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Der Israelit · 1886-01-18 · Heft 5 (18.1.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 5 (18.1.1886)
Date
1886-01-18
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV1L Jahrgang. Zeitungsnachrichten und Korrespondenten. Deutschland. Nuterfranken. Kaum Hai sich das Grab über einen unserer besten Männer, über Herrn Rabbiner Hirsch in Burgprcppach, der sein ganzes Leben, seine ganze Kraft cinscxic für die Erhaltung unserer heiligen Lehre und Religion und der sich namentlich als Begründer und Leiter der dortigen Vorbcreitungsschnle unsterbliche Verdienste erworben, geschloffen, als wir schon wieder den Verlust eines in seinen Kenntnissen und Eigenschaften, sowie in seiner Wirksamkeit gleich hervorragenden und bedeutenden Mannes, Herrn Rabbiner Jakob Ehrcnreich Vorstand der Vorbereirungsschule zu Höchberg, von deffen Heimgang in diesem gesch. Blatte bereits wiederholt Erwähnung geschehen, zu beklagen haben. Ist es auch immer schmerzhaft, einen thenrcn Angehörigen, einen liebgcwonncncn Freund, oder einen verdienstvollen Mann aus dem Kreise, in welchem er gelebt, scheiden zu sehen, so ist der Schmerz doppelt grost, wenn dieses Leben noch in seiner Blüthe und Vollkraft stand und des Guten und Heilsamen noch so viel hätte wirken können, und dieser Verlust ist um so empfindlicher, als unsere Zeit zu dürftig ist, gleiche Kräfte an deren Stelle zu scven. Um einen solchen Fall handelt es sich auch hier, und verdient wohl das Leben eines solchen Mannes, des Vorstandes einer Schule, deren Zöglinge bereits in allen Gegenden Deutschlands und des Auslandes als Lehrer segensreich wirken, das öffentliche Jmcrcffc in Anspruch zu nehmen und nachdem cs ruhmreich geschlossen, näher er- und bekannt zu werden. In Anmchanscn, einem kleineren Orte Untersrankcns, geboren, wird E. schon in seiner srühesten Kindheit durch seine Eltern, sowohl als besonders durch seinen von einem Kreise strebsamer Talmudschülcr umgebenen Lehrer Rabbi E. M. Schüler V't die beste Anleitung zu seiner späteren Bedeutendheit. Er schic als Jüngling sein Studien unter Rabb. Dr. Fulchtwangcr. damals in Oellingen, fort tuib beendete iic resp. er langte die rabbinische Weife unter jw-n Rabb. S. B. Bainberger in Wnrzbiirg. In richtiger Bcnr. tfidhnift erlaunte R. Elosor Oltensoser ''"i in dem eitrigen vom hetligeil Feuer der Religion erglühten Jui'gUng eine tüchtige Lehrkraft stir feine Anstalt und vrtstand es, denfetbcn für sic zu gewinnen imb an dieselbe zu scffcln. E. bewährte ffch glänzend; 28 Jahre wirkte er an dieser Anstalt theils als Lehrer, rhcils als Vorstand mit bestem Erfolge und brachte sie materiell und geistig zur gegenwärtigen Blüthe. Mit seltenem Lerufsciser stand er ihr vor, suchte er das religiöse Gefühl der Zöglinge zu wecken, zu beleben und-zu starken, pstanzte er ihnen Liebe zur r,-nn ein und gab er ihnen selbst das schönste Beispiel für ihren späteren Berus. Wie einst der Prophet Samuel sollte auch er nur 52 Jahre im Hciligthum des Herrn dienen, eine tödliche Krankheit setzte seiner erhabenen Thätigkcit eine Grenze und lähmte für immer diese Kraft; nach dreijährigem Leiden hauchte er mn so» '2 p"r seine edle Seele aus. Tie Nachricht hievon setzte alle seine Bekannten in tiefe Trauer und obwohl wegen des p"r nur wenige benachrichtigt werden konnten, stellte sich zu der Sonntags Nachmittag stattgcfundenen Beerdigung eine sehr zahlreiche Trauerversammlung ein; auch die polnische Gemeinde bezeugte durch ihre Bctheiligung ihre Verehrung für den Verstorbener^ Gerührt und gebeugt eröffnete der Bruder, Herr Lehrer Ehrcnreich aus Kissiugen die Trauerreden, indem er den schweren Verlust für die ganze Familie, deren Haupt er gewesen, bejammerte und ein getreues Lebensbild von dem Dahingeschiedenen gab. Hierauf ergriff Herr Schuldirektor Stern-Würzburg, als Mitglied des (Kuratoriums, das Wort und hob die Verdienste des Verstorbenen um die Anstalt hervor, ihm Worte der Liebe und Anerkennung nachrufend, zugleich aber auch zur ferneren thalkräftigen Nutcrstüvung des bisher so gut geleiteten Instituts und zur Nachahmung des edlen StrcbcuS des Verblichenen anffordernd. In längerer Rede und in ergreifenden Worten betrauerte hierauf Herr R. Eschwcge, Lehrer und ehemaliger Schüler der Anstalt. in dem Heimgegangenen den verehrten Lehrer und Vorstand, den seurigdn nw und min tya, den edlen Menschen und WohUhätcr. Am Grabe sprach zunächst Herr DistriklsRabbincr Bamberger-Würz« bürg, von der in jo kurzer Zeit auf einander folgenden zweiten Vmvnifnng unserer Vvlbereilnngs. schulen ausgehend, und hob als besondere Elger«- fchaft die graste Bescheidenheit des Verblichenen hervor, ihn nach der Talnrndstelle mit David verglet. chend, zu deni der Herr beruhigend sprachrora man Tn N'irst sterben nach Vollendnna Deines Werkes mtb Deiner Allfgabr, er aber erwiderte, last nsich

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