Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1886)
- Date
- 1886-02-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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fernes Lortrgm ZLferühÄW, trug sich eine gerne Wffode p, roäche fernen Ruf für alle Fslgezett begrLadcte. Der §rrM Meister erschien eines Tages in dem Lchrsaal mit einem Shsfokn trt der pmb nnb sprach: „Wer von Euch, meine Kinder, mir auf folgende trffp hm richtigen prrn fegen wird, fall Liefen Dukaten erhalten." Mrr gespannter Aufmerkfamkeit tauschten die Hunderte von TaZmudjüngern aus die Worte des Rabbi, der die schwierige Frage vortrng, — doch es war Wernand, der die Lösung des RLchseL gesunden hatte. 2.rese Stille herrschte im Saale. Da trat aus einer Ecke des Lerhhamidrasch ein junger und unbekannter Talmndschüler vor, erbat sich die Erlaubniß seine Meinung zu äußern und beantwortete die aufgeworfene Frage. Nach Anhören seiner Worte, sprach der Rabbi: „Du hast das Richtige getroffen, wein Sohn. Der Dukaten gehört dir." — Dieses Ercigniß erregte - in Preßburg großes Aufsehen. Allenthalben bildete der „Dukaten-Bachur," der Memand Anderer war, als R. Joel Ungar, das Tagesgespräch. Von die-! sem Momente an standen ihm die besten Häuser Preßburgs offen. — Im Alter von 22 Jahren ward er der Schwiegersohn des reichen Kaufmannes Justus in Csejte. Sein Schwiegervater versah ihn mit allen Bedürfnissen, damit er sich ungestört dem Thora-Studium. widmen könne. Hier versah er auch alle rabbinischcn Funktionen in seinem Wohnorte unentgeltlich, forschte Tag und Nacht in der h. Gottcslehre, eignete sich auch weltliches Wissen an, so daß sein Nus sich weit verbreitete, und die Gemeinde Paksch ihn i. I. 1840. als ihren Oberrabbiner berief. In dieser Gemeinde wirkte R. Joel Ungar bis an sein Lebensende, 45 Jahre hindurch, aufs segensreichste, hielt eine sehr gut frequcntirte Jeschiba, aus der viele ausgezeichnete Talmudisten hervorgingen. Seine Lehrweise, überhaupt sein Umgang mit seinen Schülern, erinnerten an seinen großen Lehrer R. Mordechai Benet y":, den er sich in jeder Beziehung als Muster vorhiett. Ein sanftes, freundliches Lächeln umspielte stets seine Lippen- Nie hat der Zorn seine edle Stirne verunstaltet. Nur wenn man Jemanden in seiner Gegenwart schmähete, da verließ ihn seine Seelenruhe, da entstammte er in h. Zorn und erklärte dem Verleumder, daß er damit die größte Sünde begangen habe. Den Annen war er eine Stütze, den Waisen oin Vater. 16 armen Waisenmadchcn verschaffte er durch seinen Einssnß die nöthige Mitgift und Anssiattnng und wachte ihnen die Hochzeit in seinem Hanse. Noch drei Tage vor seinem Tode verthcilte er, als Prä- I fes des Armemmtemützmrgs-Zeremes in sewve Gej mtmbi, eigenhändig die Gaben mr die Bedürftigen. I Doch die Krone all seiner Lugenden war ferne sel-! Lene Demuch. Obzwar er Mgemein als eine der ersten LrttottLLten auf Lalumdischrm Gebiete cmerkaum und vielseitig aufgefordert wurde, ferne rra rron durch den Druck zu veröffentlichen, konnte er sich dazu nicht entschließen. In stiller Zrrrückgezogenhcit lebte er für mcy'rmn bis an sein seliges Ende. Mn hat der uuerbitterUche Tod seiner edlen Wirksamkeit eine Grenze gesetzt. Die Hand, die so viel Segen gestiftet, ist erkaltet; das Herz, das so warm für die ganze Menschheit geschlagen, steht nun stille. Doch sein Geist, der so lichtvoll eingedrungen in die Tiefen der h. Gotteslehre, hat sich, emporgeschwungen in höhere Regionen, um den reichen Lohn der Frommen zu empfangen. Möge sein Andenken in unserer Mitte fortleben und uns anfpornen zu würdiger Nacheiferung, zu Werken des Heiles und des Segens. A. H. Klein, Bez.-Rabb. Italien. Rom. Der isri Kaufmann David di Veroli hat am 6. Dezember v. I. auf der Straße eine Tcrne der nationalen Lotterie, die Mmmern 5, 36, 46 enthaltend, gefunden. Vor einem Lotteriebüreau vorbeigehcnd, sah er zu seinem, großen Erstaunen, daß dieselbe mit einem Gewinne von 25000 Lire, herausgekommcn. Ohne siE weiter zu besinnen, übergab er das Loos dem anwesenden Beamten und bewirkte dadurch, daß der Eigenthümer desselben, welcher über den Verlust untröstlich -war, seinen Gewinn einstecken konnte. F. r a n f re i ch. Paris. Im isr.. Consistorium ist man gegenwärtig mit der Reorganisation der „Gemeindekasse" beschäftigt.. Einerseits haben sich die Zwecke, für die diese Kasse gegründet worden, bedeutend erttmtevt und sind die an sie herantretenden Ausgaben größer geworden, andererseits sind die Eingänge für dieselbe kleiner geworden. Außerdem treten an die Gemeinde durch Entziehung bisheriger staatlicher Unterstützungen größere Ansprüche. Man hofft, daß ein diesbezüglicher Appell an die Pariser Juden den besten Erfolg haben und das drohende Deficit öernnebfit werden wird. Frau Heine-Frrrtado hat für diesen Zweck bereits 20,000 FrS. gegeben.