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Der Israelit · 1885-12-31 · Heft 102 (31.12.1885) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 102 (31.12.1885)
Date
1885-12-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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1740 Ehe. Mrs. Trefoil hatte ihren Gatten, der sich eben so wenig wie sie nm das Geschäft kümmerte, einige Mal in das Bureau, das er, wie er sagte, anstandshalber zuweilen besuchte, begleitet, hatte sich alle Geschäfts-Lokalitäten zeigen und alle Angestellten vorstcllen lassen. Robert Moor befand sich unter den Letzteren. Der etwas excentrischc junge Mann war durch den Anblick der strahlenden Schönheit seiner Prinzipalin so aufgeregt, das; er gar kein Hehl aus seinen Gefühlen machte. Bald wußten es sännntliche Comptoiristen, daß Robert Moor sterblich verliebt war in die Frau seines Chefs. Die Einen lachten, die Andern beklagten den jungen Mann, dessen hochgradige Erregung zuweilen die Grenzen des Erlaubten überstieg. Ich hielt mich verpflichtet, Mr. Trefoil davon in Kenntniß zu setzen und von da an ließ seine Gattin sich nicht mehr im Comptoir blicken. Aber die Aufregung des unglücklichen Moor steigerte sich trotzdem. Sobald Mr. Trefoil in das Büreau trat, erblaßte der Bedauernswerthe. Ich hätte Mr. Trefoil gern aufgefordert, seine Besuche im Geschäfte zu unterlassen, denn tatsächlich hatten sie nicht den geringsten Werth. Er kam gewöhnlich hierher in mein Zimmer, setzte sich auf das Sofa und las den Herald oder die Times. — Aber den Chef ersuchen, das eigene Geschäft zu meiden — ich konnte mich nicht dazu entschließen. — Bald erfuhr ich durch die andern jungen Leute, daß Moor in seiner wahnsinnigen Leidenschaft seinen Chef mit glühendem Haß verfolge, beständig davon spreche, wie unglücklich sich das reinste, holdseligste Geschöpf an der Seite eines solchen Gatten fühlen müsse, und schließlich sogar behauptete — das habe ich aber erst später erfahren, — daß man dem holden Wesen keine größere Wohlthat erweisen könne, als wenn man ihren Gatten baldmöglichst dorthinschicke, wohin er gehöre, nämlich in die Hölle. Eines Tages, Mr. und Airs. Trefoil befanden sich auf der Veranda ihrer Villa, als plötzlich ein Schuß fiel und Mr. Trefoils Hut durchlöcherte. Seine Frau, zu Tode erschreckt, stieß einen gellenden Schrei aus, und umschlang den Gatten, den sie verletzt wähnte, mit ihren Armen. Dieser Anblick brachte den Wahnsinn des Unglücklichen vollends zum Ausbruch. Robert Moor, denn er war es, der den Meuchelmord versucht, verfiel in Tobsucht, er behauptete Mrs. Trefoil habe ihn bettogen und er wäre daher berechtigt, sie zu tödten. Er mußte in die Irrenanstalt gebracht werden; das Haus „Trefoil and brother* bezahlte seine Pflege, weshalb der Director der Anstalt sich auch verpflichtet .hielt, mir die Flucht des Unglücklichen anzuzeigen. — Und nun rathen Sie, Mister Steinhart, was können wir thun, um Mrs. Trefoil vor dem Ueberfall des Wahnsinnigen zu schützen? — denn trügt mich nicht Alles, so hat der Unglückliche, Gott weiß auf welchem Wege, erfahren, daß Mrs. Trefoil wieder hier ist und wird am Ende einen Ueberfall auf sie planen." Eduard fühlte, wie er erblaßte, wie alles Blut in ihm zum Herzen strömte bei dem Gedanken an die Gefahr, in der die Frau schwebte, die ihm mit jedem Tag thenrer ward. (Fortsetzung folgt.) (I fr Darfst mich To Feil her und hin. Äleibe dennoch, was ich bin. Sürchlost schlechte Thalen Du. Aring' auch Dir ich frohe Zink'? Mergentheim. Is. Schlesinger, Lehrer. Auflösung erfolgt in Nr. 2 n. I. Tie Namen der richtig Lösenden werden, wenn uns solche dis längstens Dienstag Bormittag den 5. Iatmar zugegangen, in der folgenden Nummer veröffentlicht. Auflösung des Näthsels in Nr. 100: Tb Perle. — VJTI' Distel. „Der Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahraangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, für's Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Eours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Ealuth Mizrajim. — Die Sendnng Moses. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Bayern. Frankfurt a. M. — Frankreich: Saint Die. — Spanien: Madrid. — Amerika: Philadelphia. St. Louis. — Asien: Bagdad. — Marokko: Mogador. — Feuilleton: Rehabilitirt. — Räthsrl. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: England: kortsea. — Asien: Aleppo. — Feuilleton: Jerusalem. — Verantwortliche Redaction: Dr. Lehmann in Mainz. — Expedition große Bleiche Nr. 45. Druck und Verlag von Oscar Lehmann in Mainz. (Hierzu eine Beilage nebst Titel und Jnhalts-Berzeichnitz.)

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