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Der Israelit · 1886-02-01 · Heft 9 (1.2.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 9 (1.2.1886)
Date
1886-02-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sentenzen gewürzte Vortrag fand ungetheillm und lebhaften Beifall. Frankfurt a.M. Die Suppevanfialtfür israelitische Arme verabreichte im verflogenen Jahre 9938 Portionen an Kinder, 5083 Portionen an hiesige Erwachsene, 2714 Portionen an Zugereiste, 371 Portionen gegen Vergütung von 20 Pfg. an verschämte Arme, an Kranke und Wöchnerinnen in ihren Wohnungen, 2219 Portionen im Wintersemester und 2923 Portionen im Sommersemcstcr. Auch in diesem Jahre bewirthcte eine Anzahl Freunde der Anstalt an einem Ehanuka-Abende eine fröhliche Kindcrschaar, die als tägliche Gäste das Zeugnis; des Anstandes wohl verdienten und bereitete ihnen dadurch und durch Verthellen liebevoller Gaben eine das Gemüth der Kleinen anregende Freude. An Beiträgen und Geschenken ging die Summe von 12073 Mark ein. — Der Verein zur Des chränkung des Wanderbettels hat seinen Rainen in „Israelitischer Hilfsverein" umgeäudert. Der erste Paragraph der kürzlich erschienenen, neurcvidirtcn Statuten dieses Vereins lautet: Zweck des Vereins ist, aus eine Verminderung des entsittlichenden Wander- und Hansbettels unter den israelitischen Glaubensgenossen hinzuwir; kcn. Dieser Zweck soll erreicht werden, indem 1. die zersplitterten Kräfte zu vereinigen sind und an die Stelle der bisher üblichen Privatunterstützungen eine zielbewusste planmässigc Thätigkeit treten soll, 2. Die Verhältnisse der Petenten genau geprüft und Unterstützungen nach Würdigkeit bewilligt werden, 3.' auswärtigen Armen, soweit als möglich, die Mittel gewährt werden sollen, ihre Heimat, bezw. ihr Reiseziel zu erreichen, wobei für zweckentsprechende Verwendung dieser Mittel Sorge getragen werden wird, 4. in geeigneten Fällen sittlich hebende Arbeit vermittelt wird. Mit dem Verein soll ferner eine Auskunstsstelle verbunden sein, bei welcher über Unterstützungs-Bedürftige Erkundigungen cingczogen werden können. Zur Förderung dieser Zwecke erstrebt der Verein eine Annäherung an die hier bestehenden mildthätigen Stiftungen und Vereine, nur ein ersprießliches Zusammenwirken zu ermöglichen. — Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur feierte verflossenen Sonntag Abend fein Stiftungsfest. Bei dem im Römischen Kaiser stattgehabten Festessen wechselten ernste und launige Toaste. Auf eine au den Vers -fcm ex DVr.T auknüpsende Ansprache des Vorsitzenden wurde eine Sammlung für das israelitische Waisenhaus in Jerusalem veranstaltet, und, entsprechend dem schönen Worte unserer Weisen, dass rra» rhu na» ergab dieselbe ein überaus erfreuliches Resultat, indem 140 Mark gespendet wurden und 6 na« Mitglieder in dm Verein für Erzichuvg israelitischer Waisenkinder in Jerusalem emLraien. — Leipzig, 28. Januar. Nächster Tage erscheint im Verlage von Jnlrus Klrukhart in Leipzig einer »Zur Judeufrage" betitelte Schrift des als österreichischen Rtichsrathsabgeorduetm und Hofvnd Gerichtsadvokatcn in Wien in der politischen wie in der juristischen Welt gleich rühmlich bekanntm Dr. Joses Kopp. Der Verfasser legt in dieser Schrift die ankerst bcmerkenswerthen Forschungen ans dem Gebiete der talmudisch-rabbinischen Literatur dar, welche er als Rechtsbeistand des Rabbiners Dr. Bloch in Betreff ddr von dem katholischen Theologen Professor Rohling wider die Juden erhobenen Beschuldigungen zu unternehmen veranlasst war— Forschungen, deren Ergebriipe jdas Jnterelie der weitesten Kreise des Publikums in hohem Grade fesseln werde». Bulgarien. ' Sofia , 6. Jan. Der bulgarische Correspondent der „Köln. Ztg." war falsch unterrichtet, als er die Existenz eines jüdisch-bulgarischen Bataillons als eine Mythe bezeichnte. Die Nachricht nuferes bulgarischen Eorrcspondenten ist authentisch, sie wird durch den Correspondenten der in Paris erscheinendcn „Archives israelites“, welcher selbst den Feldzug mitgemachthat, bestätigt. Dessen an genanntes Blatt gerichtetes Schreiben lautet folgendermaßen: Wenn ich gezögert habe . Ihnen zu schreiben, so liegt die Ursache dann, dass auch ich, hingerissen von der Vaterlandsliebe, welche die Juden von Bulgarien entflammt hat, den Feldzug gegm Serbien mitgemacht habe. Jetzt aber bin ich wieder in meine Hekmath zurnckgekehrt, um linken Arme leicht von einem Säbelhiebe verwundet, welcher nur eine Narbe zurückläßt, die ich mein ganzes Leben lang zur Er-' innerung au diesen ruhmvollen Krieg neben dem Ehrenzeichen der Tapferkeit behalten werde, womit der erhabene Fürst Alexander meine Brust aus dem Felde der Ehre geschmückt hat. Um im Einzelnen Alles zu beschreiben, was die Juden, meine Gefährten, an Geld und Bütt während einer Spanne Zeit von. nur 4 Monatm geopfert haben, ihr kriegerisches Genie und ihren Muth. von dein sie in allen Schlachten sichtbare, ihren wahren Werth bezeichnende und von Allen anerkannte Beweise gegeben haben, bedürfte es der Feder eines grossen Schriftstellers. Er könnte ein ganzes Buch darüber schreiben, welches eine Verherrlichung der israelitischen Tugenden wäre. Wir bedauerten, keinen befähigten Kriegscorrcspon deuten

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