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Der Israelit · 1885-12-31 · Heft 102 (31.12.1885) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 102 (31.12.1885)
Date
1885-12-31
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Berlage ju Nr. 102 des Israelit. Heitungsnachrichtcn und Correfpondeirzer,. C: u g l a II d. W.S. Fortsea 14. Dez. Wie die Londoner Blatter berichten, bat am vorigen Donnerstag Ihre königl. Hoheit Prinzessin Louise, Tochter der Königin Victoria, die höhere jüdische Töchterschule in London mit ihrem Besuche beehrt. Sie wurde von dem Präsidenten der Schule, Sir Saul Samuel, Ritter des Michael- und Georg-Ordens, und mehreren jüdischen Damen und Herren empfangen, die ihr ein prachtvolles Bouquet überreichten. Die hohe Dame sprach den Wunsch aus ein hebräisches Lied zu hören, und die Schülerinnen sangen den 29. Psalm, componirt von dem seligen Herrn Mombach. Nachdem die Prinzessin die Schule und die Arbeiten eingehend inspizirt und der Direktorin ihre höchste Zufriedenheit ausgedrückt hatte, gab sie dem anwesenden Herrn Ehren-Sckretär der jüd. Kleinkinderbewahranstalt (4e>vs Infinit Scliool) auf dessen Bitte das Versprechen, dieselbe demnächst zu besuchen. Herr A. L. Emannel, Stadtrath :c. hier, vom dem ich vor einigen Monaten in ihrem gesch. Blatte berichtete, erhielt vorige Woche von den Einwohnern der Stadt aus Anlaß seiner Vermählung mit Frl. Julie Lazarus in London eine förm- ' liche Ovation. In seiner Eigenschaft als Seelsorger 2c. der im hiesigen königl. Strafhanfe internirten jüd. Sträflinge (honoris causa) überreichte ihm im großen Bibliothek-Zimmer das gcsammte Beamten-Personal der Strafanstalt durch oen Direktor eine prachtvolle große Uhr aus feinstem Marmor mit einer passenden Inschrift in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich durch 2:; Jahre um das physische und moralische Wohl der jüd. Sträflinge insbesondere und der Anstalt überhaupt erworben hat. Herr Emannel, dankend crwiedcrnd nicht bloß für das Geschenk, sondern auch für die Bereitwilligkeit, die ihm stets von den Beamten dargebracht wurde, betonte besonders die Toleranz, die ihm als Jude stets gewährt wurde. Der Polizei-Ruder Verein, dessen Obmann Herr Emannel ist, überreichte ihm einen sehr schönen, großen silbernen Thee-Aufsatz (Tea Tray) von bedeutendem Werthe mit passender Inschrift und vom hiesigen christlichen Lehrerverein wurde ihm als Mitglied des städtischen Schnlraths eine prachtvolle Adresse (Testimonial) überreicht. Herr Emanuel ließ an seinem Hochzeitstage ein große Quantität Brod, Thee und Steinkohlen an die Stadtarmen vertheilcn. Der Trannngsact wurde in London von Herrn I)r. H. Adler, deligirtem Oberrabbiner '% vollzogen und beim Diner langten Telegramme von verschiedenen Theilen des Kontinentes an. Der so eben genannte Herr Dr. Adler, Sohn unseres allverehrtcn greisen Herrn Ober-Rabbiners, Dr. N. Adler, rnutsn ve» -ps’ dcm berief vor Kurzem eine Konferenz der in London snngirenden Prediger und Eantoren, deren Aufgabe es sein soll, die in ihrem Districte wohnenden armen jüdischen Familien und Gemeindeglieder von Zeit zu Zeit zu besuchen und über ihre etwaigen Bedürfnisse zu berichten. Es ist dies eine sehr weise Einrichtung, da der Eultusbeamte seine Thätigkeit nicht bloß innerhalb der Mauern des Gotteshauses, sondern auch nach außen zum physischen und geistigen Wohle seiner Glaubensbrüder zu entfalten berufen ist, nicht bloß rvD’Jsn nsnn nyac , sondern auch Vn oyn roisrnn wie cs im Propheten Ezekiel (44, 18—19) angcdeutet ist, cn’“n3 oyn on ianp’ denn mit ihren Amtskleideru allein werden sie das Volk nicht heiligen." A s i e n. Aleppo. Unweit von hier, aber doch schon jenseits des Euphrats liegt das kleine Städtchen Orfah, das in der Weltgeschichte nur für eine kurze Zeit eine Rolle gespielt hat, - dasselbe war während der Krenzzüge der Sitz eines christlichen Fürsten und trug damals noch seinen griechischen Namen Edcssns --- das aber dafür in der Geschichte der Civklisation und der Aufklärung des Menschengeschlechtes stets eine ehrenvolle Stelle einnehmen wird. Dasselbe ist nämlich der Geburtsort von d,tün (unserem Erzvater Abraham), des Ersten Verkünders der Lehre von dem einigeinzigen Gotte, einer Lehre, die zwar ganz einfach ist und schon vom gesunden Menschenverstände eingegcben wird, die aber doch mehr Licht in die Welt gebracht hat, als sämmtliche Metaphysiken der alten iu:b neuen Philosophen. Als Abraham noch in diesem Städtchen lebte, da hieß es onao nw (das Ur der Ehaldäer) znm Unterschiede von dem Nr,

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