Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 101 (28.12.1885)
- Date
- 1885-12-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1719 Moschch sieht das Elend feiner Brüder, läßt sich im Zorne über deren Mißhandlung hinrcißen und erschlägt den ägyptischen Aufseher. Dafür mit dem Tode bedroht, flüchtet er nach Midjan, wird dort der Schwiegersohn eines vornehmen Mannes und hütet deffcu Schafe. Ein Zeitraum von 40 Jahren liegt dazwischen; da erscheint ihm der Ewige, thcilt ihm mit, daß Er die Israeliten befreien will und ihn mit dieser Aufgabe betraut. Moschch crwiedert hierauf: „Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehen soll, und das; ich die Kinder Israel aus Aegypten führe!" Und Gott sprach: „Ich werde mit Dir sein, und das sei Dir als Zeichen, daß ich Dich geschickt habe: Wenn Tn das Volk aus Mizrajim führst, werdet ihr Gott dienen an diesem Berge." Aus die Frage Moschchs, was er den nach den Namen Gottes fragenden Kindern Israel antworten solle, sagt ihm Gott 2'ob 72b „Ich 10erbe sein, der ich sein werde." 7»b'i '2222 o'ob 2/572’ 255 72bo cc 7:>fn erirofe ’plft n 2/572’ 23 2b 7»5>n 23 222 2/> C'p'2/5 '22 or crif) '2222 3p2’ ’p;f)i pni’ ’pbn 0:03f) "p':r> .717 7*73 ’73r C2222 Den Namen Gottes wollte Moschch wissen, damit er ihn den Kindern Israel, wenn sie danach fragen, mittheilen könne.. Wenn er zu Pharao gehen sollte, um die Befreiung derselben zu verlangen, so mußten doch vor Allem die Kinder Israel ihm vollstes Vertrauen schenken, an seine göttliche Mission glauben, ihn unterstützen in seiner schweren Aufgabe. Moschch war durch seine lauge Abwesenheit von Aegypten seinen Brüdern fremd geworden; er kommt nun zu ihnen als Bote des Gottes ihrer Väter. Wer bürgte aber dafür, daß er, fern von seinem Volke, nicht zu irgend einer heidnischen Göttcranschauung, oder, was so nahe lag, da er ägyptische Erziehung gcnoffen, zur ägyptischen Anschauungsweise sich bekannt? Wer bürgte dafür, daß er sie aus ihrem harten Sclavenjoche befreie; ob er ihnen nicht falsche Vorspiegelungen mache? Ohne solche Bürgschaft durfte Moschch nicht hoffen. Gehör zu finden. Deshalb sprach er zu dem Ewigen: „Wenn ich zu ihnen sage, der Gott Eurer Väter hat mich zu Euch geschickt, und sie werden mich fragen: Wie ist sein Name? was soll ich ihnen erwiedern?" Eine dreifache Antwort wird ihm darauf, wie wir gesehen haben. Der L772 bemerkt zu der ersten Antwort rofr 72b Folgendes: 27Ö 2,732 00b '22 022 «2 72b 5)7,72 '2b '222 'v!>, Gott sprach zu ihm: Moschch, meinen Namen wlllst du wissen? Nach meinen Handlungen werde Ich benannt. 2273? ob p '2b27 v',72b b7p: ':b. Wenn Ich die Geschöpfe richte, werde Ich „göttlicher Richter" genannt. «>p: «ros 2^221 oibÄ f>7,72 '22 v'2272 übe Ich Vergeltung an den Bösen, so nennt man Mich „Zebaoth" 22 oino *2ta '72 2b fnp2 '2b L7b 22 I'b'22 „und luciui Ich Nachsicht übe mit dem Sünder und zuwarte, nennt man Mich der „Allmächtige," ':b c’:>27 0723 322 '2b22i '222 '22 bio '22 ,2127 b7,72 und wenn Ich Mich barmherzig erweise, werde Ich, „Barmherziger" genannt, Mein Name ist Meinen Handlungen entsprechend." Damit ist die jüdische Auffassung über Gottes Wesen scharf gezeichnet und ragt um Himmelshohcu hinaus über die anderer Völker. Während die meisten Völker in den verschiedenen Eigenschaften, in welchen sich die göttliche Wallung unseren Blicken offenbart, ebenso viele verschiedene Gottheiten erblicken, sieht das Judenthum alle diese Eigcnschaftn vereinigt in seinem Gotte. Je nach Verhältuiß seiner Wirkungen, die wir sehen, geben wir Gott einen entsprechenden Namen, immer aber ihm allein all diese Wirkungen zuschreibend, sie alte als Ausfluß des Einen höchsten Wesens erkennend. 72b o'ob o’ob. „Ich werde immer sein, der ich sein werde." „Darum," spricht Gott zu Moschch, „sage den Kindern Israel crifc 2222?*?5>. Dieses Ewigseiende Eine göttliche Wesen, das sich so verschiedenartig zeigt, bald als Richter, bald als Vergelter, bald als Allmächtiger und bald als Barmherziger; das Wesen, das überall ist, in aller Zukunft sein wird, das auch Euer nicht vergessen hat,- nicht vergessen der Verheißung, Euch einst zu befreien aus Sclavcnjoch und zu führen nach dem Lande, das Er Euer» Vätern versprochen: Dieses Eine Wesen hat mich 311 Euch geschickt. Und wenn Ihr den Namen Gottes zn wiffcn wünscht — für Euch ist er immer der Gott Abrahams, Jizchaks und Jakobs 717 7172 'irr er 0222 '22 or „Das" spricht Gott, „ist mein Name auf ewig und Das ist meine Erinnerung für alle kommenden Geschlechter." Wer sich, und sei es zu welcher Zeit immer, als Befreier und Erlöser Israels ausgcben will, der muß sich gefaßt machen ans die Frage, wie der Name Gottes sei, als dessen Sendbote er sich einführeu will. Auch heute kommen Manche zu unserem Volke und sprechen: Wir kommen Dich zu befreien auS engen Banden, die Dir in finstern Zeiten angelegt wurden. Und erkundigt man sich danach, in wessen Namen sie kommen, so lautet heute die Antwort: Jnl Namen des Zeitgeistes und der Freiheit. Viele, die da meinten, das Wort Zeitgeist bezeichne einen höheren Begriff, es sei auch der Name des göttlichen