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Der Israelit · 1885-12-31 · Heft 102 (31.12.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 102 (31.12.1885)
Date
1885-12-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1734 ifjitca schwer machte, dem gewohnten Götzendienste zu entsagen. Aber nicht Alte waren von dieser Kurzsichtigkeit des Geistes befangen, und von der Anschauung des gottgcsandtcn Boten, von dem weiten Blicke unsres großen Lehrers Moscheh ist uns im 90. Psalm ein wnnderherrliches 3ciia>*aufbewahrt. Wie kaum irgendwo anders ist *' diesem „Gebete Moscheh's, des Goitcsmauucs" der weite Blick geschildert, der die Größe und Erhabenheit der göttlichen Weltenlcnknng erfaßt und verkündet. Trotz der schrecklichen Leiden des mit ihm lebenden, in der Knechtschaft schmachtenden Geschlechts, verkündet Moscheh: :iin 1112 127 n"i nn8 pyo 'i „Herr, Zuflucht bist Du uns gewesen in jedem Zeitalter." Auch in diesem, jetztlebcnden Gcschlechte, in welchem Deine Hilfe und Rettung noch nicht offen zu Tage getreten; denn wir dürfen nicht Deine allweisen, alle Zeiten und Ewigkeiten umfassenden Pläne mit menschlichem Maßslabe messen wollen; denn 2257721 *?2ii yi8 77inm n7' cii dies :78 iri8 c*?7 iyi „Bevor die Berge geboren, bevor Erde und Welt erschaffen, und von Ewigkeit bis zu Ewigkeit bist Du der allmächtige, erbarmungsvolle Gott. *.□18 '22 1212' ">'28.11 821 1JJ 2*128 22M „Daß Tu den Menschen Leiden zusendest, geschieht nur, um sie zu Dir znrückzuführen." Rach Gottes Maßstabe, „da tausend Jahre einem dahinziehenden Tage, einem Theile der Nacht gleichen, da erscheint ein Mcnschenalter wie Gras, das in der Nacht ersteht, am Morgen erblüht, am Abend verwelkt und vertrocknet." Wohl war cs angemessen, daß die in Mizrajim im Elende sich hinschleppenden Geschlechter dort eine Schule der Leiden durchmachen mußten; allein trotzdem waren diese Leiden nicht unverdient. Schon mit der Geburt Jizchaks hätte die verheißene Leidenszcit (400 Jahre) beginnen sollen, aber Abraham's und Jizchaks tugendhafter Wandel schob sie hinaus, und als die Israeliten nach Mizrajim kamen, da war es Jakobs und seiner Söhne gottgefälliges Leben, welches die Erniedrigung 124 Jahre aufhielt. Erst, als das ganze Geschlecht, das nach Mizrajim gekonnncn, nicht mehr war 721 1M8 721 spv n2'i 8inn irn, da singen der Eingewandcrten Kinder und Enkel an, Götzen zu dienen, und ihnen ward die verdiente Strafe. — Nachdem Moscheh das geschildert, betet er zu Gott 21211 me iy '1 1212» 7i2j? 7p, „Wende Dich lvieder zu uns, 0 Gott, — tvie lange noch — und erbarme Dich Deiner Diener, derer, die nicht von Dir abgefallen, und bringe durch sie die Erlösung dem ganzen Volke. O, wie herrlich muß es sein, wenn wir schon am Morgen unseres Lebens gesättigt werden durch Deine Güte und dann jauchzen, uns freuen dürfen in allen unfern Tagen! Das; doch die Freude der Leidenszeit folge, den Jahren, in denen wir nur Trübes schauten!" — Und nun spricht Moscheh den großen Gedanken ans, der da den Schlüssel bietet für das Berständniß des ganzen Psalms: 77p2 712p 78 I8i'. Es möge sichtbar werden Deinen Dienern Dein Wirken!" — Den Unglücklichen in Mizrajim war das Wirken Gottes verholen geblieben, und deßhalb hingen sie dem Götzendienste an. Nun möge sichtbar werden Dein Wirken Deinen Dienern Oi'22 7p lim „dann wird Deine Majestät für elvig auf ihren Kindern ruhen." Nachdem die große Gnade, die Gott Seinen Kindern durch das Galuth Mizrajim erwiesen, ist sichtbar und erkennbar worden, wird Israel für ewige Zeiten Gottes Majestät, Seine Weisheit und Güte anerkennen. Gab es eine finsterere Zeit, ein elenderes Geschick als das derer, die in Aegyten als Sclaven geboren wurden, lebten und starben? Uns aber ist sichtbar geworden Gottes Wirken auch in jenem Geschlecht, deffen Leiden wir die höchste Erhebung verdanken. Nun können wir nie mehr an der gütigen Vorsehung unsres Gottes zweifeln. 12212 12'T 12*j;21 12'?p 12'178 '1 2P12 '1'1 *. 11222 12'T 12'P21 12'7p „Nun sind wir uns stets, auch in den schlimmsten Zeiten, bewußt, daß über uns waltet die Freundlichkeit des Ewigen unsres Gottes, daß wir nicht umsonst leben, daß vielmehr das Werk unsrer Hände gelingt, daß das Werk unsrer Hände wird immerdar geführt werden zum herrlichsten Ziele durch Ihn." — Zur Sendung Mloses. Von Dr. H. Sänger. (Schluß.) Wohl gibt man vor, man komme im Namen desselben Wesens, das ewig war, das unsere Väter gekannt und in alle Zukunft sein wird, daß aber heute deffen Forderungen andere seien, durch die neueren Verhältnisse hervorgerufen, immer aber liege Sein Geist diesen Fordenmgen zu Grunde, auch wenn Menschen diese Fordenmgen gleichsam im Namen Gottes aufgestellt haben. Es feien also! die neueren Ideen, wenn auch das Judenthum in

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