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Der Israelit · 1886-02-22 · Heft 15 (22.2.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 15 (22.2.1886)
Date
1886-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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aXWLSaisgasa. , M % M;|j! .V| . ■■■ . EL« --- :'... I ä Gentrak- Hrgan für das ortöodoXe AudenLhum. II | Herausgegebeu von Vr. Lehmann in Mamz. - - ij | .; ' : ' ' 1 T* ~r " A Montag, de» 22. F^br«a« 8S4S <L88S). i h i Leitende Wetrkel. Wachazith Kafcheket. Mainz, 18. Februar. An der Spitze per Sidra o lesen wir das Gebot, daß jeder Israelit, der, nachdem er das zwanzigste Jahr überschritten, wehrpflichtig geworden, alv Lösegeld seiner Person einen halben Schekel an das Heiligthum zu zahlen habe. „Und es redete der Ewige zu Moscheh, wie folgt: Wenn du ausnchmen wirst die Hauptzahl der Kinder Israel nach ihren Gemusterten, so sollen sie geben ein Jeder ein Lösegeld seiner Person dem Ewigen, da man sie mustert, und es wird Nichtsein unter ihnen eine Plage, da man sie mustert. Folgendes sollen sie geben, ein Jeder, welcher hindurchgeht durch die Gemusterten, einen halben Schekel, gemäß dem Schekel des Hciligthums, zwanzig Gerah der Schekel, eine Hebe dem Ewigen." (2. B. M., C. 30, V. 11—13.) Es bedarf der Erklärung, weßhalb der allmächtige. Gott befohlen hat, daß bei der Zählung jeder einzelne Israelit, der mitgezählt wird, die Wicht hat, ein Lösegeld seiner Person zu geben, um das Hereinbrechen einer Plage abzuwenden. Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Zählung und der Plage? Werden doch alle fünf Jahre die verschiedenen Nationen gezählt, ohne daß ein irgendwie ersichtlicher Nachtheil für sie daraus sich ergibt! Und warum gerade einen halben Schekel, der noch genauer bestimmt ist, daß er nämlich den Werth von zehn Gerah haben soll? . . Auf die beiden ersten Fragen gibt uns die eigenthümliche Ausdruckswcise der heiligen Schrift den Weg an, wie wir sie beantworten können. *2 «ja vtri „Wenn Du erheben wirst das Haupt der Kinder Israel." So müßte.mau . wörtlich übersetzen. Die heilige Schrift deutet uns damit an, daß die Zählung eine Erhebung ist. Die Kinder Israel waren vor dem Auszug aus Aegypten ein niedriges, verachtetes Geschlecht gewesen. Sie waren ihrer persönlichen Freiheit beraubt, Knechte eines ftemden Volkes, allen Mißhandlungen und Erniedrigungen preisgegeben. Jetzt hatte Gott sie befreit; sie waren freie Männer geworden, Niemandem unterthan denn Gott allein, im Besitz eineS großen Vermögens. Nicht nur die Freiheit hatte Gott ihnen verliehen. Er hatte sie in wunderbarer Weise hrrmrsgeführt aus dem Hause der Sklaven, hatte vor ihren Augen ihre übermüthigen Herren gestraft, gedemüthigt, und ihre Verfolger in die Fluchen des Meeres versenkt. Er hatte sie geführt - an Seinen heiligen Berg, war ihnen erschienen in Seiner Herrlichkeit und hatte sie erhoben zu Seinem Volke. Er ließ chnen Brod vom Himmel herunter-, regnen und gab chnen Wasier aus dem Felsen. So waren die vordem verachteten Sklaven zu einer großen, mächtigen, erhabenen Nation geworden. Und nun sollten sie gezählt werden, der beste Be» weis, wie wichtig jederEinzelne ausJsrael dem allmächtigen Gotte ist. Wie Gott die Sterne am Himmel zahlt, die großen, mächtigen Welten, die in ewiger Jugend und Schöne den Raum durchkreisen, so befiehlt Gott jetzt, die Zahl der Israeliten festzustellen — ein erhebendes Bewußtsein! Die menschliche Natur ist so geartet, daß die Erhebung nur zu leicht in Ueberhebung sich verwandelt, und die Ueberhebung führt zum Falle. Damit nun eine Ueberhebung, welche eine Sttafe, Plage nach sich ziehen muß, nicht platzgreife, hat der allweise Gott angeordnet, daß jeder zu Zählende ein Lösegeld seiner Person und zwar einen halben Schekel geben soll als eine Hebe dem Ewigen.

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