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Der Israelit · 1886-02-08 · Heft 11 (8.2.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 11 (8.2.1886)
Date
1886-02-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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strebe«. Mchrrre Loge» vereinigten sich zu einem größere« Bunde, schafft«! eine gemeinsame Berfaffong und uLmuten diese Bereinigung ^Grvßlogc." Durch diese Verfassung hat der Orden B'ne B'rich in idealstem Sinne die Prinöpicn gegenseitiger llnrerftnxnvg und Hüfeleiftung in sich ausgenommen; durch sie hat er sich den wichtigsten Endzweck gesetzt die geistige nnd sittliche Bildung des Menschen zu fördern und alle Menschen durch das Band des Wohlwollens und der Nächstenliebe mit einander Zu verbinden; durch sie hat er sich cmporgcschwungen aus den Banden des reinen Materialismus Zu der lichten Höhe idealen Strcbens. In Amerika verbreitete sich der Orden Anfangs langsam, bald aber von Jahr Zu Jahr schneller und hielt siegreichen Einzug in vieler Städte Häuser und vieler Menschen Heiden. Jetzt reihte sich im Norden.und Süden, im Osten und Westen der un-, endlich,zweiten Ländermaste Loge an Loge, jetzt schaaren sich dort viele Tausende um seine humanen Banner, jetzt wohnen dort Anne und Reiche, Vornchmcund Geringe gemeinsam unter seinem schützenden Dache. Durch L'nc B'rith ist dort manche Thräne getrocknet, viel Elend gemildert und endloses Unglück beseitigt worden. Für die segensreiche Thärigkeit des Ordens B'ne-B'rith ans materiellem Gebiete Zeugen in Amerika die Kranken-, Waisen-, Altcrversorgungs - Anstalten und die großartige Bibliothek der Vereinigung. Ueber die Tendenz des Ordens wird uns ferner berichtet: Der unabhängige Orden B'nc B'rith hat es sich Zur Mission gemacht, Israeliten zu vereinigen in dem Werke der höchsten Interestcn der Menschheit, den geistigen und nroralischen Charakter unseres Stammes zu entwickeln und zu heben, die reinsten Principicn der Menschenliebe, der^Ehre und des Patriotismus ihnen cinzuprägcn, Wissenschaft und Kunst zu unterstützen, die Roth der Annen und Dürftigen zu lindern, die Kranken zu besuchen und zu Pflegen, Wittwcn und Waisen zu beschützen und denselben auf den umfassendsten Grundsätzen' der Menschlichkeit beizustehen. Der Orden B'ne L'rith ist keine geheime Gesellschaft, und har sich die doppelte Aufgabe gestellt, seinen Mitgliedern und den Angehörigen derselben in den Zeiten der Noth und des Elendes materiell bciznstchcn und zur sittlichen Durchbildung derselben und immer weiterer Kreise, ja, zur geistigen Veredlung der ganzen Menschheit anzuregen und anzuspornen. Ter Orden B'ne B'rith ist eine schöne Pflanzstätte wahrer Menschenliebe und eine berechtigte Institution echter Humanität. Die erste Loge auf deutschem Bodeu wurde am 2t». März 1882 in Berlin io feierlicher Weise inftallirt; sie erhielt den Aameu Deutsche Reichsloge und ist als die Muttrrloge des Ordens io Deutschland zu betrachten. Zu ihren Mitgliedern gehören zahlreiche bedenkende Männer. „DaS ist die Vereinigung B'ne Drith" so schließt der sehr beachtenswerthe Bericht, „üi seinen Heimstätten findet das von Schicksalsschlägen verwundete Herz lindernden Balsam des Trostes und wird mit warmen Heizen und offenen Händen für das Wohlergehen der Wittwcn und für die Erziehung der Waisen Sorge getragen; in seinen Tempeln wird des Menschen Sinnen und Trachten geläutert, das Menschengeschlecht zu veredeln gesucht und manches Samenkorn edler Gesittung ausgestreut, damit cs aufgche und hundertfältige Frucht bringe. Seine Thore stehen offen für alle guten Israeliten jeden Standes und jeder religiösen Richtung." (Nachbemerkung der Nedaction: Wir können uns nicht enthalten, einer Befürchtung Ausdruck zu geben, welche die drei letzten Worte des obigen Berichtes in uns wachrufen. „Eine Vereinigung und Verbrüderung aller guten Israeliten jeden Standes," wie schön nnd herrlich wäre das; aber jeder religiösen Richtung? Dann liegt, fürchten wir, eine große Gefahr für das gcsetzestreuc Indenthum, ein Ansgcden des Standpunkte«, der uns höher stehen muß als das Ueben von Wohltharcn allein. So unendlich auch r&m v'M geschätzt werden muß, so dürfen doch auch niwzn m>n nicht gleichgültig behandelt und als nebensächlich der Willkür der einzelnen „Brüder^ nberlapen werden. Das Wesen -der-Logen der B'ne Berit!) ist uns nicht genugsam bekannt, so daß wir uns ein maßgebendes Urtheil zu fällen nicht erlauben dürfen. Es scheint jedoch hier eine Nivcllrrmig platzgreifen zu sollen, die vielleicht eine große Gefahr in sich birgt. Es wäre uns lieb, wenn gnttmtcrrichlete, gesetzcstrcue GlaubenSgeuoffen sich hierüber in diesen Blättern aussprechen wollten). Filehnc. Die Kanflcute Herzberg und Levysohn in Filehnc waren der Uebcrttetung des VercinsgcsetzcS angeklagt worden, weil sie in den Monaten April nnd März 1885 in dem Forschungshause Bethhamidrasch zu Filehnc als Vorbeter resp. Leiter in öffentlichen gottesdienstlichen Versammlungen, von denen der Polizei nicht vorherige Anzeige erstattet war, fungirt nnd ferner als Vorsteher des Verein« Bethhamidrasch die Statuten deffelden nnd das Mitglicdervcrzcichniß nicht eingereicht hatten. Das Schöffengericht zu Filehnc erkannte hierauf ge-

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