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Der Israelit · 1886-02-22 · Heft 15 (22.2.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 15 (22.2.1886)
Date
1886-02-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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i 3 253 rvvs Horacr Günzburg öefiudlichcs Mimssaipte sich der schwierigen Lufgabe der H-ersr-sKüLe — die Haudschnft ist über 6W Jahre ult — unter* jagen, hm Text mit erlöiiterntei CommWtLie öegldtct rmd ta einer längeren Vorrede uns LusLmft «der das Zeitalter dkA^ Verfassers, seine Familie und stink Geschichte gegeben. Diese Vorrede ffr mit unendlichem Fleiße gearbeitet und zeugt, ebenso wie der Commeutar, von der großen Belesenheit und Gclchrsamkeit des Herausgebers. Der Vater des Verfassers, Rabbenu Mofcheh bar Jchudah, hervorragend durch Gelehrsamkeit und großen Rcichthum, war cm Freund und Sttldiengenosse des Rabbenu Serachja Hallevi bpz) und ein Schwager des durch Gelehrsamkeit und heiligen Llbenswandel hochberühmten Rabbenu. Ascher von Lünel b'ZöD eson. Auch der Verfasser war einer der bedeulendsteu Gelehrten seiner Zeit, wie ans einem ehrftirchtsvollen Briefe des Rabbenu Moscheh barRachliionn (]"2*d“i) an ihn sich ergibt. Auch feineNachkomme», namentlich die Söhue und Enkel seiner Tochter, gehörten zu den bedeutendsten Männern in Israel. Es ist das die Familie etim*, denen die Verfasser der Werke jrs ■njs? ,mr«DNn bin 2c augehörten. Einer seiner Schüler und zugleich sein Reffe war irr> rwrm |rcn -jws, dessen Entscheidungen im 12 ^2 erwähnt werden. Auch von diesem Rabbenu Mcir befindet sich in der Güuzburgscheu Bibliothek ein wichtiges handschriftliches Werk nnwen tsd (größtcntheils Entscheidungen zu Beracholh. zu ganz Seder Moed, zu Ehulin, ferner in Bezug auf 2"n"n"e>). Der gelehrte Herausgeber hat ssch durch die Wiedererweckung dieses bedeutenden Werkes um die talmudische Literatur ein großes Verdienst erworben. Wir hoffen, ihm noch oft auf biefem Felde zu begegnen. Zeituregsnachrirhte« itub Correspondesze». Deutschland. Berlin, 15. Februar. Ein günstiger Zufall, der mich in den Besitz des ersten nach Berlin gelangten Exemplars 'der K 0p p'schen Br 0 schü re setzte, hat es mir gestattet, den Lesern des „Israelit" eine erschöpfende Inhaltsangabe dieser Schrift unmittelbar nach ihrem Erscheinen zu geben. Es wird sich Gelegenheit finden, noch auf die sensationelle Broschüre zurückzukommen. Heute wollen wir nur das Schreiben des Prof. B i k e 11 in Innsbruck, in welchem dieser Gelehrte die Abgabe eines Gutachtens über die Nohling'schcn Behauptungen ab- Ichrri, and das wir is best Kahmes bsS Rcheretes Rar ia fernes mürksmeftrs Steiles konnten, hier nachrrLKich wörtlich mitcheileL. Prsf. Bikclt schreibt nach cstüZW emlÄteu^u WEes ss das Wiev»-Gerichtr - .z-'--, bin seit 20 Jahren mit Rohling eng de» fmrntei, würde mich in der Bloch'scheu LuFeirgenheit zu seinen üngunftm aussprechea müssen, da ich ihm von Anfangs an meine NichtübrremstiLMung mit seiner antisemitischen Agitation nicht verhchlt habe. Was den angeblichen Gebrauch von Ehnfiewölut durchdie Juden betrifft, so habe ich mich schon in einem durch Delitzsch veraulaßtcu und verössentlichtenBriefe dahin ausgesprochen, daß alle dafür beigebrachte angebliche Beweisstellen der reinste, auf grober Unwissenheit beruhende Schwindel seien. Hauptsächlich möchte ich betonen, daß ich mich zwar mehr als andere christliche Orientalisten mit talmudisch-rabbinischen Studien beschäftigt habe, aber doch auf diesem Gebiete nur als Schüler und Anfänger, nicht als Autorität aufzutreten mich getraue, zwar macht sich heutzutage der Schwindel gelehrter Znduftrieritter gerade wegen der Schwierigkeit der Eontrolle besonders breit. So hat kürzlich in Münster ein strebsamer Privatdocent, leider Priester, welcher gar nichts vom Talmud versteht, sich von einem bekehrten Juden ein von tal-' mudisch-rabbinischer Gelchrsamkctt übcrströmendes. Buch schreiben lasse», welches er als sein eigenes Werk veröffentlicht hat, um daraufhin Professor zn werden.*) Ich bin aber so altmodisch, mich nur da, wo ich vollständig zu Hause üm, als Autorität auszngebcn." So weit das hochinteressante Schreiben, welches hier zn Lande nicht geringes Aufsehen erregen wird. Die Broschüre des Herrn Dr. Kop p hat den Vorhang der antisemitischen Bühne aufgezogen, sie wird noch andere Couliffengeheimniffe an das Tageslicht fördern.**) Frankfurt a. M., im Februar. Rach Information an berufenen Stelle, bin ich in der Lage, die kürzlich in diesen Blättern veröffentlichte Roüz, nach welcher Hirsch's Pentateuch fortan für den Preis von M. 5 erhältlich wäre, als eine durchaus irrige zu bezeichnen. *) Diese Anspielung gilt zweifellos Herrn Dr. Ecker in Münster. *') Ungleich seien einige sinnentstellende Druckfehler im zweiten Artikel .Prozeß Rohling - Bloch" berichtigt. Seite 224, Spalte 1. Zette 9 v. 0. ist statt Charakter .Charta- * tan", 3.3 von unten statt Dpruchreihen .Sprühregen" und S.L25. Sp.2,Z. I, statt ein Mensch «ein schlechter Mensch" zu lesen. mtf

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