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Der Israelit · 1886-02-11 · Heft 12 (11.2.1886) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 12 (11.2.1886)
Date
1886-02-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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GemeindemstiLntionen. Vor Mm ist cs die Familre B od eu h cim er und au ihrer Spitze wiederum Rabbi Salomou Bodenheimer l., durch die unser kleiner Ort eine gewisse Berühmtherr erlangt hat. Der Letztgenannte hat in dm jüngsten Wochen eine schwere Prüfung erfahren. Seine langjährige Gefährtin und Gehilfin, sein edles Weib, die Krone seines Hauptes, ist von ihm hinweggenommen worden. Frau Jettchen Bodenheimer war eine b*n rcru im wahrsten Sinne des Wortes, eine Rkutter der Armen, eine Helferin der Bedrängten, eine Freundin aller Nothleidenden. An all dem vielen Guten , das Herr Salomon Bodenheimer zu wirken und zu schaffen sich bemüht, nahm sie stets den regsten Anthcil und suchte auch stets ihrerseits um großer Hingebung Werke der Liebe und Barmherzigkeit zu vollbringen. Möge der allgütige Gott dem vereinsamten Gattm Trost spenden! .n"a"s":"n Oesterr.-Ungar.Monarchie. Aus der Zips. (Ungarn.) Den Bemühungen des Herrn Jenö Horowitz, Schwiegersohn des allgemein verehrten Kesmarker Rabbiners, ist es gelungen, einen Verein in Kesmark ins Leben zu rufen, dcffen Mitglieder sich allabendlich versammeln, um^s ^22 p’y mit D’erec zu lernen; der Verein zählt an 30 Mitglieder. Herr Horowitz hält ferner im L^-.Ön rv3 allsabbatlich in den Nachmittagsstundcn populär moralisch-exegetische Vorträge, an die bezüglichen Wochenabschnitte anknüpfend, welche von einem zahlreichen Publikum, darunter auch viele min 22mit viel Vergnügen besucht Werdens"denn diese mit einer ausgezeichneten Vortragsweise abgehaltenen Vorträge, sind mit Ticfsimngkeit, Klarheit und Eleganz reichlich ausgestattet. Herr Horowitz wurde zum Religionslehrer am Lyceum zu Kesmark ernannt und ist ein ersprießlicher Erfolg auch auf diesem Felde von ihm zu erwarten. Wir rufen ihm von Herzen zu: nsa -m aann rfrs! Holland. Leuwarden. Vorige Woche starb unser Oberrabbiner Herr B. Dusnus. Derselbe war dahier 30 Jahre im Amte und erfreute sich bei Juden u;ib Ehriften wie in der ganzen Provinz Friesland der > höchsten Hochachtung. Der Verstorbene war streng orthodox und hat dahier eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet. n"aW'n England. Oxford. Im Juni d. I. ist ander hiesigen Universität ans der Fundation des Herrn Dr. Hody ein Stipendium für hebräische Sprache und Literatur zu vergeben. Daffelbe beträgt 80 L. per Jahr ueöst freier Wshmmg; unter Umstände» wü^ es auf fünf Jahre ausgedehnt. Es ist ein erfreuliches Zeichen der Zeit, daß man auf eugLschrn Universitäten «rllenchÄben das Studium der hcbr. Sprache zu fördern bestrebt ist. Rußland. In Zlicolaien wurde in einer der Synagogen eingebrochen und vier Thorarollen geraubt. Eine derselben hatte einen Werrh von über 400 Rubel. Amerika. Philadelphia. Zum erstenmal hat das hiesige Hospital einen Juden als Hospitalarzt avgestellt; es ist dies Herr Dr. Lewis W. Stembach, welcher uumehr als Wundarzt daselbst fungirt. St. Louis. Dem Amerikaner sagt mau nach, daß er der praktischste Mensch sei, und diese Eigenschaft kann man auch unseren Glaubensgenossen in den Vereinigten Staaten Nordamerikas nachrühmen. Während hier zu Lande wochen- oder monatcnlaug über den Plan irgend eines Vereins, einer Anstalt verhandelt wird, sind sie dort schon nach der ersten Besprechung in voller Thätigkeit. Zu dieser Betrachtung führt uns eine vom Präsidenten der ^Gesellschaft jüdischer Wohlthätigkeit in den Vereinigten Staaten" Herrn Markus Bernheimer zugesandte Broschüre. Um das Hermnziehen der Bettler von Ort zu Ort zu unterdrücken und es den betreffenden Personen möglich zu machen, sich durch Arbeit zu ernähren, oder bei körperlichen Gebrechen in einem Kranken- oder Versorgungshause Unterkunft zu finden; um Kinder in Schulen, Waisenhäusern oder bei Gewerben unteynbringen; um also die Wohlthätigkeit nicht zu zersplittern, haben die meisten jüdischen Gemeinden, Wohlthätigkektsanstalten in den Vereinigten Staaten eine Vereinigung gegründet, aus der Mitte von 28 der größten Wohlthätigkeits- und Hilssvereine in den verschiedenen Städten ein Bureau von zwölf Personen gewählt, die die Geschäfte des Verbandes leiten. Ohne Unterschied der religiösen Ansichten, ob orthodox und neolog — sind sie im Wohlthun einig und führen . gemeinschaftlich gute Werke aus. Ueber 300 Wohlthätigkeitsvereine der verschiedensten Art sind in dem Bunde vereinigt, darunter viele Frauenvereine. Nur die Gemeinden in Eincinatti und Ckeveland haben sich ausgeschlossen, was ebenso zu bedauern ist, als Wunder nehmen muß, da die in diesen Städten errichteten großartigen jüdischen Sckulen, Waisenhäuser, Bibliotheken und Spitäler nur der Bereinigung vieler anderer Gemeinden zu danken sind.

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