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Der Israelit · 1886-02-01 · Heft 9 (1.2.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 9 (1.2.1886)
Date
1886-02-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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142 per£ rasp: tmar * '**yng ripsa *2 20» "2*ecsr m n "LS TSrr "2 pS mss« m 7VL- "LTP N2 "2LLZ T3NfrS *2 TCTQ 2T32 12 prCTSTS mm .p«LS 2*CT "ff P NET22 1221 V^2 pQLS TOI „Rabbi Elasar sagte: Als die Jsraelite» zuerst sprachm: wir wollen tbun, und dann: wir wollen hören, da erscholl eine Stimme vom Himmel und rief: Wer hat offenbart meinen Kindern dieses Geheimniß, dessen die Engel sich bedienen? wie es heißt: (Psalm 103, D. 20): Preiset den Ewigen, ihr Seine Engel, Helden an Kraft, die vollziehen Sein Won, zu hören auf die Stimme Seines Wortes — zuerst thun und nachher hören." - Da der Talmud die Worte der Israeliten mit dem, was in dem citirtcn Psalmcnvene von den Engeln ausgesagt wird, gleichstcllt, so scheint die obenerwähnte Erklärung nicht zutreffend zu sein, da rnan von den Engeln doch nicht sagen kann, daß sie ihr Bcrftändniß der That unterorduen wollen, daß sie erst thun, und daun verstehen lernen, Die Engel besitzen nicht die Freiheit des Willens-sie müssen die Aufträge des Allmächtigen vollziehen; anders die Menschen, deren Wille darüber entscheidet, ob sie Gott gehorchen werden oder nicht. Der berühmte Rabbi Lob den Bezalel, im -Bolksmunde der hohe Rabbi Löb genannt, erklärt die in Rede stehenden Worte der Israeliten der citirten Talmndstclle entsprechend. Jeder That, sagt er, geht ein Entschluß voran. Wenn ich mich nun entschließe, alles das, was Jcniand, der weiser, besser und vollkommener ist als ich, mir befiehlt, zu thun, so gebt gleichsam die That, das heißt der Entschluß zur That dem Hören des Befehls vorher. Ich bin ja im Voraus entschlossen, alles zu tbun, was mir besohlen wird: demnach ist das Hören des Befehls schon vorher in meiner Entschließung zur That geworden. Bei den Engeln ist das selbstverständlich; sie sind nur dazu da, die Befehle, die ihnen Gott ertheilcn wird,- zu vollziehen. „Die Helden der Kraft, deren Daseinszweck darin besteht. Gottes Wort zu vollziehen, sobald sie cs hören, das Thun gehr dem Hören insofern vorher, daß es schon, bevor der Befehl crtheilt ist worden, Gewißheit ist. — Zn dieser Höhe erhoben sich die Israeliten am Fuße des Berges Sinai. Der Entschluß, Alles, was Gott befiehlt, zu thun war ein so fester, das; die Ausführung der göttlichen Befehle unzweifelhaft sein sollte, so daß, iiu Geiste, die That schon vollbracht war, che der Befehl dazu gegeben wurde. . Diese wundervolle Erklärung schließt die von uns zuerst gegebene in sich ein. Wer entschlossen ist, Alles zu thnn, lvaS Gott befiehlt, der hat auch fers Berstandnrß dem Gehorsam gegen Gott untergeordnet, und macht die Ausführung der göttliche» Befehle nicht von dem eigenen Urthcile abhängig. Diese Erklärung iss wcilergchend als die erste und hat de» Vorzug, daß ne mit der erwähuteu Talmudftelle vollkommen übcrcmftimmt, daß wir ferner das pssa dem einfachen, am meisten gebräuchliche» Wortsinne gemäß: „und wir wolle» Hörens übersetze» könne». Aus dem Gesagten entnehmen wir, daß zur Ausführung eines jeden Gottesgebotes ein Doppeltes gehört: Ter Gedanke oder vielmehr der Entschluß (m) und die That (nzpss). Dle Vollziehung eines jeden Gottesgebotes hat erst dann ihre« volle» Werth, wen diese beiden miteinander vereint find. Nichtsdestoweniger ist auch jedes einzelne für sich, der Gedanke (oder Entschluß) ohne die That, und ebenso die That ohne den Gedanken von Bedeutung. Im nächsten Kapitel wollen wir, s. G. w., darlegen, was es für ein Bewandtniß damit hat. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachricht«:» und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 29. Januar. Wir haben vor wenigen Wochen den geschätzten Lesern des „Israelit" mitgetheilt, daß der Leiter der Breslauer Schule, Zacharias Frankel, gegen die Errichtung eines Denkmals in einem Gutachten seine Stimme erhoben, und daß ein Schüler Frankels die Vermessenheit besaß, nicht, nur die Ansicht seines im Grabe ruhenden Lehrers durch Wort und That zu dcsavomrcn, sondern auch alle Gegner eines Denkmals in seinem allerdings unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheinenden Blatte mit den allergewöhnlichsten Schmähungen zu überschütten. Der Herr hat nun zur Ncchlscrtignng seines Vorgehens einen Beweis anzutrctcu gesucht, der indeß so kläglich ausgefallen ist, daß nunmehr das Unheil über diesen Herrn selbst in weiten Kreisen feiner religiösen Gesinnungsgenossen endgiltig besiegelt sein dürfte. Der verehrte Herr citirt das Gutachten Frankels stückweise und umhüllt die einzelnen Theile desselben mit einer Hochflurh von Schmähungen gegen das gcsetzcstreue Judenthum im Allgemeinen und gegen den „Israelit" im Besonderen. Wir könne» mit dein Herrn keinen Wettlaus im Schimpfen antreten, denn wir wissen, der Herr wird hierbei den Preis erringen. Wir wollen ihm nicht auf seine Schmähungen antworten, denn dazu steht uns die Würde im-

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