Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1886)
- Date
- 1886-02-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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GsrZPrePPsch, 18. Februar. Heute fand in Snlzdorf die RabvinerMchl für das hiesige Districrsraböinat statt, und wurde Herr Dr. Hermann Deutsch, zur Zeit irr Frankfurt mM. mit großer, an Einstimmigkeit grenzender MajorkLat gewählt. — Möge es rmserm neuerwäblten Rabbiner vergönnt sein, im Sinne und Geiste unsres *3? *Tt> *e-:n pns zu wirken und namentlich die Talmud-Thora-Schule auf ihrer Hohe zu erhalten. Oesterr.-Ungar.Monarchie. LViev, 17. Februar. Die Broschüre des Zlbßeordnetcn D r. IosefKopp hat nicht nur hier, londern auch in ganz Oesterreich großes Aufsehen erregt und findet ausführliche Besprechungen in den Spalten aller größeren Blätter. Ein 11 SpalLenlanger Artikel in der „Neuen Freien Presse" schließt mit folgenden Worten: „Wenn Dante in den Sttaßen Ravennas sich zeigte, riefen die Leute: „Da kommt der, der in der Hölle war; darum ist sein Antlitz sehr ttübe." Denkt man an das Haupt der Anarchisten, Most in New-Pork, der raubmörderische Söldlinge gegen die Gesellschaft ausschickt, an O' Donovan Roffa, der mit Dynamit gegen England operirt, an Rohling, der alte Texte zu falschem Zeugniß gegen die Juden pressen will, — dann zeigt das Genius des neunzehnten Jahrhunderts ein ttübes Antlitz und klagt: „Ich komme aus der Hölle des Hasses." Pretzbrrrg, im Februar. Der Bericht des königl. Schulinspektors Josef v. Roth, den er in der am 9. d. M. stattgehabten Sitzung des Verwaltungsausschusses erstattete, ist viel zu interessant, als daß ich ihn den geehrten Lesern des „Israelit" vorenthalten wollte. Derselbe lautet wörtlich: „Ich habe diesen Monat von den städt. Volkserzichungsanftalten die Knaben- und Mädchenschule, so wie die Handelsschule der orthod.-isr. Gemeinde besucht. Die . Knabenschule wird von 278 Knaben, die Mädchenschule von 245 Mädchen besucht. Bezüglich der inneren Einrichtung hat sich nichts Wesentliches geändert. — lieber beide Schulen spricht sich der Schulinspektor sehr lobend aus, indem er besonders jenen schönen Fortschritt betont, welcher in der Pflege der ung. Sprache bei diesen Schulen seit einigen Jahren bemerkbar ist. In den höheren Klassen werden die Gegenstände durchgehends in der nng. Sprache vorgetragen u. s. w. Bei der Mädchenschule wird auch aus die Handarbeit ein großes Gewicht gelegt. . Die neukreirte Handelsschule wird derzeit nur von weniges Schülern besucht. Dw UnL«rrHLsprache ist auch in dieser Schule größteucheW die ungarische. Die Organisation dieser Schule cm» spricht vollkommen den ResöeZüZlichen Mmitzrrml» Verordnungen, und dir Ursache, tssrma dieselbe nicht mehr Zöglinge auftuweisen hat, dürste Questhells darin ihren Grund finden, daß eine derartige Handelsschule (aber nicht Mische) bereits in Kreßburg existtrt. Da mm aber die orthod.-isr. Eultus-Gemeinde bei ihrer Handelsschule nebst den Merkantil-Gegenständen auch ein großes Gewicht auf die hebräischen Lehrgegenstande legt, so dürste vielleicht dieser Umstand mit der Zeit die Vermehrung der Zöglinge nach sich ziehen. Die sogenannte Vorbereitungsklasse ist auf Anordnung des Ministeriums von der Gemeinde mit Begiun des Schuljahres aufgelöst worden." F. SzilafÄ-Bolhasch in Adar I. Obzwar der „Israelit" bereits vor einigen Wochen des Hinscheidens des Rabbi Joel Ungar Oberrabbiner in Paksch, kurz erwähnte, gestatten Sie es wohl, geehrter Herr Redacteur, dem Gefertigten, als einem Schüler des -icsot pjun, auf den großen Verlust, den die Pakscher Gemeinde, und mit ihr das ganze Judenthum erlitten, nochmals zurückzukommen, um den Lebenslauf und die edlen Charaktereigenschaften des großen Mannes zu stizziren. Denn je mehr der Kreis jener pzchn rronn nn», jener starken und festen Stützen der Thora, die gleich ehrwürdigen Zederstämmen aus der vorigen geistigregen Generatton in unser Zeitalter hineinragen, sich lichtet, desto mehr erscheint es uns als h. Pflicht, den Studiengang und Lebenslauf jener Geistesheroen der Mitwelt bekannt zu geben, damit sie dem jüngeren Geschlechte zum leuchtenden Vorbilde dienen. R. Joel Ungar wurde in Rechmtz (Ungarn) i; I. 1802 geboren. Seme ebenso stommen als wohlhabenden Eltern widmeten ihn dem Talmudstudium, zu welchem Zwecke sie ihm gute Hauslehrer hielten» unter deren Leitung sich die geistigen Anlagen des Knaben aufs schönste entwickeltem Im Atter von kaum 15 Jahren besuchte er schon die berühmte Jefchiba des Landrabbmers R. Mordechai Benet buis in Nikolsburg. Hier erregte der Scharfsinn, die seltene Fassungskraft und das allsgezeichnete Gedächtm'ß des Talmudjüngers allgemeines Aufsehen. Sein Lehrer sagte einst von ihm daß er in allen inp jnte jorw — *pa ist. — Von Moisburg ging der wißbegierige Jüngling nach Preßburg, um die Jeschiba des R. Moses Sofcr zu besuche». Gleich in der ersten Zeit