Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1886)
- Date
- 1886-01-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Cfchtveiler, 16. Januar. mtw nrc rer beging Herr Lehrer Wolff in unserer Rachbarstadt Dürrn das Fest seiner 25jährigen Lehrthätigkeit. Wer es weiß, welche Kämpfe die conservative Partei mit den.Reformern zu bestehen hatte, die den schlichten, orthodoxen Beamten durch einen modernen Rcfonnapostel ersetzen wollten, muß cs um so freudiger begnißen, daß die Gcsammt-Gemcindc in Anerkennung den hohen Verdienste um die Ausbildung und Erziehung der Jugend nach beendigtem Gottesdienste im festlich geschmückten Schulsaale dem Jubilar ihre Glückwünsche darbrachie. Der Vorsteher Herr Bendix hielt eine treffliche Ansprache, die in ebenso kernigen, warn« empfundenen Worten, erwidert wurde und auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck machte. Von allen Seiten liefen Gratulationen cm und haben die fnihercn Schüler cs sich nicht nehmen lasten, ein künstlerisch ausgesührtcs Gcdcnkblatt und eine ansehnliche Ehrengabe zu widmen. rer 'ttsra fuhr der Direktor der Blindenanstalt, an welcher Herr Wolst den jüdischen Zöglingen Religionsunterricht ertheilt, mit 20 Schülern in's Fcstlokal, woselbst mehrere Stunden zu Ehren des Jubilars concertitt wurde. In seiner Beglückwünschung hob der Herr Director besonders hervor, daß cs ihm zur freudigen Genugthuung gereiche, öffenüich zu bekunden, welches schöne Einvernehmen zwischen den verschiedenen Eonfessioncn in Düren bestehe. Möge cs dem Jubilar beschieden sein, das zweite Viertcljahrhnndert, das zwar durch eine Hährige Thätigkeit in der Gemeinde Wcisweilcr schon überschritten ist, in ungetrübter Körper- und Gcistcsfrische zu vollenden. Ein früherer Schüler. Aus Weftphalen. Der Vorstand der Synagogcn-Gemeindc Gclscnkirchen versendet wiederum einen Aufruf au auswärtige israelitische Gemeinde, in welcheni um Beiträge für den Synagogenbau daselbst gebeten wird. iwse Torft ns halte ich es auch dieses Mal für meine Pflicht darauf aufmerksam zu machen, daß es sich hier um Beiträge für eine Org el fyn agoge handelt. Wie es scheint, ist dieser Aufruf dieses Mal nur an weit entfernten Gemeinden gesandt worden, wo Gclsenlirchcn vielleicht kannr dem Namen nach bclanur sein dürfte und wo beschall, anzunehmen, daß auch religiöse Glaubensgenossen, in der Meinung eine n«v zu ihm,, sich mit Beiträgen bethciiigen würden. Es wäre deßhalb sehr wünsdieilswerth, wenn dir anderen jüdischen Blätter religiöser Md,, ittng biird) baldigen Abdruck dieser Zellen, diesen die möglichst weiteste Berbrcilnng geben, um so die Ausbeutung der Mildthätigkett religiöser Glaubcnsgcnonen zu einem solchen rcligionsgesctzwidrigeu Zwecke so viel als möglich zu verhindern. Run noch einige Thatsachen. Im Aufrufe heißt cs wörtlich: „Wir wollen keinen Luxusbau aufführcn, wir wollen nicht den glänzenden Schein, sondern nur ein würdiges Bethaus, an dem sich bewahrheite bzh nwnsen.ira wa Tie Synagoge ist längst fertig, im August v. I. durch Rabbiner Dr. Frank von Köln ciugcweiht, und belaufen sich deren Baukosten wohl über 60,000 M. Es fehlt darin nur noch die projektirte neue Orgel. Vorläufig benutzt man noch die zur Einweihung schleunigst lcihweis beschaffte Orgel. Neustadt a. d. Saale. Gestern hat man in Steinach a. d. S. einen Ehrenmann zu Grabe getragen. Herr Lehrer Salomon Bei» ist vergangenen Freitag einem längeren schmerzlichen Leiden in seinem 69. Lebensjahre erlegen. Die zahlreiche Bethcilkguug, ohne Unterschied der Eoufcssiou, amLeichcnbcgäugnisse legte beredtes Zengniß ab, welcher Liebe und Hochachtung sich der Verewigte allseits zu erfreuen hatte. Zahlreiche christliche und israe-. litischc Amtsgcnoffen waren herbcigecilt, ihm die letzte^ Ehre zu erzeigen. Vor dem Traucrhauscehrten die christlichen Eollcgen den Verblichenen durch einen erhebenden Grabgesang. In Begleitung der Leiche, die in einem schönen, eleganten Leichenwagen zum Friedhof überführt wurde, befanden sich Herr Distriktsrabbiner Bambcrgcr '"y'j aus Bad Kissingen, der Ortsgeistliche, die Gemeindeverwaltung, die Feuerwehr, der Krieger- und Kampsgenoffenverein und viele Leidtragende aus Ort und Umgebung. Am Grabe sprach der Herr-Rabbiner in einer längeren Rede, in welcher er namentlich die drei Hauptiugeuden des Verewigten — Gerechtigkeit, Liebe und Bescheidenheit — hcrvorhob, Worte des Trostes und der Anerkennung. In dem Dahingeschicdenc» verliert seine Gemeinde einen pflichttreuen, gewissenhaften Beamten, seine Familie aber einen liebenden und Irenen Familienvater. Möge das Gute, bas er in seiner Gemeinde gewirkt, blühen und gedeihen zur Ehre feines Na- ,ncns und des Jndenthums. iV's'W'n. 8. Feuilleton. per Wells von Kksrenz. In den letzten ragen des Jahres in*,*, hat der Gemeinde,all, von Florenz in demselben Pallazw della Signoria, von welchem bänsig genug Decrete voll arger BedräckungsAilordunugeu luibci* ■ ■■ .f