Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1886)
- Date
- 1886-01-07
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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fftpn zu fordern, ihre schwankenden Verhältnisse au festigen und sicher zu stellen, in Erwägung zu ziehen,, eh auch temporäre Unterstütungen erforderlich seien, bis es den Kolonisten gelingt, von ihrer Arbeit zu leben, ohne auf Hildthätigkeit zu harren, kurz, dort Wandel zu schaffen und namentlich auch den sittlichen Zustand zu heben; 2. ebenso in TO' ru verfahren und ausserdem Kaufurkunden über die Ansiedelung der dortigen Kolonisten zu erlangen, denen Kaufbriefe zu erwirken noch nicht gelungen wäre, wenn sie längst den vollen Kaufpreis bezahlt hätten; 3. den Zustand der ■* Leute“ in Betracht zu ziehen, eine Unterstützung festzusetzen, die ihnen jetzt zuzuwenden uns obliegt, und ihnen nach der Anzahl der Personen in .TH3 eine angemessene Zahl Häuser zu errichten; 4. einen Geschäftsverein zu gründen, dessen Aufgaben von zwei Commissionen gelost werden: die eine wendet ihre Thätigkeit dem Ansiedelungswesen zu, indem sie darauf Bedacht nimmt, für die Kolonisten die erforderliche Unterstützung auszuwirken, denselben Gewähr leistet, dass die materiellen Mittel nur im Interesse der Kolonie und zu den Bedürfnissen der Ackerbauer verwendet werden, und Maass und Zeit der Unterstützung festgesetzt; die andere Commission widmet sich der allgemeinen Kolonisationssache, indem sie bemüht ist, Hindernisse aus dem Wege zu räumen, die Beamten des Ortes ersucht, wohlwollend auf die Bewegung ihr Augenmerk zu richten, allen denjenigen unserer Brüder, welche mit Vermögen in's heilige Land kommen, um sich hier anzusiedeln, mit ßath und Belehrung beizustehen, dsmit sie nicht in das Netz der Vermittler (Agenten) und in die Schlinge Unkundiger gerathen, denn durch solche Leute sind schon so viele Familien hier zu Grunde gegangen und das hat, wie bekannt, der Kolonisationsangelegenheit erheblich geschadet. Nach meiner Ankunft im heil. Lande war ich vor Allem beflissen, den Zustand der Kolonisten und der Ansiedelungen an Ort und Stelle genau kennen zu lernen, ebenso die Natur ihres Bodens, und mich zu vergewissern, was wir für dio Folge von ihnen zu erwarten Imbon, wenn wir uns mit ihnen eifrig und angemessen beschäftigen und ihnen zugleich Geldmittel gewähren. Ich reiste unverzüglich zunächst nach fllpfl PlfiD, untersuchte den Boden nelmt Zubehör, hierauf erkundigte ich mich eingehend bei jedem Einzelnen der Kolonisten nach seinen bisherigen LobeiiNBchipksulon 5m hoi). Lande, ich fragte nach seinen Bedürfnissen und worin ich ihm beistehen könne, so dass er nicht mehr von dem Gutbefinden Anderer abhänge; gleicherweise verfuhr icb in 2TT13» Die Wahrheit zu sagen, habe ich überall, wohin ich mich gewendet, einerseits Hoffnung und Freude, andererseits Mühsal und Kummer gefunden. Ueberall sah ich Licht mit Dunkel gemischt. Ich sah die Felder in mpfl NN2 und freute mich sehr über die Pracht dieser schönen Ebene mit ihren glänzenden Pflanzungen, über das Wasser der Bäche -pp-p *tt..und welche sie durch- Messen; ja, dieser Ort kann in der That eine „Pforte“ der Hoffnung Israels werden, wenn wir nur trachten, allmählich die Hindernisse zu beseitigen , die sich der ersten Entwickelung dieser Kolonie in den Weg stellen. Es hängt hier Alles von Menschenhand, von rechtem Geschick und vorzüglicher Leistung ab. Doch wie sehr entsank mir der Müth, atsichwahrnahm, dass die Hilf-- losigkeit unter den Kolonisten so gross war, jeder von ihnen boffnungs- und planloa bin und her irrte und ihnen auch eine, die ganze Menge belebende Kraft, das einigende Band, fehlte, das hier dringend nöthig ist, da die Kolonisten aus verschiedenen Städten kommen, verschiedene Fähigkeiten besitzen und sämmtlich in rief« Armuth stecken, so dass ihr Gesichtskreis lediglich auf ihr Sonderinteresse und ihre Existenz beschrankt ist, ohne den Bedürfnissen der Allgemeinheit auch nur die geringste Theilnahme zu schenken. — Ich athmete auf, so oft ich den schönen Ort JVYll und seinen guten Boden sah und seine reine Luft einsog, die wahrhaft lebenspendend ist Doch wie sehr ward ich erschüttert, so oft ich den schrecklichen Zustand der dortigen Kolonisten mir ansaht Neun junge Leute schlafen unter dem Schutz einiger Bretter, die der Gründer dieser „Wohnung“ allen Ernstes ein „Haus“ nennt — ein Irrthum, der entschieden Muth- und Hoffnungslosigkeit verursacht. Ich fragte dio jungen Leute, ob sie ermächtigt würnn, einige Häuser in iWtt zu bauen; auch wenn sie das erforderliche Material zum Bau von fünf 1 I Uttsern angekauft und mit einem Zimmermnnn cinon Vertrag a1igeschlot>soti hätten — müssten sie eweifellüBoino Autorisation besitzen. Sioorwiedortoit mir, dass »io eino vollgiltige Ermächtigung hosÜBson. Inzwischen kam auch Herr Ür. Adler au» London nach dem heil. Lando; or reiste nach mpn nnß, um die dortigen Zuntfindo zu unter*