Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 11 (8.2.1886)
- Date
- 1886-02-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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ISO gen Beide wegen llÄenrrtung des Beremsgefctzcs auf je 15 Mark Geldstrafe, wogegen Beide Berufung emlegien. Tie Strafkammer m Schneidemühl erkannte jedoch auf Verwerfung desselben. Hiergegegen legten die Angeklagten Revision ein, ausführend, daß der-Gottesdienst im Bechhamidrasch eine feit rmLenklicheu Zeiten in Filehne, sowie m allen jüdischen Gemeinden zu Recht beuchende Institution fei, welche durch eine besondere Allerhöchste Entschließung laut Erlaß des Eultusministers vom 11. Juni 1825 gesetzlich sanctionirt worden. Hiernach könne überall, wo eine Synagogengemeinde besteht, ebenso in der Synagoge wie im Bechhamidrasch Gottesdienst stattiinden. Von einem Verein im Sinne des Gesetzes könne keine Rede sein, Bechhamidrasch-Gesellschaft nennen sich vielmehr die Personen, welche ohne weitere eigene Tendenz chre Gebete im Bechhamidrasch zu verrichten pflegen.; dieser Gottesdienst erscheine lediglich als ein Filialgottesdienst des in der Synagoge stattfindenden Hauptgottcsdienftes. Sollte ein solcher Gottesdienst unter das Vereinsgesetz gestellt werden, so würde der jüdische Gottesdienst überhaupt gehindert oder unmöglich gemacht werden, und deßhalb sei die Entscheidung der Frage von höchster Wichtigkeit für das Judcnthum. Das Kammergericht hob hierauf nach längerer Bcrathung die Vorentscheidung auf nnd verwies die Sache znr Aburtheilung an die Strafkammer zu Bromberg, welche namentlich auch die Lücken in der Feststellung des Vorderrichters betteffs der Zwecke des Bechhamidrasch und der Art der darin abgehaltencn religiösen Versammlungen ergänzen und danach befinden soll. Der gesetzliche Thatbeftand sei durch die Feststellung des Vorderrichters nicht erschöpft, da hierzu erforderlich, daß die Angeklagten Leiter einer Versammlung gewesen, in der öffentliche - Angelegenheiten erörtert werden sollten. Colberg. Dem zwölften Jahresbericht über die Verwaltung des jüdischen Kurhopistals im See-, Sool- und Moorbade Colberg im Jahre 1685 entnehmen wir: Die ordentlichen Einnahmen betrugen 8141 M. 7 Pfg., die Ausgaben 7246 M. 49 Pf. Aus dem Iahresüberschuffe von 8959 M. 30 Pf. wurden 842 M. dem Grundvermögen.zugeführt und 53 M. 30 Pfg. sind Kaffenbeftand. Einen beträchtlichen Theil der ordentlichen Einnahmen bildeten die laufenden Jahresbeiträge. Die Lifte derselben schließt mit 424 Mitgliedern und einer Bcitragshöhe von 358! M.; mithin ist die Anzahl der Mitglieder um 7! Personen und die Höhe der Jahresbeiträge um 682 M. gewachsen. In dankbarer Anerkennung heben wir besonders hervor, daß die LcrsaVWZs-ColleZLu .kr Wischen Gemeinde Ln Berlin den bisherigen Beitrag dersrlöLt von 90 M. auf 300 M. erhöht haben. Die Einnahmen Ln der Badezeit find zu unserem Bedauern gegen das Vorjahr um 319 M. 94 Pfg. zurückgeblieben, oöschon die gleich starke Frequenz nuferes Badeortes einen solchen Rückgang Lu Liner Weife rechtfertigt. Dagegen waren wir in der glücklichen Lage» im Laufe des Jahres in einer der Anstalt zugewendeten, großartigen Lüftung eine außerordentliche Einnahme zu verzeichnen. Aus Anlaß seines fünfjährigen Geschäftsjubiläums fand am 8. Marz d. I. Herr Jacob Israel in Berlin auf Anregung des .Kollegen Herrn R. Oppenheim sich bewogen, drei Kurbetten für Kinder unter dem Namen t „Jacob und Minna Israel Stiftung" in unserer'Anstalt zu stiften und ihr als unantastbares Süstungskapital die Summe von „zehntausend Reichsmark" zu überweisen. Der edle Menschenfreund knüpfte daran den Wunsch, daß seine Stiftung sich allmählich zu einer mit der Anstalt in organischer Verbindung stehenden „Kinderheilstätte" entwickeln und erweitern möchte. Die Anstalt besitzt demnach gegenwärtig, außer den aus eigenen Mitteln hergerichteten, fünf von Privaten gestiftete Betten, und zwar 2 von Herrn N. Oppenheim in Berlin und 3 von Herrn Jacob Israel in Berlin. Das Süftungskapttal des letzteren wurde beftimmungs- und statutengemäß dem Grundvermögen einverleibt. Das Baarkapital des Grundvermögens ist am Schluffe des Jahres auf 21100 M. angewachsen. Das Hospital wurde am 1. Juni eröffnet und am 30. September geschloffen. Die Pflege der weiblichen Patienten war wiederum einer im städtischen Krankenhanse in Berlin ausgebildeten und daselbst geprüften Berufskrantenpflegerin, die der nrännlichen Kranken einem Pflegevater anvertraut. Es haben 180 Personen die Aufnahme in das Hospital nachgesucht; von chnen wurden 98 Personen, darunter 31 Kindern unter 14 Jahren, welche sämmtlich unbemittelt waren, die Wohlthat der Aufnahme zugebilligt. Dieselben haben sich an 3134 Verpflegungstagen in der Anstalt einer Sool-, See- und Moorbadekur unterzogen und ganz unentgeltlich Wohnung, Verpflegung, ärztliche Behandlung, Arzneien und Bäder erhalten. In der Badeanstalt des Hospitals wurden von dessen Pfleglingen 1568 und von 14 der Anstalt nicht ängchörigen armen Personen 225, — im Gan-