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Der Israelit · 1886-02-18 · Heft 14 (18.2.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 14 (18.2.1886)
Date
1886-02-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Schrift: „Und Memand kennt sein (Mofts) Grab bis auf deu heutigen Tag" und die darauf bezügliche Bemerkung unserer Weisen: „Und er seldn, er kannte es nicht," betonte der Redner» daß Me, welche die Lchre Moscheh's verkünden und bethätigen, den Ruhm des Ahnen, dessen Namen mit Recht sie tragen, lebendig forterhalten, und wie selbst der große Prophet cs nicht teilen konnte, wann er, wann sein in seinem Geiste von späten Enkeln fortgeführtes heiliges Wirken auf Erden einen Abschluß finden würde. Den „Zug der Tobten" cröpnctc Institutsdirektor Dr. Joel in Pfungstadt, der sich unvergängliche Verdienste um die von ihm viele Jahre lang geleitete Anstalt erworben. Ihm folgte Rabbi Mordechai Deutsch in Wctsch (Ungarn), ein hervorragender Gelehrter, der trotz seiner privaten Stellung seine ganze Kraft in den Dienst seines Glaubens gestellt und dessen Name einen gar guten Klang in seinem Vaterlande hatte. Kurz darauf verschied Rabbi Benjamin N i ed e r h o f h e i m, eine in Frankfurt a. M. durch seine herrlichen Charaktereigenschaften rühmlichst bekannte Persönlichkeit. Nicht viel später verließen uns R. Abraham Rohr, der besonders für Palästina Großes geleistet,, und Dr. Isaak so hu in Hamburg, der stets rnil Feuereifer unermüdlich für die Lehre gewirkt, und dessen Tod eine nicht unbedeutende Lücke gerissen hat. R. Seckel Bamber gcr in Frankfurt a. M., von Jugend an „auf dem Schoße der Thora" erzogen und sein Lebenlang ihrem Dienste voll und ganz ergeben, verschied im besten Manncsalter, ihm folgte R. Isaak Asch, "eines der rührigsten Mitglieder des Berliner „Talmudvcrcins." Bald darauf, wurde uns R. T c w e l e B'oudi nach langjährigem Leiden entrissen, ein Mann, der von zartester Kindheit an im Studium der Thora gelebt und gewebt, ein ganzer Mann, ein vortrefflicher Charakter. Am 16. Aw ging von hinnen Sir Moses Montefiore! Einen unentwegten Vorkämpfer der gesetzestreuen Sache, der nimmer gewankt und gezagt, beklagen wir in R. Eli es er Freimann in Leipzig, einen trefflichen Menschen und Jehudi in R. I e h u d a B o rn st c i n aus Eiscnstadt. Nicht lange daraus traf uns der unersetzliche Verlust des Distriktsrabbiners Hirsch in Burgprcppach, eines seltenen Mannes , der mit hingcbender Treue und bewunderungswürdiger Selbstlosigkeit die von ihm begründete Schule förderte, pflegte und zu-ihrer jetzigen Dlüthe emporgeführt hat. Zwei Fürsten im Reiche des Wissens verließen uns vor nicht langer Zeit: R. Mattisjahu St rasch un in Wilna, ein Mann, in dem sich Alles in herrlicher Harmonie vereinte, und R. Joel lluger ür PaR, einer dve hervorragendstes und fchanMrügücu Talmudgelchrteu ferner ungarische Heimath. Ihnen fvlgrru m die Ewigkeit, Dr. Aron Hirschfeld in Poseu, der tiefe Bildung mit strenger Glaubenstreue verband und der sich um die Jugeuderziehuug vornehmliche Verdienste erwarb, und SL Abraham Mujal in Jane, rinsS der hervorragendsten finanziellen Stützen in . der Ausführung der ColonisaNonaNZelegercheit. Den schmerzlichen Abschluß der Reche bildet R. Jakob Eh renreich, der verdienstvolle Leiter der Uaterrichtsanstalt in Höchberg. Mit der sinnreichen Auslegung eines Schriftverscs und dem Wunsche, daß im küuftigen Jahre Niemand oder nur Wenige am 7. Mar zu nennen fein mögen, endete die 1^/4 ständige Gedächtnißrede, die RecitationLl mole rachamim und das Mariwgcbet schlossen die erhebende Feier. f rankfurt a. M. In der jüngsten Sitzung ereins für jüdische Geschichte und Literatur wurden zunächst einige Mitthcllungen in Bezug auf die zu gründende Veremsbibiorhek gemacht. U. A. wurde mitgetheilt, daß auf vielfachen Wunsch der vor einiger Zeit gehaltene Vortrag unseres Vorsitzenden Dr. H. Heinemann, über Shylock uud Nathan dem Druck übergeben worden ist, und daß der Reinertrag desselben (Kommissionsverlag in der Buchhandlung von I. Kauffmann, Preis 30 Pfennig) dem Bibliotheksfond zufließen wird. Hierauf hielt Herr Dr. Heincmann einen Vortrag über Rabbi Gerschom, „Das Licht der Verbannung", und seine Zeit. Redner hob hervor, daß die dem Gedächtnisse des jüdischen Volkes an und für sich schon fest eingewurzelte Persönlichkeit des Rabbi Gerschom durch die einst in diesen Blattern publicirte Erzählung „Das Licht der Diaspora" noch mit einem besonders romantischen Glanze verklärt sei, daß aber auch die verbürgte Geschichte hinreiche, um ihn zu einer der wichtigsten Erscheinungen der jüdischen Geschichte zu stempeln. Er entwickelte danach kurz dasjenige, was uns über das Leben und die Schicksale Rabbi Gerschom v bekannt sei, dessen Hauptwirksamkeii, obwohl er wahrscheinlich aus Frankreich stanlmte, nach Mainz fällt. Der Ansicht, daß erst R. Gerschom das Talmudstndium bei den deutschen Juden begründet habe, glaubte der Redner nicht beipflichten zu dürfen. Dagegen spricht schon die Tradition, daß längst vor ihm, wahrscheinlich unter Karl dem Großen, zwei italienische Gelehrte, Rabbi Moses und sein Sohn Kalonimos, nach Mainz geführt und dortselbst zu Häuptern der Akademie ernannt worden seien, und ferner die unbczweifclte Thatsache, daß dem Rabbi OBS

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