Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1886)
- Date
- 1886-01-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Verehrer des Verblichenen, um ihm das letzte Geleite zu geben. Auch am Begräbmßorte zu Schlcttftadt, wohin die Leiche geführt wurde, warteten viele Freunde. — Selbstredend waren beide male die zwei Söhne aus Frankfurt bei dem Leichenbegängnisse anwesend bei welchen Herr Rabbiner Dr. S. Singer aus Da mb ach ergreifende, auf Her; undGemüth gleich mächtig wirkende Trauerreden hielt. — Möge der Allvater im Himmel den trauernden Zurückgebliebenen lindernden Trost verleihen, sie aufrichten in ihrem schweren Kummer, den beiden Verklärten aber in einer beffern Welt, den Gotteslohn gewähren, den Er feinen Frommen verheißen. - n"3"s"j"n Schweiz. Baden (Schweiz), 7. Januar. Herr Dr. Jaulus, Rabbiner in Aachen, hat in Nr. 101 des vorigen Jahrgangs einige Bemerkungen zur Richtigstellung dessen gemacht, was ich in Nr. 95 über seine Aeußcrungen betr. des Schächtcns veröffentlichte. Durch meine Nebcrsicdlung hierher habe ich erst setzt von diesen Bemerkungen Kenntnis erhalten und crwiedere darauf Folgendes: Herr Dr. Jaulus leitet seine Benicrkungcn mit der Erklärung ein, der Bericht des Wuppenthalcr Thierschutzvereins, welcher die von niir bemängelten Aeußcrungen enthält, sei ihm bisher nicht zu Gesicht gekommen, 'er wisse daher nicht, ob' sein über das Thicrschächtcn gehaltener Vortrag richtig wieder gegeben sei, derselbe habe sich streng auf dem Boden der Vorschriften bewegt, welche in O'pO-Li d"et überliefert sind. . * Wenn letzteres der Fall ist, dann hat der erwähnte Bericht falsch berichtet, und statt m e i n e Bemerkungen richtig zu stellen, wäre cs dann Pflicht des Herrn Dr. Janlns die Allgaben des Wnppcnthaler Thierschutzvcreinberichtes zu berichtigen, lvie ich dies in Nr. 95 bereits betont habe. War aber dieser Bericht Herrn Tr. Jaulus noch nicht zu Gesicht gekommen, so hätte er gut gethan, bis dies geschehen ist, seine Richtigstellung zu verschieben, weil er sich sonst all den unliebsamen Eonsegnenzen anssetzt, die nach Prov. in. i:r. jeder zu gewärtigen hat, der richtig stellt, bevor er gehört hat. Be! dem regelt Post- und Bnchhandclverkchr zwischen Aachen und Elberfeld, famt es zudem nicht schlver fallen, den belr. Bericht zn erhalten. Ich selbst erhielt sofort, als ich Nlich deshalb nach Elberftid gewarldt hatte, drei Exemplare desselben, obwohl ich kein einziges Mitglied des Wuppenthalcr Thierschutz-Vereins kenne. Für den Fall, daß der Bericht Herrn Dr. Jaulus noch immer nicht zu Gesicht gekommen ist, lasse ich den Wortlaut des Referats hier folgen:. „Pos. 5. Referent Herr Scipio spricht über bas Schächten der Israeliten. Er hält dafür, daß das mosaische Gesetz der Betäubung nicht im . Wege stehe und belegt diese Ansicht unter andcrm auch durch Aussprüche israelitischer Theologen. Erstellt den Antrag, eine Agitation ins Werk zu setzen behufs allgemeiner obligatorischer Einführung der Schlachtmaskc. Herr Dr. Jaulus, Rabbiner der isr. Gemeinde in Aachen, knüpft an die Vorgänge in der Schweiz an; er weist auf die Entwickelung des Judenthums hin, auf die darin herrschende Tradition, gemäß, welcher das Schächten eine uralte Einrichtung sei, daß das Schächten nur am Halse stattsinden dürfe, daß die Vorschriften sehr minutiös seien, daß das Schächten nicht blos das gänzliche Ausbluten, sondern auch die schnelle Tödtung veranlassen wolle. Eine Verletzung des Gehirns, Eintreibcn des Nagels, sei unzulässig, der Tod möge durch Durchschneiden der Lust- und Speiseröhre erfolgen. Herr Dr. Stein, auf den sich der Herr Vorredner bezogen, nehme eine Ausnahmestellung in dem Judenthum ein und sei nicht maßgebend. Die Möglichkeit, daß einst die gesammteu Juden aus ihrem religiösen Bewußtsein heraus die Speisegesetze fallen lassen könnten, stellt er nicht in Abrede; heute sei das indcß nicht möglich. Nach seinen Erfahrungen sei das Schächten nicht so sehr thicrquälerksch, die Todcsart als solche, sei nicht sehr schmerzhaft,, die Schächter seien geprüft. Ob die Schlachtmaske vollständig zur Verhütung von Qualen ausrciche, hält er für fraglich. Er erklärt, daß das Judenthum gerne Vorschläge zur leichteren Vorbereitung annehmcn würde, die Zertrümmerung des Großhirns dagegen nicht. — Herr Pöschel glaubt, daß man doch Verbesserungen einführcn könne, das; vielleicht eine Bctänbnng möglich sei ohne Zertrümmerung, daß man diese doch nur zur Benutzung cmpsehlcn dürfe. Hiermit erklärt sich Dr. Janlns einverstanden, es dürfe eine Betäubung vorhergehen, nur keine Zertrümmerung; auch dürft, wenn der Act des Schlichtens vorüber sei, die vollständige Tödlnng sofort nachher stattsinden. Herr Ri»tck ist der Meinung, daß, da eine Betäubung nicht «nöglich sei. ohne Zertrümmerung, Schlacht und Schnßmasle dann nicht angewendet re. re." Es wird jeder nur cinigennoßen Kundige com