Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1886)
- Date
- 1886-02-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Verpflichtung «verPeusisLszshkwg grschwund«: ist, wird die HauptursLHe des häusigeu Stülerrwechsels gchobrs sein. Me HMptschwierigW bot nun aber der Umstand, daß die Höhe der Prämieu, namentlich m dm ersten Versicheruugsjahreu für unsere CulLusbemmen eine unerschwingliche Last bedeuren mußte. Hier mußte die uenbegründete Süftung zu Hilfe kommen, sie mußte durch die Ucbernahme eines Thüles der Prämien die Versicherung für den CnltusbeamLen billiger machen. Auch auf eine Bctheiligung der Gemeinde an der Prämienzahlung, als Ablösung für die uuu schwindende Pensionspflicht, durfte gerechnet werden. So waren denn in großen Zügen die Wege angegeben, in welchen die Verwaltung der Kaffe zu wandeln hatte. Wir sind nicht -so verblendete Optimisten, daß wir vermeinen, es könnte in zweien Jahren ein Jahrzehnte altes Hebel ausgerottct werden und sind uns wohl bewußt, daß noch zehn und mehr Jahre vergehen werden, ehe die Wirksamkeit der „Fricdrich- WUhelm-Victoria-Stiftmig" die rechte Anerkennung und die rechte Ansbreitung finden wird. Doch wenn wir die Resultate bcttachten, welche in diesen beiden Jahren — welch geringer Zeit für die Arbeiten einer Stiftung l — gezeitigt worden sind, so gewinnt nnserc Meinung, daß der vou Nachod vorgezeichnete und von Dr. Kristeller mit Energie verfolgte Weg zum Ziele führen wird, an Zuversicht. Bereits sind durch die Stiftung 125 Lehrer und sonstige Beamte versichert und das für diese dereinst fällig werdende Kapital beträgt über 480,000 Dl. Welcher enormen Zeit hätte es bedurft, um diese Summe zu Gunsten der Kultusbeamteu aufzubriugen, geschweige denn, ein Kapital, aus denen^Zinsertrag diese Summe hätte gezahlt werden können. Das Kapital der Süftung, dessen Grundstock eine bei Gelegenheit der im Eingänge erwähnten festlichen Veranlaffuüg veranstaltete Versammlung mit einem Ertrage von 17000 M. bildete, hat sich bereits verdreifacht und beläuft sich auf ca. 50,000 M. Zur Vermchrung dieses Kapitals tragen die von der Gesellschaft „Victoria" vertragsmäßig zu leistenden Provisionen für jüdische Versicherungen nicht unbedeutend bei. So hat die Stiftung bis jetzt nicht weniger als 23000 M. als Einnahme unter diesem Titel zu bezeichnen. Wie entspricht.doch diese Vereinigung von Idealismus und -Realismus, dieser Gedanke von Wohlthäügkeit, selbst in rein geschäftlichen Dingen, so ganz dem jüdischen Herzen! Welch erhebendes Bewußtsein für die Wohlhabenden des jüdischen Geschlechtes, daß sie, indem sie für ihre eigene und ihrer Kinder Zukunft sorgen, zugleich Wohlthat üben! Doch auch direkte Beiträge streßen der Süftung zu, thüls durch Sarmrrüwgea, welche entweder von der Hauptstelle, dem Bureau des GrmündcbundLs aus, oder durch die Beamten in ihren Bezirken veranstaltet werden, theils durch wohlmögeude Männer, die Jahresbeiträge leisten. ' . Tie Anregung und Beihilfe zur Versicherung bei der „Victoria" ist rüdesten nicht die ünzige Seite der THättgkeiL dieser Stiftung. Von den Vorthülen, welche die bereits bestehenden Lchrcrkassen, wenn auch nur in winzigem Maße,, gewähren können, macht die Süftung für einen Theil der Lehrerschaft Gebrauch, indem sie Beihilfe zum Einkauf , w 45 Fällen auch Zahlung der Beiträge ganz oder theilweise gewährt. Und es ist . gut, daß jene Kaffen neben der Versicherung bestehen, sie ergänzen sich gegenseitig, indem jene für den Fall der Dicnstuntaugüchkeit, diese für den Fall des Ablebens einttetc» und also auf dein doppelten Wege dasjenige für unsere Beamten erreicht wird, was Gesetz und ungünstige Lage der Gemeinden ihnen versagen. - Die Friedrich-Wilhelm - Victoria - Stiftung hat trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits zwei Falle zu verzeichnen, wo das mit ihrer Hilfe versicherte Kapital nach Ableben des Beamten der Familie ausgezahlt wurde. In dem einen Falle wurden 10050 Dl. an die unbemittelten Eltern eines jugendlich verstorbenen Lehrers, im andern 3000, au die Nachkommen eines Kultusbeamten zur Auszahlung gebracht. Fährt die Süftung in derselben Weise wie bisher fort, an Mitteln und Thäügkeit -zu wachsen, so ist die Aussicht vorhanden, daß in einem halben Menschenaltcr die Deutsch-Israelitischen Gemeinden mit Stolz sich werden sagen können, daß die alte Schuld - getilgt sei, daß die Lehrer unserer Kinder für die Zukunft ihrer Kinder nicht werden bangen muffen, daß die Verehrung Israels für die. Lehre mit dem Wohlwollen für die Lehrenden Hand. in Hand gehe. Doch hierzu bcizutragen, ist nicht blos Pflicht der Gemeinde, sonder» jedes Einzelnen, der es treu mir dem Judcnthume und mit der sozialen Stellung desselben im deutschen Vaterlande meint. * Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Biblis, 7. Februar. Die ikr. Gemeinde zu Biblis erfreut sich weit und breit eines sehr guten Rufes durch ihre Frömmigkeit und ihre musterhaften I