diese Gruft angelegt, wurde von David wahrscheinlich bald nachdem er im achten Jahre seiner Regierung seine Residenz von Hebron nach Jerusalem verlegt hatte, angckauft, damit er und feine gekrönten Nachkommen hier ihre ewige Ruhestätte finden sollen. Ihm mochte stets das traurige Ende seines Gebieters Saul, des ersten Königs von Israel, vorgeschwebt haben, dcffenGebeine ohne Sang nnd ohne Klang unter einem einfachen Eichenbaume im Städtchen Jabefch beigesetzt wurden, und so entschloß er sich denn, das vom Patriarchen Abraham gegebene herzerhcbende Beispiel nachzuahmen und für seine Familie eine eigene Grabcsftätte oder vielmehr Gruft anzulegen. Ebenso wie David seiner Dynastie eine Residenzstadt als festen und steten Sitz der Centralgewalt verschafft, so sorgte er auch für eine ihr würdige. Ruhestätte, damit das Volk erkenne, daß die Ehrfurcht vor dem Könige, sich auch auf dessen Grab erstrecke. Die erste Erwähnung von dieser von David angelegten Königsgruft geschieht im Buche der Könige II 10, wo es heißt: „Und David legte sich zu seinen Eltern und ward in der Stadt Davids begraben." Die Gruft wurde wahscheinlich dcßhalb „Stadt David" genannt, weil David ringsherum um dieselbe, die außerhalb der Stadtmauern von Jerusalem lag, Wohnhäuser, welche ein kleines Dorf dil» beten, so wie solche noch heute diese Gruft muschkichW, angelegt hatte, damit deren Bewohner diese Stätte vor Zeder Einweihung und Schändung schützen sMru. Von den zwanzig dem Hause David entsproffWen Königen wurden nur sechzehn (David, Salvmz. Rehadeam. Rdrjam, Affa, Josaphat, Jehsram, Ahasjad, Joasch, Ämazjah. Asarjich, Joram, Waz, Jeheskiah, Jossas und Jehojakim) in dieser Gruft beigesetzt, da Menascheh und dessen Sohn Amon ihre Grabesstätte in ihrem Hausgarten und die beiden letzten KönigeJuda's, Jehojachim nudZedekias, die ihre am Euphrat, in Babel, gefunden haben. Diese Königsgräder werden noch heute von dm Mohamedancrn hoch in Ehren gehalten, besonders das Grab David's (Kubur Nebi Daud), das sich iu einem Gewölbe unterhalb einer Moschee befindet und das die Form eines großen Grabhügels hat. Dieser Hügel ist stets mit einem grünen Tuche bedeckt und brennen fortwährend um denselben Oellampen. Sie besuchen sehr fleißig dieses Grab und verrichten daselbst auch Gebete. Von diesem Grabe hat nun 1851 der französische Forschungsreifcnde de Sanlcy, nachdem es ihm geluugm, die Wächter desselben zu besteche», den marmorenm Deckel entwendet, und nach Paris geschickt, wo er sich noch heute im Louvre im Maste jndaique daselbst befindet. 1S61 machte dieser Forscher der» bekannten Jsac Pereire den Vorschlag, die erwähnte Gruft käuflich an sich zu bringen, was derselbe auch befolgte. Es kostete dies aber nicht wenig Anstrengungen und Geldovfer, bis man den damaligen Sultan Abdul Aziz dazu bewog,... diesen Kauf zu genehmigen. Pereire ließ nun die Gruft von dem auf ihr lagernden mehrhundertjährigen Schutt säubern und ringsherum um dieselbe vom Architekten Mautz eine Mauer aufführen. Die Bewachung der Gruft übertrug ihr neuer Eigenthümer einem eigenen Wächter, der gleich neben derselben feine Wohnung hatte. Da es sich jedoch jetzt als wnnschenswerth zeigte, um den Fortbestand dieser Gruft und zugleich auch deren fteien '.Besuch für Juden und Christen zu sichern, sie in die Hand einer starken weltlichen Macht zu bringen, so wurde dieselbe als ftanzösisches Staatseigenthum erklärt und unter den Schutz der Tricolore gestellt.. Die Söhne Pereire's haben an die französische Republik folgende Bedingungen gestellt: i) Die Gruft wird ewig in ihrer jetzigen Gestalt und zu ihrer jetzigen Bestimmung erhalten; 2) in der Vorhalle zur Gruft wird auf Kosten des Hauses Pereire eine Marmortafel mit einer Inschrift angebracht werden, welcher die Namen der edlen Spender, dann des Forschmrgsreiscnden de Säulen, des Herrn Pattimonio, französischen

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