Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1886)
- Date
- 1886-01-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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■^^^^Sgsms^SBmmmmmBmmseammaaKsssiaa S^-Z^-4Rr^v-- schlachteten Thieres besichtige, wofiir sie für jede derlei Befichtigrmg eine Gebühr von einem Gulden österreichischer Währung zu zahlen sich verpflichteten. Als Aktiv geben die Fleischhauer an, daß sic hiedurch eineu besseren Fleischabsatz erhoffen. Dieses Uebereückommen wurde den politischen Bchörden zur Genchmigung vorgclegt, diese Genehmigung aber in letzter Instanz auch vom Ministerium für Eultus und Unterricht verweigert. Sowohl der Rabbiner als als auch die Fleischhauer führten Beschwerde vor dem Verwaltungs-Gerichtshöfe, und bei der öffentlichen Verhandlung hierüber machte der Vertreter des Mnistcriums geltend, daß es sich im gegebenen Falle um einen rituellen Akt handle und um eine Leistung für eine amtliche Funktion des Rabbiners, wofür im Gesetze kein Anhaltspunkt sich sindet. Es involvire dieses Uebcreiukömmen eigentlich eine Auflage auf Koscherflcisch, die in letzter Linie alle Käufer von Fleisch, und auch die christlichen Käufer treffe, daher das Uebcreinkommen nicht vre contrahirendeu Thelle allein berühre u. f. w. Für die Beschwerdeführer machte Dr. Landsberger geltend, daß es einzig und allein um -ein ' Privatübereinkommen zwischen "den Fleischern und dem Rabbiner sich handle; daß die Fleischer hiedurch einen besseren Fleischabsatz erhoffen, daher geschäftliche Seite für sie maßgebend war; daß diese Privatverciubarung ohne Einfluß auf die Preise sei, weil sie ja mit den andern Fleischern, welche diese Abgabe nicht leisten, gleiche Preise halten müflen, um ihre Kunden nicht zu verlieren; daß es sowohl den Israeliten als auch den Christen frei steht, ihr Fleisch zu kaufen, wo sic wollen: daß die Leistung nie als eine Auflage für Koscherfleisch im Sinne des Gesetzes bezeichnet werden könne, auch nicht als eine Gebühr für eine Leistung des Rabbiners könne diese Abgabe bezeichnet werden, weil selbe für eine über den Pflichtenkreis des Rabbiners hinansreichcnde Thätigkcit desselben geleistet wird. Es sei lediglich eine Privatsache, welche mit einer Eultns- Frage in gar keinen» Zusammenhänge stehe u. s. w. Im Sinne dieser Ausführungen hat derBerwaltnngS- Gcrichtshof auch die Entscheidung des Ministeriums für Eultus und Unterricht als gesetzlich und begründet ausgehoben. Szepes Ofalrr, 4. Januar. „Eine schöne Thal." Nuter dieser Aufschrift veröffentlichen die inländischen Blätter einen Hnmanitäisakt, den die Ehcbra - Kadischa zu Temaschoür anläßlich eines Festmahles beging. Aiff Anregung des Senators Ladislaus Nagn hat der Heiligen-Verein unter seinen Mitgliedern eine Sammlung zu Gunsten des dortigen ungarischen Theaters, dessen sinanziellc Lage nicht besonders glänzend ist. veranstaltet, welche ein Ergebnißvon 3050 fl. hatte. Mit gutem Beispiele ging Herr Israel Derer« voran, und ihm folgten bald andere Mitglicder^mit Beiträgen von 100,o0, 25 fl. ii. s. w. Das Theatcrkomite sprach den Sperr- - dern für ihre UnLrrstützung den innigsten Dank ans. Soweit der Bericht. Es liegt ferne von uns, diese Spende mit scheelen Blicken zu betrachten; denn die Juden Ungarns haben noch zu jeder Zeit, ihr Schars« lein zur Förderung der nationalen Kunst Leigetragen; daß .aber eine Chebra-Kadischa dazu da wäre, eine Collccte zur Unterstützung eines nothleidendcn Theaters zu veranstalten, darin wird wohl der Heiligen-Verein zn Temaschvar vereinzelt dastehen! Glücklicher Weise kommen solche Fälle nur vereinzelt vor; denn die meisten nremp nron Ungarns stehen auf der.Basis des unverfälschten Judenthums, und erfreuen sich auch einer herrlichen Blüthe! Corncl Lefkovilz. S ü d - A m r r r k a. . - Buenos - Ayrcs. (Schluß.) Die erste» Juden, die überhaupt in Südamerika landeten,. kamen von der Insel Janiaika, auf der schon im vorigen Jahrhunderte eine kleine jüdische Gemeinde bestand. In Südamerika entstand dann die erste jüdische . Niederlassung in der brasilianischen , Hafenstadt Bahia, welche stets eine Hauptstation für , . r die, sowohl von der Ostals auch Westküste Südamerikas nach der alten Welt und Nordamerika ab- - segelnden Schiffe, war, da dieselben sich dort, wenn es nöthig war, mit den ihnen fehlenden Lebensmitteln versehen konnten und hier zugleich auch die letzten brasilianischen Frachten, und Postsendungen an Bord nahmen. .Auch die Herstellung von Dampfschifffahrtsvcrbmdungen zwischen Nordamerika- Europa und den Häfen Südamerikas hat in dieser Beziehung nichts geändert und Bahia ist noch heute verhältnißmäßig der größte und bcftbesuchteste Hafen Brasiliens, und dessen Handel ist relativ bedeutender als der der Hauptstadt Riode- Janeiro selbst. Da nun, die ans Jamaika nach Bahia eingcwanderten Inden fast durchgängig Portugiesen (Spaniolen) waren, die das Spanische geläufig sprachen, so konnten sie sich binnen kurzer Zelt das portugiesische Idiom eigen machen, nnd so assimiiirten sie sich bald gänz- * Heft mit der dortigen rinfteimischcn Bevölkerung. Äon Baftia ans begannen dann die Inden nach der Haupt- \ stadt Riode- Janeiro zu libcrstcdeln, wo man sie, da'man sich von iftnen eine bedeutende Hclmna des Ansfttftrftandtls dieser Stadt versprach, mit offenen Armen empfing nnd auch gestattete, dast sie sich in den scheusten und beli'bttsten Stadtvierteln ansicdcl-