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Der Israelit · 1886-02-11 · Heft 12 (11.2.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 12 (11.2.1886)
Date
1886-02-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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d 204 Nachtheiligfteu trifft? Was aber das Schlimmste ist, es führen solchen Zustände uvadweislich zu einer Eormptisn des Standes, welche der . Einzelne bei aller Bravheit uud Tüchtigkeit nicht aufhalteu kann. Dazu kommt noch, daß eine starke Concurrenz des Auslands den auf deutschen Seminarien vorgeöildeten Lehrern durch Acceptimng selbst des winzigsten Gchaltsbezugcs die Möglichkeit einer Pression auf die Gemeinden nimmt. Gegen alle diese und noch viele andere Nebel, deren Aufzählung ganze Dogen erfordern möchte, anznkämpten, ist schon seit Jahrzehnten das eifrige und unterstützungswerthe Streben der Einsichtigeren in der jüdischen Lehrerwelt. Zunächst war es — und nicht mit Unrecht — die Frage der Pcnsiouirung, der Fürsorge für die armen Hinterblcibenden, welche ins Auge gesagt wurde. Denn nur die Aussicht auf ein von Roth befreites Alter kann Arbeitssreudigkcit verleihen. Es wurden in den einzelnen Provinzen eigene Lehrerkassen begründet/welche es durch Zahlung eines geringen Beitrages den Lehrern, Cantoren u. f. w. ermöglichen sollten, sich die Aussicht aus eine Versorgung seiner Familie für den Jnvaliditäts-, wie für de» Todesfall zu verschaffen. Die umfangreichste dieser Kassen, die „Achawa" in Frankfurt a. M., war die Hauptvertreterin dieses Prinzips. Indessen wurde diese Vergünstigung nicht in der Weise in Anspruch genommen, wie man hätte annehmcn sollen und zlvar — zum Glück für die Existenz dieser Kassen. Denn cs..ist.klar.,...daß der winzige Beitrag, den die Beamten' selbst zn leisten Haben, zur Befriedigung der etwaigen Bedürfnisse nicht ansreicht, sondern dag hierzu Mittel von anderer Seite, Spenden und Legate aufgebracht werden müssen. Vermehrt sich nun die Zahl der Mitglieder, so wachsen die Verpflichtungen der Kaffe, ohne daß zu gleicher Zeit die Garantie geboten ist, daß die Spcndengelder in dem gleichen Verhältnisse steigen. Dergestalt werden die Unterstützungsgelder der Kassen um so kleiner, je größer ihre Mttgliederzahl wird, und die vorhaudcnen Mitglieder müssen solchermaßen Gegner aller neu aufzunehmenden werden. Auch trägt der Umstand, daß die gewährten Bezüge aus Wohlthätigkeitsgeldern fließen, nicht zur Hebung des Standesbewußtseins der Lehrerschaft bei. Schließlich aber ist zu bedenken, daß keine solche Kasse auch nur annährend die Höhe des dereinst zn gewährenden Penswusbettages in ihrem Statut bestimmen kann. Mit dem Augenblicke, wo der Gemeindebund sich dieser Sacht anznnehmen begann, war ein guter Schritt vorwärts gethan, denn es war damit össcnttich ausgesprochen worden, daß die jüdischen Corporarwueu in Deutschland lüe Lüge derKMusdramteu als zu ihrer BrrsnLDortüchttrt gchörrud betrachteten. Somit war Kr die Gesammrheit der Gemeinden die Pflicht conßatirt worden, Institutionen zu schaffen, welche eine Hebung der oben ausgesührten Schaden — und zwar aller zugleich —. herbeizuführen geeignet erschienen. Auch hier wurden mehrere vergebliche Versuche mit Errichtung eurer eigenen Peusionskasse gemacht. Das Verdienst des seligen Herrn Jacob Nachod bleibt es. dm Weg angegeben zu haben, welchen der GememLebunv nmer günstigen Auspicien betteten hat und dessen erste Etappe die „Friedrich-Wilhelm-Victoria- Stiftung" ist. Es war gewiß kein Zweifel, den der selige Herr in die Opferwilligkeit der deutschen Judenheit setzte, sondern wohl die Erwägung, daß wir es mit einem schnell zu beseitigenden Uebel zu Lhun hätten, die praktische Berechnung, daß sich schneller und leichter die Zinsen für die erforderlichen Millionen, als diese Millionen selbst würden anfbringeu lassen — das, meinen wir, war es, was ihn veranlaßte, auf die Lebensversicherung als das beste Mittel für die Versorgung der Beamten hinzuweisen. Als geeignete Gesellschaft wurde die seit 1853 in Berlin bestehende Allgemeine Versicherungs-Aktten-Gesellschaft „Victoria", von deren Leistungsfähigkeit die Finanzmänner sich genügend überführt hatten, ausgewählt, und im November 1882 wurde zwischen den beiden Instituten. D. I. G. B. und Victoria, ein Verttag abgeschlossen, dessen für das jüdische Publikum wesentlichster Punkt der ist, daß die „Victoria" bei allen Versicherungen jüdischer Personen in Deutschland einen Theil der Agenturprovisionen an die neu zu begründende Versicherungshilfskaffe für die Gemeindebeamten zu cnttichten hat. Welchen ansehulichert Beitrag dies im Laufe der Zeit ergeben hat, werden die weiterhin anzüfiihrenden Zahlen beweisen. Welche Vortheile sollte nun die Versicherung gegenüber dem jetzigen Zustand gewähren? Zunächst und hauptsächlich sollte der Beamtensamilie eine Gewißheit über die Höhe der einstmals zu erwartenden Summe gewährt werden, sodann muß es aber das Bewußtsein des ganzen Standes erhöhen, um nicht niehr aus die Wohlthätigkeitsgelder einer ungewissen Zukunft angewiesen zu sein, sondern aus eigenen Mitteln sich eine sorgenfreie Zukunft zu sichern. Und in demselben Maße, wie dies geschieht, fällt für die kleinen Gemeinden der Grund fort, den Beamten beim Herannahen des Alters zu entlassen, sowie für diesen, der Gemeinde bei Zeiten hierin zuvorzukommen. Sobald die Furcht vor der sssnssss

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