Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1886)
- Date
- 1886-01-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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HettmrssuachrLchte» und Correspoudevze». D tu t sch 1 and. Biugcu, 29. Dezember. Gestatten Sie mir noch einige Bemerkungen zur Mendelssohn-Feier, wiewohl schon einigemale in diesen Blättcm auf diese Feier Bezug genommen wurde. Uebec die Absicht, dem Philosophen Mendelssohns ein Denkmal zu errichten, ist bekanntlich ein öffentlicher Aufruf ergangen. Nach nichtjüdischer Anschauung ist es die ehrendste Auszeichnung, die mau einem großen Manne erweisen kann, sein Bild in Marmor oder Erz auf öffentlichem Platze aufzustellen. Es ist das ursprünglich heidnische Sitte, und unvereinbar mit unserem Gesetze. Wenn daher zu den Unterzeichnern des Aufrufes nicht blos jüdische Financiers, jüd. Juristen, jüd. Aerzte und andere jüd. Gelehrte, sondern auch drei N a b b i n e n (in Mageburg, Dessau und Mainz) mitunterzeichnet haben, wenn Rabbinen, die als religiöse Führer und Leiter ihrer Religionsgcmeinden und als wahre Interpreten unseres Religionsgesetzes angestellt und angesehen werde», ihre Unterschrift zu einer im Judenthnm noch nicht dagewesencu Gesetzesverletzung hergebcn, so verdient das für alle Zeiten festgenagelt zu werden.*) Die nichtjüdischen Unterzeichner mögen die Betheiligung der Herren Rabbiner wohl als einen außerordentlich anerkennenswerthen Akt von Nichtbesaugensein und Vorurtheilslosigkeir auffassen, und die Herren Rabbinen selbst mögen wohl glauben, durch diese ihre Zustimmung in den Augen der gebildeten und gelehrten nichtjüdischen Welt an Achtung gewonnen zu haben. Ehrenvoller und anerkennenswerther wäre es für sie gewesen, wenn sie den Mitunterzeichneru erklärt hätten, daß nach jüd. Gesetze, diese Absicht des Eomites nicht durchführbar sei und eine Mendelssohnstiftung eine ehrendere Auszeichnung für M. wäre. Ein Denkmal hat sich ja Ai. selbst schon gesetzt. Wir Juden können mm einmal den Juden vom Philosophen nicht trennen. Ob wohl Mendelssohn selbst mit einem solchen Denkmal einverstanden gewesen!? Man möchte ihn ans Seiten des Resormjuden- Ihums so gerne als den Reformator hinstellen. Und doch war Mendelssohn trotz seiner Wcltweis- Anm.drrRkd.: Dad brluHcitbf Verbot steht forest Trah ti. m, i|i. 4; ,i<ö ist vrrbotr», di» Gestalt jrM Men« frfirii zu ditdr». selbst wen« das betreuende Vild nur zumZier ralV tobe» dergleichen» dienen soll. heit, seiner Bildung und seinem Verkehr mit de« höchsten Kreisen der Aristokratie und Wissenschaft bekanntlich ein streng-frommer, orthodoxer Jude, der in seiner Einleitung zu seiner Bibelerklarung wörtlich schreibt: „Fürwahr, es ist wahr und klar, daß die ganze h. Lehre, vom Anfang des ersteuBuches bis zuden letzten Worten de» fünften Buchrs. Mosch eh auf Befehl Gottes niedergeschrieben hat..." „Und siehe, wir. die Gesammt- Gemeinde Israels, glauben, daß die Lehre, wie sie Moscheh uiedergeschrieben hat, ganz so noch setzt in unser» Händen ist., Was sagen dazu die jüd. Herren Commerzienräthe und Justizräthe? Was sagt dazu der jüdische Herr Professor Lazarus? Was sagen dazu endlich die drei Herren Rabbiner, als Vertier der Reform? Wen wollen sie denn ehren und auszeichnen? Doch den streng gesetzesgläubige» Moses Mendelssohn. Haben sich die Herren vielleicht versehen und wollen sie dem nachfolgenden Geschlecht der Reformer ein Denkmal errichten? So lange jedoch der „Biur", diese Vibelerklärung Mendelssohns noch gedruckt und gelesen wird, können sie diese, länger als marmorne und eherne Denkmäler dauernde, „Erklärung" nicht zu ihren Gunsten, nicht als Rechtfertigung ihrer Neforrnbestrebungen und ihrer Wühlereien gegen unser Gesetz auslegen. Zum Schluß noch eine kurze Bemerkung. Drei Rabbiner — von den jüdischen Banquiers, Juristen, Aerztcn »nd Professor Lazarus wollen wir absehen — haben folgenden Wortlaut des Ausrufs unterschrieben: ,Finder und Enkel haben den Ruhm des Ahnherrn durch den ihrigen erneuert." Kinder und Enkel haben den Glauben ihres Ahnherrn abgeschworen. Und das finden drei Rabbiner des Ruhmes werth!-—! Was sagt dazu das jüdische, sc; es noch sö indifferente, Publikum in Magdeburg, Deffan und Mainz? Dr. H. Sänger. Amöneburg, 20. Dezcnlber. nie» 's p"cr"y ros 2"'v ist der Großhändler Herz Straus sen. dahier in seinem »4. Lebensjahre, nach kurzem Krankenlager gestorben, und heute mrh v"', unter großer Bethciligung beerdigt worden. Schon im Beginne seiner Thätigkeit als Geschäftsmann hat er. unter bescheidenen Verhältnissen, durch Fleiß, Strebsamkeit und Umsicht, verlmnden mit Redlichkeit und Treue. in Rah und Fern sich Ruf mit» Namen verschafft. Ermnthigt durch das Ü>m gewordene Vertraue» größerer Ge-