Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1886)
- Date
- 1886-01-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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8S FrDtz-ZssexöÄÄ»es drcsrirL. Seme Beerdigung, zu xkläscr sich die Sm§en der Hiesigen, jüdischen Gemeinden einfanLcn. fand auf dem porrngiesischra Friedbofc starr r wegen der großm Entfernung konnte Liner feiner VeWaudtru^iWs Mogador derselben deiwohnen. Sch w e L e tl ' Etockhsl«. . Der »BeamtenzeiLung" wird . non Hier aeichrieLen: Der hiesige Oberkanwr Rosende rgcr in nLLr nur als hervorragender Musiker, sondern auch d5 Lehrer der deutschen Sprache in den Löchüen Kreisen nnsercr Stadt beliebt. Unrer seinen Säcklern befinden sich Lniciere nnd viele EdelleM. Einer derselben, Gras Löwen, Generalnsbeornckr, gab vor Kurzem cm großes Festmahl für seine Kameraden, zu welchem auch Lberkanror Rosenberger eingeladeu w:irde. Tiefer ba: um Emschnldignng, daß er cmreligiösen Gründen am Festmahl nicht Tbcll nehmen könne. Zugleich erklärte er dem Grafen die Mischen Sveisegesepe. Ter Graf ersuchte den Kanrsr dringend, fein Gast Pi rem. Herr R. kam, und vor dem Enen überreichte ihm der Graf ein Biller, auf welchem Folgendes zu lesen war: „Daß Herr Graf Löwen heute 7 Pfund -Lv-Aeisch gekauft, bcstärigr T. L. Maier z*?r.M Eine eigens aufgeuommrue, jüdische Köchin bcreirete das Fleisch nach rirucller Vorfchrifr. Afrika. Tanger. - Traurige und trübe Tage sind wieder für die Juden Marokkos angebrochen, und düfiern Blickes schauen sie in die Zukunft. Wie Sie den europäischen Tagesblätiern gewiß schon entnommen haben werden, batunser hoher Gebieter, Söerif Sulrcu Sidi Mulen Hasiau, den I »63 an Sir Moses Monresiore r-7 ’rsrz errheUren Ferman, welcher eiuroe ffrleichternugen und Vorrechte für die doch leider nur allzuoft fchwergegrüften Juden seine- Reiches enthielt, jetzt plötzlich, nachdem er gehört rp.v rx r,'?7 nrrr, daß Moses nun in die lichten Räume der Ewigkeit hinaufgcstiegrn ist, als nicht mehr bindend für sich und sein Reich erklärt und denselben so der Vernichtung und der Beigen erchrit enbcimgegeben. nc? Mein Gsrr, mein Gott, warum haß du mich verlasien! rmen jetzt wieder die Juden Marokkos wehklagend, Lenen unter allen Juden des Erdballs Las traurigsie Loos besLieden iß. Und diese? Loos tra» atn sie um desto schwerer, wenn sie dabei um sich blicken und fcf(?T?, wie glücklich und zitt't'ifdcn ihre GlaubknsKrüder in den benachbarten afrikanischen Staaken, Algerien, Tunk?, Tripolis und Egypten mit ihrer politischen und socialen Stellung daselbst sind, während für sie allein das Morgenroth der Freiheit und Gleichstellung noch immer nicht heranbrechen will, p* N2n dx rsn: Gibt cs denn keinen Balsam in Gilead für unsere Schmerzen, ist denn kein Arzt für unsere Leiden vorhanden? So ertönt es jetzt in allen Iudcnvierteln und Synagogen Marokko-, und mögen diese Klagetöne baldigst einen Wiederhall finden in den Herren unsrer abendländischen Glaubensbrüder, damit sie sich aufraffeu und uns Hilfe bringen sollen. Wie indcß aus der Umgebung des üicr in unsrer Stadt residirenden marokkauischrn Ministers des Aeußerri (die marokkanischen Minister des Auswärtigen rcsidiren schon scir Jahren statt in der Hauptstadt Fez hier in der Hafenstadt Tanger, um so leichter mit. den hier lebenden Vertretern der europäischen Mächte , die noch immer nicht ihren Amtssitz nach der genannten fanatischen Hauptstadt übertragen wollen, nnterhandcln und verkehren zu können), Mohamed Vargasch, verlautet, soll die ursprüngliche Idee zur Aufhebnnng und Nichtigerklärung des genannten Fermans nicht vom Sultan selbst und auch nicht von seinen Ministern, sondern von zwei Marhabnts (mohamedanischen Heiligen) in Fez, die sich der besonder«Huld ihres kaiserlichen Herrn erfteuen, ausgcgang'en sein und können diese sich somit rühmen, daß ein paar Worte ans ihrem Munde genügt haben, um über die Juden Marokko» neuerdings Elend, Schande und Schmach zu bringen. Dieselben sollen nämlich den Sultan darauf aufmerksam gemacht haben, daß es.für ihn, den Eickel des Propheten Mohamed, des Stifters des Islam (die jetzt in Marokko herrschende Dynastie stammt von Farimeh, der Tochter des Propheten, die mit dessen Feldherrn Ali vermählt war, ab, und ist der jetzige Sultan das neummddrcißigste Glied in dieser Ab-- Üamniungskettc), nicht gezieme, den Lehren und Worten seines großen Ahnherrn entgegenzuhandeln und den von demselben gehaßten und geächteten Juden Freiheiten und Rechte einzuräumen. Zwar haben auch die Beherrscher des türkischen Reiches,. ferner die von Egypten und Tunesien, die doch auch Mo-lirns sind, den Juden ihrer Länder Rechte und Freiheiten cingeräumt und sie so den Gläubigen gleichgestellt. Tiesc Beherrscher seien aber keines» falls Enkel des Propheten, und auch haben sie sich nur erst dann dazu herbcigelasien, die Inden zu emancipiien, nachdem die christlichen Staaten En« ropa's sie dazu gezwungen haben. Schließlich sei es eine Schmach für den Kaiser von Marokko, sich an ein Stück Pcrgamrnt gebunden zu Hallen, das ihm ein fremoee Jude in einer schwachen Stunde entlockt hat. Tiefe Ansichten der beiden Mnrhnbnls »