Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-12-31 · Heft 102 (31.12.1885) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 102 (31.12.1885)
Date
1885-12-31
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449599--23488-2513167
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1737 verbunden worden, so daß dasselbe nunmehr sechs Bassins und zwölf Badezeiten enthalt; auch ist ein besonderes für diesen Zweck geeignetes Bassin für D’b rtec errichtet worden. Tie Stiftuugs - Section hat einen erheblichen Zuwachs durch das Hinzutrctcn der Gumperts Dann'schen Stiftungen für Talmud Thora sowie zur Aussteuerung von Brauten mit je M. 33,000 — erhalten. Auch die Ph. Abr. Coheu'sche Stiftung ist durch Ansammlung der Zinsen auf M. 33,000 angewachscn. Durch die Vorträge, die in dieser und in der G. Tann'schcu Talmud-Thora-Stiftung gehalten und von Jünglingen »nd Männern zahlreich besucht werden, sowie durch ftattgehabte Erwerbung der R. Tebelc Bondi'schen Bibliothek ist zu einem wncn n’3 der Grund gelegt, der zur gceigucteu Zeit ausgebaut werden wird. Zur Ausgleichung der steigenden Bedürfnissen der Schule werden die Preise der Synagogcuplätze eine mäßige Erhöhung vom nächsten rum nn ab erfahren. Auch wurden in der Generalversammlung die Ersatzwahlen für die statutengemäß aus Vorstand und Ausschuß austrctcnden Mitglieder vorgcnommen. Frankreich. In Saint Die starb am 11. Dezember Frau M. Lcyy, in Mutzig (Elsaß) geboren, im Alter von 105 Jahren. Dieselbe war bis zu ihrem Ende im Besitze aller Sinne. Spanien. Madrid. Die Juden werden stets mit Dankbarkeit des edlen Aktes des verstorbenen Königs von Spanien, Alfonso XII. gedenken, welcher, während der Verfolgung in Rußland 1881, gestattete, daß die russischen Flüchtlinge sich in Spanien niederlaffcn und ungestört ihre Religion ausübcn konnten. Wenn die russischen Juden von dieser Erlattbuiß keinen Gebrauch gemacht haben, so geschah dies nur aus Furcht vor den Vorurtheilrn des spanischen Volkes, welches seit Jahrhunderten mit Juden nicht in Berührung gekommen ist. Amerika. Philadelphia. Die jüdischen Flüchtlinge aus Rußland, welche sich in den Vereinigten Staaten niedergelassen, machen befriedigende Fortschritte. In Philadelphia haben sie jüngst eine neue Synagoge eingeweiht, in welcher dreimal täglich nach streng orthodoxem Ritus gebetet wird. Ungefähr 100 eingewauderte Russen hatten im Jahre 1881 eine „Ehewra" gebildet und nach und nach die nöthigen Gelder zur Errichtung dieser Synagoge gesammelt. Gleichzeitig haben sie einen Theil des Friedhofes der Beth-El-EmethGemeinde erworben. Die fiuanciellcn Verhältnisse dieser russischen Gemeinde sind ganz geordnet. In St. Lonis haben die Russen eine Talmud- Thoraschule gegründet. Obgleich die meisten ganz arm, tragen sie doch monatlich 25, 50 und 75EcntS zur Unterhaltung dieser Schule, welche von 45 Kindern besucht ist, bei. Asien. Bagdad. Die hiesige jüdische Gemeinde zählt jetzt an 40,000 Mitglieder und ist somit die größte in unserem Welttheile. Wir haben hier zwanzig Synagogen (arabisch: Zalat von zala $s) beten) welche heißen: Zalat El-Krabireh (die große Synagoge), Beth Rauwi, Scheck) Jizchak, Bet Edduhan u. s. w. Als Oberrabbiner (Ehacham Baschi) fungirt zur Zeit ein iwjrn itrw'n nn, (Cha- «3)11111 Elischah, ein siebziger Greis itnji *6d uw O'pOwi d"sio. Sein monatliches Gehalt beträgt 600 Piaster (ungefähr 120 Mark), doch hat er auch bedeutende Nebeueiuknnfte. Ihm zur Seite stehen bei der Erfüllung der Pflichten seines heiligen und schwierigen Amtes, die , beiden Unterrabbiner (Dajanim), Ehacham Jakub und Ehacham Abraham, von denen ein jeder ein monatliches Gehalt von 400 Piastern bezieht. Zwei Mal in der Woche, Montag und Dienstag, tritt dieses Nabbiiiats-Eollegium in der großen Synagoge als Richter-Collegium zusammen und schlichtet hier die verschiedensten Prozesse, mit Ausnahme von Criminalangclegenheitcn, die vor das kaiserlich türkische Gerichtstribunal gebracht werden müssen. Diesem Gerichtstribunal stehen zwei Schamoschim (Gerichtsdiener), aber kein Gefängniß zur Verfügung. Die zu einer Freiheitsstrafe vernrtheilten Gemeindemitgliedcr werden daher dem Bali (General-Gouverneur) zur weiteren Amtsverhandlnng übergeben. Vorsteher (Rosch-Hakahal) unserer Gemeinde ist Herr Josef Gurditsch, der reichste Kaufmann im Judenviertel. Als seine Beiräthe fungiren zwölf Jnbim (Ausschußmitglieder). Bei besonders wichtigen Angelegenheiten wird eine Dschama cinberufen, das heißt der Gemeindeausschuß verstärkt sich durch Herbeiziehung der achtundvierzig gewählten Vertrauensmänner und gegen die Beschlüsse dieses Collegiums gibt es keine Appellation. Die Gemeinde besitzt ihr eigenes Gemeindehaus, dessen Räume mit Ausnahme der Wohnung des Bawabschk (Pförtners) gänzlich alsLcrathmigssäle oder Bureaux dienen. Obercantor unserer Ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.