Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1886)
- Date
- 1886-02-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Der erste Artikel rv Nr. 4 der ^Zsr. Wschesfchrist" schien Mewings einen Anlauf zu einer objttövrn S)sd^22§ PL nösica. ZLch^Lcr Ldlicheu Orchsdoxeuhetze (Liese U für die beLreMudeZeiruLg cm so völigates ErfmdWüß cmes jeden LrtiLls, wie für Herrn HofprediZer Stöcker eure Zudenbraudrede io eurer Vol^ersammlung) bringt das Blatt Las Schreibe, welches der Präsident des Touro-Monumems I. K. Gucheim an die bettessendeo Rabbiner gerichtet hat,, aber nur den allgemeinen Theil desselben: die „eine volle Druckseite füllenden Fragen" läßt cs aus, „da dieselben ans den prägnanten Antworten Frankel's ersichtlich seien." Alsdann bringt es Ln derselben Nummer von dm im Ganzm sechs Antworten Frankels folgende drei: Zu I. 1. Die Errichtung einer Statue zu. Ehrm eines Israeliten sowohl, als eines anderen Menschen ist durch das jüdische Religionsgesetz verbotm. (Siche Jore dea 141, 4.) Zu I, 2. Die Errichtung eines Monumentes in der in dieser Frage beschriebener Weise ist ohne Bedenken gestattet. Zn H, 1. Zu subscribiren ist nicht verboten (siehe Tos. Rosch Hasch. 24. und Jore dea 1. c. 17) ebenso wenig thätrgerr Nrrtheil z« nehmen, mit Ausnahme der Errichtung selbst, d. h. der Bildhanerarbert daran." Die betreffenden Worte „Lhätigen Antheil zu nehmen" und „d. h. der Bildhauerarbeit" warm groß gedruckt. Mußte nun nicht etwa jener letzte Satz selbst das zarteste Gewissen beruhigen? Groß gedruckt war ja zu lesen, daß nach Frankel's Ansicht Subscription nicht verboten sei und ebensowenig Lhätigen Anthell zu nchmm, mit Ausnahme der Bildhauerarbeit. Hat also nicht hier wieder die böse Orthodoxie eine furchtbare Entstälung der Wahrheit begangen? Mit welcher Spannung mögm nun die Leser des ehrenwenhen Blattes der nächsten Nummer entgegengeschen haben, die die Fortsetzung des Gutachtens und dann ja jedenfalls auch die vernichtenden Kolbenschläge gegen die Orthodoxen bringm mußte. Aber die Armen sahen sich in ihren Hoffnungen getäuscht. Die folgende Nummer brachte allerdings eine Fortsetzung, aber an deren Spitze die Anmerkung: „Wir schickm dem Schluß des Frankel'schen Gutachtens einige allgemeine Bemerkungen voraus, die den himmelweiten Unterschied zwischen dem beabsichtigten „Touro-Monument" und dem „Mendelssohn- Denkmal" klarlegen," und alsdann eine sehr langathmige Philippika gegen die Orthodoxie und ihre Vertreter, die „dm Riesengeist der Humanität in die Schnürstiefel der Schulchan-Aruch-Paragraphen pMses wollen." Nebenbei bemerkt ist es von Herrn Raumer doch nicht schön, daß er nicht Mein fcä Entscheidung seines Lehrers, des Herrn Dr. Frsn^l, verwirft, sondern noch dazu das System, das ja dieser selbst, wie oben ersichtlich, irmeZchaltm, pasisiirt. —„v - Aber auf einmal welche Wendung 1 Herr R. bekennt nun plötzlich , daß er selbst eia Gegner wäre, wenn cs sich um einen Akt der Anerkennung innerhalb Israels handelte, denn er schreibt selbst: „Würde es sich um einm Att der Anerkennung innerhalbJsraels^für die BerdimsteDkendelssohns, um die innere Erhebung seiner Glaubeusbrüder handeln: wir wärm die Ersten, die ein Denkmal für das Unpassendste von der Welt hietten, die sich auf die Bilderfcindlichkett des Judenchnms berieftn, um einer solchen Idee entgegmzutteten, die die ganze historisch feststehende Denkungsart Mendelssohns m's Treffen führten, um die für ein Denkmal auftubringcnden Mittel einem mehr dem Geiste des Judenthums und Mendelssohns conformeu Ziele zuzuführen! Also, auf einmal wird als daZ einzige Motiv geltend gemacht, daß die Aufforderung von Christen erlassen worden fei, daß nicht dem Juden, fondcm dem Deutschen das Denkmal errichtet worden sei und daran werden neue Schmähungen geknüpft, ebenso wie gegen die „Archives Zsraelites," denen man vorwirst, Mendelssohns Bedeutung fiir die Entwicklung des deutschm Gefftes nicht zu kennen. Und endlich war noch aus einem russischen Blatte, dem „Hamelitz" eine Stelle angeführt, welche den geehrten Redakteur des „Israelit" einen Fanatiker nennt, der sich hervordrängte, seinen Lehrer zu durchbohren." Wir wissen nicht, auf welche Weise der „Hamelitz" zu dieser falschen Auffassung der deutschen Verhältnisse gekommen ist. Das betteffende deutsche Blatt hat indessen seinen Aerger über.die Mendelssohn-Feier Settens der Orthodoxen schon zu oft Ausdruck gegebm, als daß es möglich wäre, es sei im Ernst der Meinung, Haß gegm Mendelssohn sei das Motiv des „Israelit" für sein Vorgehen gegen das Mendelssohn-Denkmal gewesen. *) Der Artikel kommt dann zu dem Schluß des Frankel'schen Gutachtens: - *) Anmerkung der Redactio n: .Hamelitz* ist die russische .Magdeburger,'«*, und Herr Zedernbaum, der Redactcur jenes Blattes, ist in jeder Dezi ehung würdig, Herrn Rahmer zu secundiren. Im .Hamelitz* wurden unS zwei Motive in Bezug auf die Dcnkmalfrage untergeschoben: 1) Haß gegen Mendelssohn, weil seine Nachkommen sich haben taufen lassen, und 2) verletzte Eitelkeit, weil Herr Rabbiner Dr. Salfeld in Mainz, und nicht wir, in das Denkmal-l>rrichtungs-6omit6 gewählt wurde. — Die geehrten i'rfer unseres Blattes wissen und haben eS oft genug im .Israelit* gelesen, wie hoch wir da»