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Der Israelit · 1886-02-18 · Heft 14 (18.2.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 14 (18.2.1886)
Date
1886-02-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Vertreter des Nebenklägers bettrat. Die «krümmrtcn Tharsachen wurden als vollständig erwiesen erachtet und eine Beleidigung in denselben rächt gefunden. w Ocsierr.-Uugar. Monarchie. Trieft. Die hiesigen Gcmeinderathswahlcn sind mm gänzlich beendet und erhielte» folgende sieden Israeliten Mandate: Cavaliere Rasraele Lnzzatto, Venmra Salvawre, Cavaliere Eugenio Richctri und die Rechtsanwälte Felice Consolo, Edoardo Janowitz, Eugenio Brunner und Eugenio Morpurgo. Eigentlich wurden elf Israeliten gewählt und zwar auch die Rechtsanwälte Morse Luzzatto, Felice Venczian, Eugenio Geiringer und Jakob Liebmann; da aber diese Herren schon vor längerer Z'eit den Glauben ihrer Väter verlassen und sich confessionslos erklärt haben, so willauch ich sie nicht mehr bnsr nennen. Es ist dies ein trauriges Symptom, daß viele Advocaten hier es plötzlich bereuen „dem Judenthume" anzugehören und nun theils zum Katholicismus (wie erst unlängst Dr. Pardo mit seiner ganzen Familie) übertreten, theils sich confessionslos erklären. Der ganze materielle Gewinn dieser Herren für ihre» Austritt ans dem Judenthmn besteht darin, daß sic keine Culmsstcucr zu zahlen brauchen. Bekanntlich hat auch Esau seine Erstgeburt für ein Gericht Linsen hingegeben. Pefth, 9. Februar. In fortgesetzter Bcrathung des Budgets des Culms- und Unterrlchtsnttnisterinms wird bei dem Titel „Budapester Professorcn-Bildnngsanstalt und -Ucbungsschnle" ein Antrag des Antisemiten Zimandy, wonach in den heimischen christlichen Schulen nur christliche Professoren den Unterricht zu leiten hätten, einstimmig unter lebhafter Heiterkeit abgelehnt. II. W. Nonpcft, 7. Februar. Ende vorigen Monates ist das Mandat des Präses der hiesigen isr. Cultnsgcmcinde, Herrn Hermann Friedmann abgelausen und aus der Wahl-Urne ging dieser verdienstvolle Mann wieder als Sieger hervor, denn von 249 abgegebenen Wahlftimmcn waren 208 für ihn. Die Verwaltungsvenode 1883—l 885 war für erwähnten Herrn nicht besonders erfreulich, weil große Schwierigkeiten zu überwinden waren. In erster Reihe hatte er die Zerwürfnisse der Gemeinde mit ihrem Rabbiner (dem weltberühmten Sterenyi) zn ordnen; durch sein energisches und taktvolles Einschreiten ist es ihm gelungen, diese Angelegenheit im Vereine mit seinen Mitgliedern dahin zu ordnen, daß dieser Rabbiner entlassen wurde. Run schritt ' er zur VerLürMchunZ feiseS gefküita Prmzipes, ein würdiges Gotteshaus ansMftihiru, und legte am 6.Ottsber v. I. den Grundstein M einem Tempel, bellen Kostenaufwand sich auf co.fL 50,000 beziffert. Die würdige Lösung seiner sich gestellten Ausgaben haben den Herrn Präses Zeit, Blühe und Geld gekostet. Nach Ruhe und Erholung nach solch anstrengender Thätigkeit sich sehnend, wollte er die Neuwahl ablehnen. Eine vom ältesten jüdischen Burger überreichte, von 200 Mischen Wählern unterschriebene Vertrauensadresse veranlaßte ihn indeß, dieses schwierige Ehrenamt werter zu führen. Gleichzeitig mit der lleberreichung dieser Adreffe hatte die Geureinde einen solennen Fackelzug veranstaltet. Galgttlz (Nentraer Komttat), 26. Januar. Einen Herden Verlust hat unsere Gemeinde erlitten. Eines der geachtetsten und verdienstvollsteu Mitglieder derselben, der wett über die Grenzen unserer Stadt hinaus, ja in der ganzen Monarchie durch seine großen Bauunternehmungen bekannte und durch seinen biedern edlen Charakter und großen Wohlthätigkeitssinn hochgeschätzte Herr Adolf Speßler ist nach längerem Krankenlager in ein besseres Jenseits entschlummert. — Unser verehrter Rabbiner, Herr Josef Rosenfeld, schilderte in beredten zu Herren dringenden Worten die bedeutenden Verdienste, die sich der Entschlafene um Familie und Gemeinde er worben. Er war adch lange Vorsteher der früher hier bestandenen Religionsgcmeinde. Jedes humanitäre und das Judenthum und seine hl. Religion zu befördernde Werk fand iw ihm die kräftigste Unterstützung. So unter Anderm hat er als gewesener Lieferant für die Landesstrafanstalt Lipütvär(Leopoldstadt) für unsere verirrten Glaubensgenossen ein schönes Betlokal eingerichtet und es mit allem Röthigen versehen, und auch dazu beigetragen, daß die jüdischen Sträflinge am Peßachfeste und während der o’K-n: mr mit Koscherkost versehen werden. Unter den hiesigen zahlreichen Bedürftigen ist vielleicht kein Einziger, der nicht durch den edlen Wohlthätigkeitssinn des Verblichenen so mancher drückenden Sorge enthoben wurde. Auch der Bruder des Verstorbenen, Herr Jakob Speßler '% sprach tieferschütternde Worte an der Bahre. Ein imposanter Leichenzng, aus Leuten der verschiedenen Konfessionen und aus allen Ständen gab dem allgemein betrauerten Tobten das Geleite. Paks. (Ungarn.) An Stelle des hiesigen verstorbenen Rabbiners btr'n am ist dessen Schwiegersohn, *£id vjrte 't ';n am bisher Rad-

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