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Der Israelit · 1886-01-21 · Heft 6 (21.1.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 6 (21.1.1886)
Date
1886-01-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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weichen:* pw rh?ö nrw «und die Rauchwolken des Haffes und der Anfeindung, werden sich zerstreuen und gänzlich schwinden.* Nach Schluß des zweiten, kürzeren Theiles der Rede erfreute Dr. Grün die rmn nsh mit einem Halacha-Vortrage, worin er in geistreicher Weise den cn in 2*s nsbi pon 'n r« 'n rechtfertigte. Gegen 4 Uhr verließen die zahlreichen Zuhörer, welche den großen Saal füllten, denselben in gehobener Stimmung, um sich in die Synagoge zu begeben. Daselbst war schon ein zahlreiches Publikum versammelt, so daß für die Neuhinzukommenden nur mit Mühe Platz geschafft werden konnte. Zuerst wurde das mit dem p*r verbundene Mincha-Gebet verrichtet; dann bestieg der allgemein verehrte Dr. Guggenheim die Kanzel. Nach einem kurzen, ebenfalls in hebräischer Sprache vorgetragenen rmn, in welchem der Redner auch des un3npi w"i, Herrn M. Hirsch '3 rühmend erwähnte, begann er seine Lief durchdachte, in allen ihren Theilen höchst interereffante mm. Der Schreiber dieser Zeilen müßte die Grenze seines Berichtes weit überschreiten, wollte er diese an Gedanken uuo tiefsinnigen Sentenzen so reichen Rede nur in kurzen Umriffen skizziren. Nur so viel sei ihm gestattet zu bemerken, daß das Kopf an Kopf gedrängte Publikum durch l1/* Stunden mit athemloser Spannung den Ausführungen des Meisters der Redekunst, des ttefen, in allen Räumen des Talmud und des Midrasch heimischen Denkers und des auf dem Boden des echten, unverfälschten Judenthums stehenden weisen Lehrers in Israel lauschte, welcher, beginnend mit den Worten der Wochen-w^s :’:p; hob rura topn d.t3k -ictn btrar, wozu der ems bemerkt: c\jp& 7133 pbn -crr, hervorhob, daß auch die Prager p"n die echten und rechten cr;pi zu ehren verstehe; den Beweis hiefür lieferte sie durch die Ernennung des Moses Montefiore zu ihrem Ehrenmitgliedc. Wahrhaft ergreifend war die Schilderung von dem Leben und Wirken dieses großen Menschenfreundes, der mit Fürsten und Könige Umgang pflegend, dennoch nicht nm eines Haares Breite von dem Wege abwich, den die Gotteslehre ihm vorzeichnetc^ Bon mächtigem Eindrücke war auch die Talmndstclle in Nap N33 und njj'sd was: lautend: nt vb' n"j n rnn roD** rnn ns cnb njruni *131 nT.rp *.! ns np n"n3 geknüpfte Ausführung des Gedankens, daß die hier genannten Tugenden nicht blos Sache des Gefühls sein dürfen, da dieses gar oft wandelbar itnd unbeständig sei, sondern die Ausübung derselben müsse wurzeln ln dem LKstrcden, den Voischrlslrn des göttlichen Gesetzgebers gerecht zu werden, dann werden sie anch kräftig» dmimld und anhaltend sein. Auch Herr Dr. Gnggenheim schloß mit einem scharfsinnigcnHalacha-Bortrage rerxv. — So endet der schöne Tag, der alle», welche hier noch Berständniß für Religio» und Judenthum haben, Erhebung und Belehrung brachte» und Ihr Berichterstatter ist überzeugt, die Gefühle aller Zuhörer auszudrücken, dm beidenverehrten Rednern aus vollem und dankbarem Herzen zurnft; 033171 ü3td iar 'n. ........b. Frankrcich. Paris. Sonntag, den 10. Januar, starb im Alter von 73 Jahrm Frau Ulmann, Wittwe des verstorbenen Oberrabbmers von Frankreich. Madame Ulmannwelche eine im wahren Sinne des Wortes wohlthätigc Frau gewefen, war die würdige Gattin des verehrten, höchsten Geitzlichm der französischen Synagoge. Das größte Lob, das der Verstorbenen ertheilt werden kann, war, daß sie durch eine bewunderungswürdige Sorgfalt und Liebenswürdigkeit es verstanden hatte, die letzten Jahre ihres hochgeachteten Ehegatten zn versüßen. (Arcli. isr.) Eng Inn d. London. Am Samstag, den &. Januar, starb dahier nach längerem Krankenlager, der Ehren- Oberrabbiner von Mogador (Marocco), Ritter Joseph Elmaleh. Während seines fünfzehnjährigen Leidens suchke er mehrmals europäische Curorte auf und hielt sich schließlich wegen seiner Krankheit dauernd dahier auf. Rabbi Elmaleh Unterlaßt eine Wittwe und sieben.Kinder in Mogador. Sein Tod ist für die jüdische Gemeinde jenes maurischm Seeplatzes und anderer Theile Maroccos ein großer Verlust, zumal wenn man bedenkt, daß ein Mann in so hoher Stellung, welche der Verstorbene eingenommen (er war gleichzeitig österr. Vice-Consul) die Leiden seiner so schrecklich verfolgten Glaubensgenossen oft zu lindern in der Lage war. Vor 57 Jahren in Rabat geboren, ließ er sich von feinem 17. Jahre an in Mogador nieder. Er widmete sich den jüdisch-theologischen Studien mit solchem Eifer, daß er schon im Alter von 30 Jahren zum Oberrabbincr der Gemeinde erwählt wurde, aber zu seiner Ehre sei es gesagt, daß er diese Stellung ohne jede Besoldung annahm. Eine reiche Helrach ermöglichte es ihm, auf eine solche zn verzichten, und durch diese glückliche, peenniäre Lage konnte er große Wirksamkeit innerhalb seiner Gemeinde entfalten. Vor tr» Jahren verband er mit feinem geistlichen Amt rin bedeutendes Exportgeschäft. Während seines Besuches der Wiener Weltausstellung wurde er vom Kniser von Oesterreich mit dem

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