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Der Israelit · 1886-02-08 · Heft 11 (8.2.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 11 (8.2.1886)
Date
1886-02-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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181 M also 1793 SoolbÄcr, stLMMH vnenjZkMrch, genommes; ferner Dürres es dir PLeglinge bk Anstatt rn Bchrendsschrn Badeüsstatt 6 Moorbäder rack in Len städtsschrn Büdeauftaltrü $05 Seebäder versörNchL. OKerr.-Lngar. Monarchie. Wie«, s. Februar. Sestern Abends nach' 8 llfjr ist Nachau Ritter v. Kalltt, der langjährige Präsident der Handelskammer in Brody, die ihn auch wiederholt in den Keichsratz entsendete, in Wien gestorben. Kallir, Chef des Bankhauses Nathan- ' fon u. Kalltt, ist am 11. November 1821 in Brody geboren and war der Enkel eines ans Deutschland nach Brody eingewanderten Bankiers; sein Vater war gleichfalls Präsident der Handelskammer in Brody gewesen and wurde vom Kaiser in den Ritterstand erhoben. Besonders eifrig verfocht er die HandeLs-Jnteressen Brodys, und selbst seine politischen Gegner haben ihm das Zeugniß nicht versagt, daß er die ihm anvertrauten Mandate stets mit vollster Selbstlosigkeit, und immer, den Sinn auf das Gemeinnützige und auf die Wohlfahrt der von ihm vertretenen Kreise gerichtet, aüsgcübt hat. Dies hinderte allerdings nicht, daß er von seinen polnischen Gegnern, denen eine deutsche Handelskammer iu Brody stets eiu Dorn im Äuge gewesen, bei der letzten Präsidentenwahl, als er schon mit schweren physischen Leiden kämpfte, zu Falle gebracht wurde. Kallir war als junger Mann von 21 Jahren in das Geschäft seines Vaters cingetreten, welches er seither leitete. Im Jahre 1876 wurde er von der Stadt Brody iu den galizischen Landtag und bei den ersten direkten Reichsrathswahlen von der dortigen Handelskammer in das Abgeordnetenhaus gewählt, wo er sich der Verfaffuugspartei anschloß. Kallir trat zwar selten öffentlch als Redner auf, entwickelte aber bei der Berathung wirthschaftlicher Fragen in den Ausschüssen eine lobenswürdige Thätigkeit. Auch bei deu Neuwahlen in den Jahren 1879 und 1885 wurde er wieder von der Handelskammer zu Brody in den Reichsrath entsendet. Seitdem er die parlamentarische Laufbahn eingeschlagen, wendete er seine Aufmerksamkeit vornehmlich den commerziellen Angelegenheiten Galiziens und speziell seiner Vaterstadt zu und überließ die eigentliche Führung des Bankgeschäftes seinen Verwandten in Wien. Seit einem Teccnnium schon war Kallir von einem Nierenleiden befallen worden, das im Frühling vorigen Jahres so heftig austrat, daß seine Familie Herrn Professor Dittel nach Brody berief, welcher nur momentane Linderung der Schmerzen schassen konnte, schwer leidend, kam Kallir im September vorigen Jahres nach Wirs und nahm auch noch, trotz feines bederMcheu Zustandes, au einigen ölittgea Abstimmungen des Abgeordnetenhauses theil. K n ß lau d. -, Wie die „Novosü" melden wird im finnischen Landtage eine Maffen-PetiLion für die vollständige Gleichstellung der Juden mit des übrigen Finnländern eingebracht werden. Die gesammte finnische Presse tritt warm für diese Petition ein und beruft sich auf das Zeugniß des Gouverneurs von Finnland, der in der letzten Landtagssession äußerte, daß die Beziehungen zwischen Christen und Juden die besten und Gesetzcsverletzungcn seitens der Juden fetten seien. Warschau. Das hiesige Gencralcommando hat verordnet, daß in Zukunft Mllitärlieferungen nur au Christen bergeben werden dürfen. . Babylonien. Hilleh <Babel) am Euphrat. (Schluß.) In der Helligen Schrift findet sich zwar keine Andeutung darüber, wo der Prophet Ezechiel gestorben ist, aber nebst der mündlichen Neberlieferung, die wir hierüber besitzen, spricht auch schon -die Wahrscheinlichkeit dafür, daß derselbe in Babel, wo er zuletzt gelebt, auch sein Ende gefunden hat. Gleich im ersten Verse seines Buches sagt der Prophet: „als ich war mitten unter den Vertriebenen am Sttome Keber." Dieser Sttom, der bei den Alten Kabure hieß, heißt heute Zab und mündet unweit von hier in den Euphrat. Am diesen Sttome hatten die reichen Bewohner Babylons ihre Landhäuser und Maierhöfe, da es dort große und schattige Wälder gab, und irgend ein Hügel an diesem Sttome dürste U’zin bn, Erntehügel (Siehe Ezechiel IV 15) geheißen haben. Auch der Name Tschiflik, den noch heute das Dorf trägt, in dem sich das Grab des Propheten befindet, bedeutet: Maierhof. Dieses Dorf liegt ungefähr, drei deutsche Mellen von hier entfernt, und wohnen auch mehrere Juden dort. Die Wallfahrt zu dem Grabe des Propheten beginnt gleich nach dem Pessachfeste und dauert volle sechs Wochen, bis zum Wochenfeste. Ans allen Städten Mesopotamiens r Nord-Syriens und Persiens strömen dann die Juden, Männer und Frauen, Greise und Jünglinge, nach Tschiflik, um dort auf dem Grabe des Propheten zu beten und zugleichauch für irgend einen theuren Heimgegangenen das Seelcngebet, Kadisch, zu sagen. Oft geschieht dies sogar für die eigene zukünftige Seelenruhe. Die Dauer der Wallfahrt ist nicht festgesetzt,

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