Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1886)
- Date
- 1886-02-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Wie nun diese Hebe geeignet ist, die lleberhebung M verhüten und dadurch die Strafe fernzuhalren, das wollen wir im Nachfolgenden darzulegen uns bemühen. Wir bitten unsre geehrten Leser, uns mit voller Aufmerksamkeit zu folgen, da die Auseinandersetzung eine sehr schwierige, zugleich aber. auch die erhabene Weisheit unsrer heiligen Thora, der schriftlichen wie der mündlichen Lehre, erkennen zu lehren geeignet ist. Die Erklärung, die wir jetzt geben werden, wird gewöhnlich dem berühmten Rabbi Elijahu aus Wilna, „der Gaon" genannt, zugeschrieben; sie entstammt' jedoch einer älteren Quelle, dem Buche „Berich Schalom," dessen Berfasser Rabbi Pinchas bereits im Jahre 5423 (1663) aus diesem Leben geschieden, also dem Wilnaer Gaon um mehr als hundert Jahre vorangegangen ist. Toßapoth im Tractat Megillah (16 a., Schlagwort Trn) bemerken Folgendes: „Ich habe gehört, da« die 10,000 Kickor Silber (welche Haman dem Könige Ahaswer als Preis sür die Vertilgung der Inden angeboren), so viel ausmachcn wie das halbe Schekel sür jeden Einzelnen von Israel, dessen Anzahl, als es aus Aegypten zog, 600,000 betrug, und er (Haman) sagte, daß er dem Ahaswer ihr ganzes Lösegeld geben werde. Suche, und Du wirst finden." Viele haben gesucht und nicht gefunden. Wir wollen einmal nachrechnen. 600,000 halbe Schekel find 300,000 ganze Schekel; ein Schekel ist gleichbedeutend mit der Münze, welche im Talmud Sela heißt., Mambam in nra» etvs zu Schekalim C. l, Halachah 6; ebenso übersetzt Onkelos rrsna mit kj&th wVd); ein Sela hat -4 Denare (run oder m); demnach sind 300,000 Schekel gleich .1,200,000 Denare oder Sus; hundert Sns gehen auf ein Manah: wir erhalten demnach 12,000 Manah; 60 Manay sind ein Kickar; es sind also 12,000 Manah gleich 200 Kickar. Es betrug demnach die ganze Machazith-Haschekcl-Hebe der Israeliten nur 200 Kickar (das ist, gewöhnliche Kickar; der Kickar des Heiligthmns war doppelt so schwer; also nur 100 Kickar nach dem Gewichte des Heiligthums. Vergleiche Rasch! zu 2. B. M. C. 38, B. 24). Demnach stimmt die Rechnung nicht, da ja Haman dem Könige 10,000 Kickar angeboten. Schon Rabbi Samuel Jdeles (r<"B"i".i"a) nimmt Anstand daran und verweist auf die Erkläklaruug des Chiskuni. Dieser sagt, daß das-gewöhnliche Lebensalter des Menschen 70 Jahre betragt. Erst nach znrnckgelegtem 20. Lebensjahre ist der Mensch verpflichtet, den halben Schekel zu geben. Verbleiben 50 Jahre, und 50 mal 200 beträgt 10,000, so daß die von Haman «wmbsLrnr Summe soviel beträgt, wie die Israeliten, die sns Mizrajim gezogen, während ihres gaBesÄörnZ an Machazith Hafchekel gezahlt haben. Die Rrchmmg stimmt jedoch nicht; denn das aus Mizrajim m-sgezsgeue Geschlecht ist in der Wüste gestorben (mit Ausnahme vonJosua und Kaleb); es haben also drejeniZen, die am Längsten von ihnen lebren. nur 39 JHre lang das Machazich Haschekel geben könne«; viele aber sind früher gestorben. Rechnen wir aber die unterdeß Herangewächsenen hinzu, so hat ja die Sache kein bestimmtes Maaß und kann nicht auf 50 Jahre und auf 10,000 Kickar normirt werden. Viel tiefer hat der obenerwähnte Verfafier des Buches Berith Schalom die Sache erfaßt und unserer Meinung nach das Richtige getroffen. Derselbe war ein jüngerer Zeitgenosse desRabbi SamuelJdeles. und sein Buch ist erst lange nach seinem Tode, im Jahre 5478 (1718; also noch vor der Geburt des Rabbi Elijahu aus Wilna) durch den Druck veröffentlicht worden, so daß rr"B"i"n"v besten Erklärung nicht gekannt hat; hätte er fie gekannt, er hätte sicher auf sie, statt auf 'die des Chiskuni verwiesen. — Wir wollen diese treffliche Erklärung s. G. w. im nächsten Kapitel dem geehrten Leser vorführen. (Fortsetzung folgt.) . Literarischer Aericht. Es ist erfreulich, daß die in den Bibliotheken schlummernden Manuscripte der großen Männer der Vorzeit allmählich an das Licht gefördett und durch den Druck zum Gemeingut der gelehrten Welt gemacht werden. Wie viele bedeutende Werke werden in unserer Literatur erwähnt, die wir entbehren und deren genauere Kenntniß über vieles Dunkle Licht verbreiten könnte! Zu diesen bisher unbekannte« Werken gehörte auch „dasBuchderErganznng" nobvn ~vo von cn-oa 'nn* -o twd ia d^ibo um Rabbenu Mefchullam Badrafchi (ans Badrasch erro; die Stadt heißt gegenwärtig Bezier und liegt in Südfrankreich, Nach ihr wird auch der berühmte Dichter Rabbi Jedaja, Verfasser des „Bechmot Olam", Badrafchi beigenannt). „Das Buch der Ergänzung" soll nach der Vorrede des Verfassers eine Ergänzung sein der Werke unseres großen Lehrers Rabbenu IizchakAlfaßi ober ozbn 21), das den größten Theil des gesammten Talmuds umfaßt; von diesem großen Werke liegt nun der Theil, der sich auf „Baba Kama" bezieht, gedruckt vor uns." Herr I. Lubetzki in Paris hat nach einem in der Bibliothek des La- .uiim m mm