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Der Israelit · 1886-01-18 · Heft 5 (18.1.1886) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 5 (18.1.1886)
Date
1886-01-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Frau Kornfeld zuckte, wie elekirisirt; der Arzt aber winkte bedeutsam. „St! liebes Fräulein, st! der Herr Papa fühlt sich nicht ganz wohl." Betroffen blickte das junge Mädchen auf den alten Hausfreund und gewahrte erst jetzt den wie schlafend daliegenden Vater. „Was fehlt Papa?" fragte sie leise. „Ein leichtes Unbehagen," versicherte der Arzt, „es wird hoffentlich bald 'vorübergehend Frau Kornfeld hatte sich inzwischen vergebens bemüht, den Brief, den ihre Tochter ihr übergeben hatte, zu entfalten, die zitternden Hände versagten den Dienst. „Erlaubst Du Mama, daß ich ihn öffne?" flüsterte Rosa, und als sie die thräneuumflorten Augen der Mutter gewahrte, schlang ne abermals ihren Arm um sic und geleitete die heftig Erregte an das entgegengesetzte Ende des Zimmers, wo sie sie sanft in einen Sessel niederdrückte. „Lass' mich ihn Dir verlesen, 'Mama: ich bm überzeugt, er bringt uns gute Nachricht." f Auf der Mutter zustimuicndcn Wink entfaltete sie das Blatt und las: „New-Uork, 17. September 1874. „Jnnigstgeliebte theurc Eltern!" „In der festen Zuversicht, daß Eure Liebe „Alles verziehen hat, wage ich es, diese Zeilen an „Euch zu richten, vor Allein um Euch mirzutheilen, „daß ich meinen Fehler nach besten Kräften wieder „gut gemacht, indem ich die entlehnte Summe nebst „den Zinsen der .... Bank soeben übersendet „habe." Ein Strom von Thräncn entstürzte Frau Kornfeld's Augen. „(Mott sei Dank!" flüsterte sie, „Gott sei Dank!" Rosa fuhr fort: „Und nun, meine lieben, theurcn Eltern, bitte ich Euch inständigst, lasset die Vergangenheit vergessen sein, lasset uns freudigen Herzens der Zukunft cntgegenfeben, die durch des Himmels Gnade mir im herrlichsten Glanze erscheint. Denn ich bin glücklich, unaussprechlich glücklich, wie ich es in meinen kühnsten Träumen me zu hoffen -gewagt. Die Edelste, Herrlichste der Frauen hat mir ihre Liebe geschenkt und wenn diese Zeilen in Eure Hände gelangen, ist sie bereits mein Weib, mein über Alles geliebtes Weib, mir angetraut nach dem Gesetze Mosis und Jisrael." „Gott sei Dank!" schluchzte Frau Kornfeld, „Gott sei Dank!" Rosa drückte ihre Hand und mit bebender Stimme las sie weiter. * „Ich bin glücklich, thenre Eltern, unsagbar glücklich, wie ich es nimmer verdiene. Aber ich weiß, weni ich nächst Gott, inein Glück zu danken habe, denn ich bin überzeugt, Du. meine theure, geliebte Mutter, hast Tag und Nacht für mich gebetet, nur um Deinetwillen hat Gott mich so begnadet. Deiner Tugend, Deiner mütterlichen Liebe verdanke ich mein Glück. Wenn Du sie kennen würdest, meine geliebte Elementine, die so vollkommen würdig ist. Deine Tochter zu sein. — Aber Du, lieber Vater, kennst Frau von Kleefeld, wie meine geliebte Elementine augenblicklich noch heißt, bitte schildere meiner theuren Mutter den Liebreiz ihrer Tochter." ~ „Frau von .Kleefeld," unterbrach Rosa ihre Lektüre, „ach. das ist ja jene schöne, reicke Dame, die längere Zeit hier gewohnt hat und die voriges Jahr mit einem Mal so fromm geworden ist. Man hat sehr viel über sie gesprochen, aber Herr Steinhart schätzt sie ungemein. Wenn Papa das erfährt — das wird die beste Arznei fein." (Fortsetzung folgt.) „Trr ‘JWuaclit" rrlchrini wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindenens 2 kosten. Pikt« bcß!>Xalir(\aii0 für Tcutidilnitb jmb Cfütrmd) 12 Reichs Mark. fiir'S Anslanb 1<» Reichs Mark. Man abonnirt ganz» jnhvifl. ball'jiihrist oW uinttijtityrifl. Alle 2'»chl,anbllt»lc,rn und 'Postämter nclmiri» Brstellnngm an. — Inserate 25 Pfennifle die b,rt(uU'«ltm 'petiNrilk ober deren Rann». — Crjtmcidnfd)« Banknoten laut dourP. — Tirret» ^ranromfenbung unter Streifband p»o Jahrgang für Dentschland und Lesterreich 14 Reichs Mark ober h fl. öftere., für'- Ausland ltt Reichs Mark an die vrpebition franco elnntfenden. Inhalt iHattptblalOt Vrilriibr Atli'el: Tir nillliUik Bman'.l'rftimmnrilt und die 'Nrillensfreibeit de» Meufcheu. — Amerilonnche ^'urfe. i rlrtrtnnttn: Berlin. - ^eituu»,Sunchrl.1,te>i und ('prtrfponbnum; 1 eutfchlnnd: Mainc. Liual Witn» lullst. ^'»c,tt'ic»>t'nch. l^rtlin. itibitt. A>nuihiifl. (Mtßlnub: Voitbott. Vljirii: Bol Rehadilftirt. Inhalt der iltellager Zeilu»os»»licht!chlr»> »inb Oo-cefponbettzr»«'. Detttichlatib: Mntrtfrniifot. Schrrwriler. Schtveif: 7'ubr«. rf». Monarchier goeimal tfiUett. - Rnmüme»: Btlfareft. -- onglanb: rondon. Vlnttrika: 2mak Mew/lork. l?>»nfbinati'»i. Inhalt der <*x«ra Vellagei S»'t>«ben Betirichniffr. Bkiantwoiiliche Rrbnctto»: I»r. V rinn nun in Mainz. — Uspebinvi, ft»of,r Bleiche Rr. 4%», i;ufif nnb Brunst »'in Oscar l'ehmann in Mainz. (Hier.;« zwei -N'iiageu.)

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