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Der Israelit · 1886-01-11 · Heft 3 (11.1.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 3 (11.1.1886)
Date
1886-01-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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MSW -- _ mS^mä ^^*l.-V«'itljJl^.^.l H.U. II^.W.WB«.! 40 dem das Judenthum so unendlich viel verdankt, der die jetzigen Verhältnisse seiner deutschen Glaubensgenossen geschaffen und gestaltet hat." Hierauf ergriff Herr Dr. Koket, ein Zögling des Seminars, das Wort, um in einstündigcr. trefflicher Rede das Verhältniß Mendelssohns zum Judenthum zu beleuchten. Sein Privatleben, die Einleitung zu Manasse den Israel „Rettung der Juden" und sein „Jerusalem" legten hiervon ein glänzendes Zeugniß ab. M. hat zuerst gezeigt, daß profanes Wissen wahrhafte Frömmigkeit nicht ausschließe. „Gerade unsere Schule", so schloß der Redner, „ist auf den Prinzipien eines Moses Mendelssohns aufgebaut, wissenschaftliche Bildung mit inniger Religiosität zn verbinden. Ja, treten wir hinaus, und thun wir der Welt kund, daß wahres Wissen nicht immer ein Preisgeben unserer heiligsten Ueberzeugung sei, wahre Bildung nicht Abfall vom Judenthum verlange, und Mendelssohn wird nie aufhören, der erste deutsche Vorkämpfer des unverfälschten Judenthums zu heißen und als ein leuchtendes Ideal uns anzufcuern zu ernstem Streben nnd zu wahrer Frömmigkeit." Mit einem Gebete nahm diese Feier ihren Abschluß. In der alten Synagoge (Heidenreutergasse) hielt Dr. May bäum die tiefempfundene Gedächtuißrede, der Chorgesang und Gebet folgte. In der Synagoge an der Potsdamer Brücke feierte Rabbiner Dr. Salomon Cohn in glänzender Rede die Verdienste des jüdischen Weisen. In der Reformgemeinde sprach Dr. Lev in. Der „Louisenstädtische Vrnderverein" beging den Gedenktag schon am Sabbat. Herr Dr. Deutschländer erörterte in ergreifender Rede die Frage, warum die Schüler Ms. nicht dem Meister auf seinem Pfade gefolgt seien, die Antwort gab der Text: „Unb sie hörten nicht auf Mose vor Kleimnuth und schwerer Arbeit." Nach einer geistreichen Auslegung dieser Worte pries der Redner die edle, bescheidene Frömmigkeit des großen Tobten. Schließlich sei der Vollständigkeit halber noch erwähnt, das; am Sonntag in den Bne-Berith-Logen Prediger Dr. Landsberg die „Mendelssohns-Rede" gehalten, das; Herr Dr. Ritter tm „Akademischen Verein für jüdische Geschichte nnd Literatur dasselbe gethan und daß der „Israel. Fortbildnngsvcrein Montefiore" am Donnerstag noch eine Feier begeht, zn der Herr Adolf Blnmenthal die Festrede übernommen hat. — So haben im edlen Wettciser alle Cchatttrnngen im Jndenthttme das Andenken des jüdischen Preisen und somit nach des Dichters Wort sich selber geehrt und der Strahlenkranz, der das Haupt nnseres großen Bruders umwindet, leuchtet nicht zum wenigsten auch denen, die heute in heiliger Andacht verehrnngsvoll seiner gedenken. Bl. Berlin. Was lauge währt, wird endlich—. gut. Der Vorstand der jüd. Gemeinde hat endlich, nach Beschwerden und Klagen von Seiten der Gemeindemitglieder, das Amt, resp. die Funktionen eines Liturgen d. h. des Predigers, der die rituellen Gebete auf dem Friedhofe zu sprechen hat, von dem Amte des Inspektors getrennt. Die Vorgänge^ auf dem jüd. Begräbnißplatze, die peinlichen Prozesse, die allgemeines Aussehen erregt, sind zu bekannt, als daß wir sie hier zu erwähnen notwendig hätten. Diesen Verhältnissen Rechnung tragend, hat der Vorstand lange und sorgsam gewählt, um einen passenden Beamten zu finden, der befähigt und würdig ist, den zahlreichen Trauernden, die täglich dort ihre geliebten Angehörigen zur ewigen Ruhe geleiten, Trost und Beruhigung zuzusprechm. Es ist dieses Amt, wenn auch nicht das bedentenste, so doch eines der wichtigsten Kultusämter. das der Vorstand einer so großen Gemeinde zu vergeben hat und er hat es — vergeben! Die Vacanz wurde zwar nicht officiell ausgeschrieben, sondern zunächst das Rabbinat aufgefordert, passende Personen zu eruiren. Das war geschehen und außerdem hatten sich noch zwölf Candidaten, darunter Rabbiner, Prediger (Dr. ph.) und Lehrer gemeldet. Nachdem einige der Vorgenannten in der großen Synagoge und auf dem Friedhofe vor der Comissivn und Rabbiner eine Probeleistung abgelegt, hieß es eines Tages, die Stelle ist besetzt, ohne daß dem Rabbinat »:ur der Nameir des Angestellten bekannt war. Wozu auch, — der Mann war durchaus würdig und gewissenhaft, war von der Beerdigungscommission seiner Befähigung nach mit denen der übrigen Angemeldeten verglichen worden. Der ehrwürdige Litnrg war zwar bisher weder Prediger noch überhaupt Kultusbeamter, er trug früher keinen Talar, — aber er hat dazu das Zeug — verkauft. Mit einem Worte, der nenvorgeftellte Liturg und Prediger auf dem Begräbnißvlabe zu Berlin war ein kl ein er Kaufmann in der Mark, aber ist der leibliche Cousin eines großen Vorstandsmitgliedes der BeerdigungScomission. — 8npivnt1 «all W. Oesterr.-Nngar. Monarchie. Wien, r>. Januar. Vier Fleischhauer kn Mielee trafen mit dein dortigen Rabbiner Raphtali Horowltz ein schriftliches llcbcicittfomittctt dahin, daß der Rabbiner bei jeder Schlachtung die Lunge des ge-! «

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