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Der Israelit · 1886-02-01 · Heft 9 (1.2.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 9 (1.2.1886)
Date
1886-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ein uns zu Hab«, her die Ärmchen erregendes Handlung« der bulgarisches Juden Wahrend der denkwürdigen (Srrigniflf, die im Winter 1SS5 unerwartet auf der Balkan-Halbinsel heranbrachen, verewigen könnte. Dennoch will ich cs versuch«. Ihnen die hervorragendsten und ollgemeiu in meinem Laude bekannten Züge mitzutheilen, welche den Israeliten zur Ehre gereichen, mit der ergebenen Bitte, meinen Kries in Ihr verbreitetes Blatt aufnehmcn zu wollen. Ich sagte Ihnen in meinem letzten Schreiben, - daß die Israeliten von Sofia dem Schatze 12000 Frcs. übergeben haben. Seitdem dauerten die jüdischen Unterzeichnungen im ganzen Lande fort und haben die Zahl von ZOO.OOOFrcs. erreicht, welche ebenfalls dem Schatze zugcflopen find. Die Gaben in Waarcn waren gleichfalls beträchtlich. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß sie in ihrem Werthe die Summe des baarcn Geldes noch überttafen. Ich sagte ihnen auch, daß die Juden eine Legion Freiwilliger von 300 jungen Leuten gebildet hätten. Seitdem hat diese Zahl fich auf 504 tapfere Männer vermehrt, welche fich willig anwerben ließen, nm auf ihre eigenen Sofien den Feind zu bekämpfen, ohne etwas von der Regierung in Anspruch zu nehmen. Der Tag, an welchem wir 504 Juden, freiwillige Soldaten, von Sofia nach Philippopel den Serben entgcgenzogen, bot ein schmerzliches und zugleich großartiges Schauspiel dar. Die Eltern, die fich von ihren Söhnen trennten, die Frauen, welche -ihre Männer verließen, die Kinder, welche, ohne zu verstehen, was vorging, ihre Mütter wcinen_ und ihre Vater fich entfernen sahen, das war eine Scene, wie man in Sofia nie eine solche gesehen! Als das Zeichen des Abmarsches gegeben worden war, ftimultc die Legion im Chor das ycp und unmittelbar darauf die bulgarische Nationalhymne an. Tausende von Zuschauern, Christen und Juden, haben mit Thronen in den Angen durch stürmisches Hurrahrufen den guten jüdischen Brüdern (so nennt man uns jetzt) eine gute Reise und vollkommenen Erfolg gewünscht. Einige Tage später lagerten wir unter Zelten vor den Thoren der Stadt Philippopel. Keiner von uns war krank. Es ist wahr, daß man uns sehr gut behandelt hat und daß unsere Oberbefehlshaber eher Kameraden als Vorgesetzte waren. Am dritten Tage nach unserer Ankunft' inspicirtc uns Sc. Hoheit der Fürst. Er war voller Liebenswürdigkeit gegen uns und hat darauf bestanden, daß wir ihm unsere Wünsche ausdrückcn sollten. Darauf traten Zwei tapfere Männer ans den Reihen und baten iv vorrmttichern Deutsch um eine Privatavdrrnz, welche gürigst auf den ander« Mittag im Komck (Schloss) festgesetzt wurde. Nachdem fie mrs alle nm Rath befragt hatten, fanden sich unsere zwei Kameraden zur bestimmten Stunde bei Sr. Hoheit dem Fürsten Alerander ein, welcher fie mit außerordentlichem Wohlwollen empfing. Folgendes fit ungefähr der Worttaut ihrer Nmerhaltnug: Der Fürst: Wo haben Sie so gut deutsch gelenkt? Die Freiwilligen: Wir haben unsere Studien in Wien und in Leipzig gemacht. Der Fürst: Sind unter den Freiwilligen noch andere Männer, welche cs ebenso wie Sie gemacht haben? Die Frciw.: Es find detcn mehr als 50 hier. Der Fürst: Und die andern, können fie bulgarisch? Die Freiw. : Alle Juden io unserem Atter können vollkommen die Landessprache, sowie auch türkisch und französisch. > Der Fürst: Alle? das ist vielleicht zu viel gesagt, die wohlhabenden Israeliten, das ist möglich und das will ich auch glauben. Die Frciw.: Verzeihen Sic, gnädiger Herr, wenn wir das Wort Alle aufrecht erhalten. Seit mehr als 20 Jahren hat die Alliance isr. nn. in Paris in allen Städten der Türkei vorttcffliche Schulen gegründet, wo alle Kinder beider Geschlechter bulgarisch, türkisch und französisch lernen. Außerdem hat sic Handwcrksschulen errichtet, welche dem Lande und unseren armen Glaubensgenossen Viel. Gutes erweisen. _.Der. Fürst : Sic dürfen dcßhalb der Alt isr. sehr dankbar sein. Die Freiw.: . In der That, alle Jud« des.. Orients verehren diese wohlthätrge Stiftung der" Dienste wegen, die sie uns leistet. Dc^ Fürst: Sagt mir, meine lieben Freunde, ohne Zwang, was ich für Eure Kameraden, die freiwilligen Juden, thun kann. Die Frciw.: Weil Ew. Hoheit daran festhält, unsere Wünsche zu erfülle«, so werden wir sie Ihnen aussprechen, allein vor Allem wollen wir Ihnen folgende Erklärung geben: Die 504 Juden, die Sie gestern.gesehen haben, sind bereit, sich freiwillig auf dem Altäre des Vaterlandes für sein Glück und für den Ruhm Ew. Hoheit, unseres vielgeliebten regierenden Fürsten, zu opfern, und wir sind Alle entschlossen, auf's Acnßcrsie zu kämpfen, nm zu siegen. Wir sind weit davon entfernt, die geringste Belohnung dafür zu verlangen, daß wir unsere Pflicht gethan haben. Wir wünschen .nur, daß man uns gute

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