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Der Israelit · 1885-12-28 · Heft 101 (28.12.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 101 (28.12.1885)
Date
1885-12-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1720 Wesens, im Zeitgeiste sei eine neue Eigenschaft des Ewigen ausgedrückt, im Zeitgeiste thue sich der Gott der Freiheit und Erlösung kund, glaubten diesen Männern> ohne sich naher und eingehender nach diesem Zeitgcisre zu erkundigen, ohne sich zu vergewissern, ob diese Verkündiger der neuen Erlösung auch Sendboten Gottes seien. (Schluß folgt.) Zeitrmgsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Treysa (Hessen Nassau), 21. Dezember. Heute feierte der israelitische Lehrer Herr M. N o th schild sein oOjährigcs Amtsjnbcläum. Die ganze Stadt, ohne Unterschied der Konfession, hatte sich an dem schönen Feste bcthciligt. Schon am Vorabend ward dem greisen Jubilar ein Ständchen durch den Treysacr Mannergesangverein und am 21. Dezember früh ein solches durch ein Musikkorps gebracht. Im Laufe des Vormittags erschienen verschiedene Deputationen, um dem ebenso beliebten als wohlverehrten Lehrer ihre Glückwünsche darzubringen. Nach beendigtem Fcstgottesdienft ward der Jubilar in geordnetem Festzuge, an welchem die Spitzen der Behörden, sämmtliche Schulen u. s. w. Theil nahmen, zum Festsaale abgeholt, woselbst ein solennes Festmahl stattfand, an welches sich dann Abends theatralische Aufführung anschloß. Aachen, 22. Dezember. Gestatten Sie mir unter Bezugnahme auf die in Nr. 95 Ihres gesch. Blattes gebrachte Korrespondenz des Herrn Dr. Ehrmann einige Bemerkungen zur Richtigstellung. 1. Ob und in wie weit der „Bericht des Wuppcrthaler Thicrschutzvereins" meinen in der Bersauimlung der Vorstände der Rhein.-Westhphäl. Thicrschutzvcreine gehaltenen Vortrag über das Thicrschächten richtig wicdergegebeu hat, kann ich nicht bcurtheilcn, da mir derselbe bisher nicht zu Gesicht gekommen ist. 2. Meine in der Versamnilung abgegebenen Erklärungen bewegten sich streng auf dem Boden der betreffenden von O'pOwi d"w überlieferten Vorschriften. 3. Die Betäubung der Thiere vor der nBTity anlangend habe ich — während der Discussion dazu provizirt — rein theoretisch die Möglichkeit derselben durch narkotische Mittel in's Auge gefaßt, ohne die Schwierigkeit der praktischen Durchführung zu verhehlen. Von einer Betäubung mittelst Schlagens auf den Kopf und das Genick habe ich gar nicht gesprochen und hätte sich demnach Herr Tr. Ehrmann die darauf bezüglichen Auseinandersetzungen füglich ersparen können. 4. Die vollständige Tödtnng des Thieres nach vollzogener ntrrw mittelst Schlagens auf dem Kopf habe ich als statthaft erklärt auf Grund von mr n'o, ja 'd njn und j'd t"d 'd i"*, aus welchen Stellen dasselbe klar hervorgeht. Wenn Herr Dr. Ehrmann hierüber anderer Meinung ist, so muß ich dies allerdings bedauern. Thatsächlich wird in vielen Gemeinden das geschlachtete Thier durch Schlagen auf den Kopf zum schnelleren Verenden gebracht, wie es auch übrigens im n"% 'd din nmn ausdrücklich heißt, „daß es von vornherein zwar verboten ist das Genick des Thieres zu zerbrechen, um einen schnelleren Tod hcrbeizuführen nmo Vn« Dijrbao npi2D rmtp *"y Npm ntpjo by mu nb aber, daß es gestattet ist auf den Kopf zu schlagen, weil nur in Folge desZerbrechens des Genicks das Blut sich wieder in den Körper ergießt. *) Damit sind die Befürchtungen des Herrn Dr. Ehrmann, als hätte ich durch meinen Vortrag „den Gegnern des Thierschächtens in die Hände gearbeitet" als vollständig grundlos erwiesen. Ich habe vielmehr die gegentheilige Ueberzcugung gewonnen, daß derselbe — wie ich cs beabsichtigte — bei vielen der Anwesenden eine gerechtere Würdigung und Achtung unserer das Thkerschächten betreffenden Vorschriften hcrvorgerufen hat. Als Beweis dafür sei mir blos gestattet zu erwähnen, daß der damalige hiesige Oberbürgermeister von Weise sich wörtlich äußerte: „ich freue mich, aus Ihrem Vortrage entnommen zu haben, wie weise die Gesetze Ihrer Religion sind." Jedenfalls hätte ich gewünscht und auch verdient, daß Herr Dr. Ehrmann die Angelegenheit in etwas ruhigerem Tone behandelt hätte. Rabbiner D r. I a u l u s. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Kssmark, am 8. Chanuka. niblvv nb vh r*< D’pnsn nio'D D’ytsn. Ein junger Gelehrter aus N. in Budapest, der eine Staatsanftellung haben wollte, glaubte dieses Malheur nur seinem Geburtsfehler zuzuschreiben, nämlich von frommen israelitischen Eltern abzustammen und diese Sorte von Eltern erfreut sich wahrhaftig nicht im Nnterrichtsministe- *) Anmerk, der Red.: Nach vielenDecisorrn und nach der allgemein recipirten Halachah ist es verboten, den Tod des Thieres nach der Schechitah zu beschleunigen, bevor daS Blut pro pns!? v'v P2 entflossen. Vergleiche Ture Sabab zu I. D. C. 87, 5. 3.

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