Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1886)
- Date
- 1886-02-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Hobe» werde»! Trete» zw« HülrsbedLmige vsr d-n gefttzrstrrsen Jude», vo» de»e» der Gin« da» jüdischen Lebe» go»; fern Kehr, aber Lundesdrnder in, der Andere ein echter ■»■**» jmb rrm a. feine Ärrgedörigkeir >u dev r-'a ra n nr um er Berufung ans den Bund zwischen Gott und Israel dvlnmenüreu kann, »orrd nichr nach dem BnudeSZrsetz der Logen Jenem der Vorzug und Berrsng eingeraumr Verdes tnäntn? Es kass nichr in Abrede gestellt werden, daß die jüdische ganz andere Kategorien krum. a!S die Loge» sie acceprirt habe». Noch eine andere Gefahr liegt in dem Anschluß des gefttzes- Irene» Juden an jene L?<reimgungen, and zwar für die Heranwachsende Jugend. Während disber der fromme Iebudi fein Hans von Verbindungen mit »»jüdischen Familien ängstlich bewohn bat. wird sonan die Jugend auch in solchen Häusern zu verkehren angeregt sich fühlen, in denen die Väter brüderlich vereint Harmoniken. Man kann sich leicht die Eonsequenzen hieraus ziehen, und es darf durchaus nicht als llebertreibung angesehen werden, wenn behauptet wird, daß bei solchem Bortzrben die geseßesirene Richtung, wie sie sich seit einigen Decennirn in so hnrirchcr Weise entwickelt Hat, sehr gefährdet für die Zukunft erscheint. Man wende ja nicht ein, daß gesetzestreue Männer durch ihren Eintritt in solche «reise im Stande sein werden, ihre Brüder für die fromme Richtung zu gewinnen. Dies ist eine trügerische Hoffnung. Es liegt in der Natur der Sache, daß viel eher Anhänger für«ne Lebensweise, welche der Bequemlichkeit und Genußsucht volle Rechnung trägt, gewonnen werden können, als umgekehrt. Da, wo man auf Kosten von map nrn die rrrr» rao als den gelammten Inhalt des jüdischen Lebens praktisch erweist, wird man zu dem Iudenthum Geigers geführt, welches ausdrücklich und wörtlich lehrt »das Iudenthum findet Wesen, Grundlage, erschöpfenden Ausdruck nicht mehr in verbotenen Speisen, Schlachtregeln, strenger Saddatseier n. dgl. Es genüge für heute, die angeregte Frage nach dcnigen Seiten hin beleuchtet;u haben; sie ließe sich noch weiter erörtmt, wozu alle Diejenigen beitragen mögen, welche mit mir gleicher Urbrrzeugung sind. Ibnen, geehrter Herr Redakteur, ist mein Name nicht unbekannt; wenn ich ihn einstweilen hier nicht zeichne, so beruht dies ans Gründen, die mit der Cache selbst nichts zu thun haben. Die Geheimnißchuerei, welche den Logen einen - besonderen Reiz oder eine rigeuthümliche Anziehungskraft verleihen soll, liebe ich am allerwenigsten. Ich habe mich inuuer daran gewöhnt, der Wahrheit ohne Scheu uccd ohne Rücksicht überall und zu jeder Zeit die Ehre zu geben. Sie hat mich auch hier geleitet. Der zweite Brief, den wir Iir dieser Angelegenheit erhalte» habe», ist ei» a» uns gerichtetes und nicht für die Ocffentlichkeit bestimmtes Schreibe», welches wir daher nicht seinem ganzen Umfange nach wiedergebc» dürfen; wir müssen uns begnügen, einiges, das zur Benheidigung der in Rede stehenden Logen gesagt wird, mitzutheilen. In dem erwähnten Briefe heistt es unter Anderm: »Ich erkläre Ihnen in heiliger Versicherung, daß auch nicht rin einziges Princip, nicht eine einzige der Aufgaben, welche der Bund, verfolgt, auch nur im Entferntesten mit unsrem religiösen Standpunkte, dem orthodoxen Indcnthnme. sich nicht vecrinigen läßt: Das genaue Grgrnlhril ist der Fall. Grmiluth Ebeßed in allen seinen Verzweigungen tuivb in echt jüdischer Weise geübt, das wollen die B'ne Bekirh und nichts sonst. Das Bedeute», welches Sie in Ihrer Montagsttuminer äußerten, daß rs cs? Loste» asn msg* mes gepflegt »erde» tan in des Fernstehenden sehr leicht «nnergen. Ab« d schnnndsr, w«r» Sie berücksichtige», daß der Bund eben n»k xa rnr-rn bezweckt. und eben so wenig wie man von fefeem »»deren WsL!- rbLÜZkeits-Ker«» mehr verlange» kau» und darf «iS z» feine» Lvsaabe» gchsrr, edensvsenrg tan dies vo» de» B'ue-B'rrch erwarrrt werde». Wäre es anders, würde der Verein i» der Thar mehr sein wollen, als ei» Wohlrhaligkeirs-Jerer» der srnn r-Sn Tipa*- w, Ilnterftützung von Wittwen und Warft» re. nvftrebt. dann wäre i» der Td« Ihre Befürchmng gerechtfertigt, daß der Verein »nivelliren," die religiösen Standpunkte nm-- gchen und daß der Anschluß für uns eine Verleugnung dessen, was uns das Heiligste ist. was »ns hoher steht «rls -er: rnd-v: bedeuten würde. Aber eben aus dem genannte» Grunde, eben weil der Bund nichts weiter ist alS ei» WohlthätigkeirS-Berei» in äuße-.lich modernem Gewände, eben weil eine jede Einwirkung auf das religiöse Leben des Einzelnen, ja auch nur die Besprechung religiöser Digerenzpunkre nach einem Grundgesetze des Bundes verboten und unuröglich ist, eben dadurch tarn derselbe auch nicht den Einfluß haben, welchen Sie befürchte». Ich gehöre seit 3 Jahren dem Lunde an, und ich versichere Sie, daß noch kein Dort gefallen, geschweige denn ei» Beschluß gefaßt wurde, der Mein religiöses Empfinden verletzt bätte. Aber, sagt man. der intime Verkehr mit den Gefttzesübertretern involvirt eine Gefahr für das orthodoxe Iudenthum! Wieso? Der intime Verkehr beschrankt sich auf den Logenraum, und hier ist auch die Spur einer (Einwirkung in destruktivem Sinne absolut ausgeschlossen. Und haben wir so geringes Vertrauen in die Neberzeugungskrast unsrer heiligen nmt, wie wir sie aussassen, daß sie einer solchen Versuchung, auch wen» sie vorhanden wäre, nichr widerstehen kann? Umlauern nicht heute draußen im Leben tausende von ungleich ernsteren, wirklichen Versuchungen den echten Jehudi, und er trotzt ihnen, ja er bezwingt sie? Das ist ein sehr gefährlicher Grundsatz, den wir nicht anssprechen sollte», wenn wir nicht zugleich einen Zweifel aussprechen »vollen über die Widerstandskraft unsrer religiösen Anschauungen in Lehre und Leben. Thatsächlich aber — und ich versichere Sie, daß diese Erfahrung in gleicher Weise von den Gesetzestreuen in auswärtigen Logen gemacht wird, wie von mir in den hiesigen — tbcusächlich ist das gerade Gegentheil der Fall: Unsre religiösen Anschauungen gewinnen in de» Augen derer, die in uns nichts weiter sahen, als die fanatischen Dunkelmänner, die »Schwarzen" und wie diese Erbärmlichkeiten sonst heißen mögen. Gerade, indem wir zeigen, daß wir auf dem Gebiete der Wohlthätigkeit uns nicht fern halten, daß wir mit Verlrelenr anderer Richtungen Zusammengehen, wo unsre religiösen Anschauungen es gestatten, gerade dadurch müsse« die Leute Respekt und Achtung vor diesen unsren Anschauungen bekonnncn, und sich sagen, daß diejenigen lügen, welche uns als die »Fanatiker" verschreien und das orthodoxe Iudenthum besudeln. Und dieser »Respekt" ist nicht etwa bloß ein platonischer, er bewährt sich auch im praktischen Thun. Die B'ne- B'rith-Vereinigungen sind jüdische, nur Juden und nur jüdische Institutionen werden unterstützt. Zahllos viele zumal in den großen Städten sind sonst einer jeden Einwirkung durch Juden entzogen, sie haben das letzte Band verloren, das sie mit dem Iudenthum verbindet, haben überhaupt vergessen, daß sie Juden sind. Was durch diese Vereinigungen erwirkt wird, ist immerhin ein Erfolg, der die Voraussetzung für ein jedes fernere Einwirkcn ist, daß solche Leute überhaupt einst wieder Juden werden, als Juden sich fühlen, Interesse, und Derständniß für das Iudenthum erhalten und erfahren, daß all daS Schöne, »oas sie für »christliche Liebe" und für »allgemein menschliche Humani'ät" hielten, echt. echt jüdisch ist, daß diesem Judenthllm, das sie gar nicht kannten, eine gewaltige, erziehliche Kraft inncwohnt. Sie ahnen nicht, welche Erfolge die Vereinigungen