Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1886)
- Date
- 1886-01-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449606--23606-2513280- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
verblümtesten die Wahrheit sagt, wird der neuen Zeitung in den Flitterwochen schon Bescheid zu geben wissen. Zn meinem nächsten Brief komme ich s. Z. auf die erste Nummer des neuen Organs zu sprechen. — Telegramm. Berlin, 16. Zanuar (Abends). Gestern und heute wurde im D cursch en Reichstage über die Ln Preußen stattgehabten Ausweisungen verhandelt. Nach sehr erregter Debatte wurde der Anttag Windthorst mit großer Majorität angenommen. Demzufolge hat der Reichstag die lleberzeugung ausgesprochen, daß die von der königlich preußischen Regierung verfügtenAusweisungcn russischerund österreichischer Nnterthanen nicht gerechtfertigt erscheinen und mit dem Interesse der Reichsangehörigen nicht vereinbar sind. Gegen den Anttag stimmten die Conservativen und die Nationallibcralen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. D eutschland. Mainz, 17. Januar. Biele Zeitungen, und auch der „Israelit", brachten vor einigen Wochen die Mitthcilung, daß ein jüdisches- Bataillon der bulgarischen Armee sich bei Sliwnitza ausgezeichnet habe und deßhalb von dem Fürsten Alexander in außerordentlicher Weise gelobt worden sei. Der „Köln. Ztg." wird nun aus Sofia gemeldet, daß es gar kein jüdisches Bataillon in der bulgarischen Armee gegeben habe und daß der Lieutenant David Misrachi, welchen der Fürst dekorirt haben solle, ebenfalls nicht vorhanden sei. Die Nachricht sei wahrscheinlich in Pcsth erfunden worden. Die Nachricht ist uns in der That von Pesth ans zugcgangcn, und ersuchen wir hiermit unfern Bulgarischen Eorrcspondenten, uns berichten zu wollen, ob an der Sache etwas Wahres ist oder nicht. — Würzburg, 10. Januar. Seit ca. 40 Jahren erhielten die jüdischen Soldaten, die hier in Garnison waren, unbeanstandet Koschcrbcköstigung in einer jüdischen Restauration. Die deßfallsigen, sehr bedeutenden Kosten wurden stets von unserem unvergeßlichen Distriklörabbiner S. B. Bamberger durch freiwillige Beiträge aufgebracht. Seit dem Heimgänge dieses großen Mannes wurde dies in unveränderter Weise von dessen würdigen Sohne und Nachfolger, Herr Distriktsrahbiner Nathan Bamberger, weiter besorgt. In neue-. ster Zeit nun wurde einigen jüdischen Soldattn dahier von Seiten des Compagnie-Chefs verboten, außerhalb der Menage zu essen. Herr Rabbiner Bamberger verwendete sich persönlich bei der Militärbehörde, allein dessen Bemühungen hatten deßhalb keinen Erfolg, well der : Compagnic-Chess erklärte, es bestehe hierüber keine ministerielle Lerordung. Daraufhin wendete sich Rabbiner Bamberger an das Königl. Kriegsmiuisterium mit direktem Bittgesuche, daß den jüdischen Soldaten gestattet werden möge, Koscher-Beköstigung in Anspruch zu nehmen, und schon nach wenige» Wochen traf die erfreuliche Ministerialentschließung ein, daß soweit es die dienstlichen und örtlichen*) Verhältnisse gestatten, die isr.Soldaten von derMenagetheilnahme entbunden sein sollen. Dieses Mimsterialrefcript, das für ganz Bayern Gilttgkcit hat, wurde bereits gestern hier bekannt gegeben und haben heute schon drei jüdische Soldaten, die bisher nie auf rituelle Beköstigung Anspruch machten, dieselbe vom Herrn Rabbiner erbeten. Möge hiervon recht ausgiebiger Gebrauch gemacht werden, und möge es Herrn Rabbiner Bamberger ferner vergönnt sein zur Hebung unserer nzrspn rwcx fortzuwirken. .. ....... . Würzburg. Durch Entschließung hoher Kgl. Krcisregierung - wurde Herr Lehrer Nathan' E s ch w e g e in Höchberg an Stelle des leider so früh verstorbenen Herrn Rabbiner I. Ehrenreich; als Vorstand der dortigen Vorbereitnngs-Lehrer- Anstalt in provisorischer Eigenschaft ernannt. Burgpreppach. Einen neuen Beweis , für das in Ihrem gesch. Blatte schon so oft erwähnte Interesse, welches die hohe bayr. Staatsrcaierung an alle jüdischen Institutionen nimmt, liefert die erfreuliche Thatsache, daß sie der hiesigen Rabbinerstelle ihr besonderes Augenmerk zuwendet. So wurde, um dieselbe alsbald wieder zu besetzen, im Slmtsblattc des hiesigen Kgl. Bezirksamtes, wie - * auch in diesem Blatte der MeldnugStermin auf den 3. Februar, und der Wahltag auf den 18. Februar festgesetzt. Die bis dahin verbleibende Frist ist also eine sehr kurze. Da nach diesem AuSscbrciben die Borstandschast des Talmud - Thora - Vereins geneigt ist, dem zukünftigen Rabbiner die Leitung der Talmud-Thora- Schule gegen ein entsprechendes Honorar zu überftitttt r rftnift: Unter örtliche»» tUriljftltiiiffrn Ift tu nrriirlKi», das» in den Crten, it*o feine Israeliten wohnen, die Mititiitdehörde »»ich» filr .»losch«l,elü>1igiing pt sorget» hat.