Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1886)
- Date
- 1886-01-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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tragen, so könnte es für die Interessenten sehr vortheilhast sein, wenn sich dieselben schon setzt mit dem Curatorium des genannten Vereins, vertreten durch Herrn M. G. Ullmann dahier, ins Benehmen zu setzen.; K. Z. Berlin. Mit Bezug auf die Bettelei, welche, die Antisemiten Gravenhorst und Orardt auf Grund eines Schristchens über den Philosophen Moses Mendelssohn versuchen, geht dem „B. Tgbl." aus Minden in Westphalen das folgende vom 7. Januar datirte Schreiben zu: ^Der geehrten Redaktion zeige ich an, daß ich, um dem Schwindel Gravenhorst-Orandt ein Ende zu machen, bei der dortigen Staatsanwaltschaft gegen die Beiden wegen Betruges Strafantrag gestellt habe. Erwünscht ist mir, wenn ich die Namen der Betrogenen erfahret! kann, daher bitte ich die geehrte Redaktion, in Ihrem geschätzten Blatte die Empfänger der Bettelbriefe zur Abgabe ihrer Adressen aufzufordern. Ich bin auch zur direkten Annahme der Adressen bereit. Hochachtungsvoll Burgheim, Rechts-Anwalt." Wormditt. Heber eine zurückgenommene Ausweisung meldet die „Elb. Ztg. aus Wormditt: Der ehemalige jüdische Kehrer Faust erhielt vor einigen Monaten, wie „der Israelit" meldete, einen Ausweisungsbefehl. F. wandte sich an alle Behörden bis hinauf zum Herrn Kultusminister mit der Bitte, den Befehl rückgängig machen zu wollen, da er kein geborener Pole, jedoch von polnischer Abstammung sei und seine Eltern nur aus Versehen nicht naturalisirt worden seien. Als jedoch Alles nichts fruchtete und F. nochmals aufgefordert wurde, das preußische Staatsgebiet zum 1. April zu verlassen, wandte sich derselbe an den Kaiser. Vor einigen Tagen erhielt F. nun die freudige Nachricht, daß ihm der Aufenthalt in Preußen nach Prüfung und Befund der Sache gestattet ist, auch seine Naturalisirung in nächster Zeit erfolgen wird. Hamburg. Am Sonntag wurde das israelitische Altenstist in der Loniscnstraße, Asyl für jüd. Greise und Greisinnen, iit festlicher Weise dem Gebrauche übergeben. Die Feier wurde durch einen Onartetigesang, von Mitgliedern des Ehorvereins, Dirigent Herr Seligsohn, sehr präctse und wohllantend gesungen, würdig etngcleitet. - - Hieraus sprach Herr Phil. L. Bauer, Präses der dentsch-isr. Gemeinde, in äußerst fchwltligvollcr Rede von den jiiibctn der wohlthätigen Anstalt und den Zielen, die jenen dabei vorgeschwebt. Er führte aus. dass der erste Anstoß von einem Herrn Hartwig, der ein Capital, für diesen Zweck bestimmt, vor ungefähr 40 Jahren gegeben wurde, doch sei die Ausführung der Idee erst durch die reiche Schenkung des anwesenden Herrn Edwards ermöglicht und durch Beiträge anderer Wohlthäter gefördert worden. Behufs Eonsolidirung und cvent. Vergrößerung der Anstalt solle eine Sammlung, die in nächster Zeit veranstaltet werde, sorgen. Hierauf sprach der Präses der Stiftes,- Herr E. Z. Michael von den - Zielen der Verwaltung, der Einrichtung des HauseS und der Präsenz seiner Zöglinge. Er dankte allen, die das ihrige zur Vollendung des Hauses beigetragen und betonte, daß auch eine hochherzige Dame zu dem edlen Werke reichlich beigesteuert. Ein kräftig gesungener Psalm vom genannten Quartett exact 'ausgeführt, beschloß die kurze, aber erhebende Feier. Doppel-Jubiläum. Sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als Lehrer an der Israelitischen Gemeindeschule sowie seine silberne Hochzeit feiert Ostern dieses Jahres der auch in weiteren Kreisen als hebräischer Dichter rühmlichst bekannte Lehrer I. S. Wittkower in unserer Nachbargemeinde Altona. Wie wir hören, ist ein Comite von College!! und ehemaligen Schülern des Jubilars in der Bildung begriffen,' um eine solenne, den Verdiensten des Jubilars würdige Feier zu veranstalten. England. London. 10. Januar. Heute Abend 8 Uhr fand die „Mendelssohn-Feier" in einer schr erhebenden . dem Andenken des großen Mannes würdigen Weise statt. Eine zahlreiche Menge, aus den hervorragendsten Gemcindemitgliedern, Predigern und Gelehrten aller Eonfessionen', auch vielen Deutschen , sowie einer großen Anzahl von Damen bestehend , hatte sich schon frühzeitig in dem festlich beleuchteten Saale des „Jewish College* (Tavistock Square) cingefunden. Die gehobene Stimmung der Versammlung war klar ersichtlich, als das mit Lorbeeren gezierte Bild Moses Mendelssohns von Herrn Elkan Adler in den Saal zur Rednertribüne getragen wurde. — Herr Arthur Cohen (Mitglied des Parlaments und Council der Queen) nahm den Präsidentcustuhl ein, und nach dessen eröffnender Ansprache begann Rcv. Dr. Hermann Adler (vertretender Chief Rabbi) seine Festrede. Es muß vor Allent bemerkt werden, daß sich die gelehrte» Zuhörer nicht allein zu Ehren der Erinnerung an bcii lttttt seit Inmdert Jahren in Frieden ruhenden jüdischen Philosvphktt (eoset n-0, sondern auch i