Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 100 (24.12.1885)
- Date
- 1885-12-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1710 Bedrängten und Armen gegenüber, während er selbst. von körperlichen Leiden gebeugt war, in denen ihn nur sein großes Gottvertrauen aufrecht erhielt, wird ihm eine Thräne des Dankes und der Wehmuth nachweinen. Seine Opferfreudigkeit hat er besonders bewährt, als er vor circa 3 Jahren an der Spitze des Assisteuten-Eollegiums für russisch-jüdische Flüchtlinge (einer Vereinigung einer großen Anzahl junger Leute) viele Monate hindurch das große Rettungswerk der Beförderung der armen, vertriebenen russischen Glaubensgenossen nach Amerika und vor etwa 1*/* Jahren dasjenige der aus Rumänien vertriebener Brüder, leitete und Tag und Nacht sich den aufreibenden körperlichen Anstrengungen unterzog, die ein solcher Freiwilliger- Dicnst für die heilige Sache mit sich brachte. Möge ihm der Lohn für seine guten Thatcn in jenem bessern Leben zu Theil werden! .“1EDN* 'n ipna y&b -pm Schweiz. Aus der Schweiz. Ich habe Ihnen in einer der jüngsten Nummern des „Israelit" die Mittheilnng gebracht, daß von Seiten der Stadtbehörde'' in Solothurn bezüglich des Schächtens im dortigen Schlachthause, Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden, welche einem Verbot des Schächtens gleichkommen und die Bemerkung daran geknüpft, daß von einflußreicher Seite Schritte gethan werden, um den Beschluß rückgängig zu machen. Es scheint, daß die Vorstellungen bei der hohen Negierung des Et. Solothurn einigermaßen Gehör gefunden, indem aus den Verhandlungen des Regierungsrathes folgendes entnommen wird. Das Schächten nach israelitischem Kultus wird bis auf Weiteres geduldet, unter Vorbehalt, daß dabei die Zecha'sche Legmethode in Anwendung gebracht und gleichzeitig (!!!) mit dem Schächtschnitt das Schlachtthier durch Kopfschlag vollständig betäubt (!!) werde. Widerhandlnugen sind als Tierquälerei dem Strafrichter anzuzeigen. Die Zecha'sche Legmethode ist in der Schrift des Herrn Dr. Ehrmann, „Thierschutz-Menschentrutz" des Ausführlichen beschrieben und da von Seiten der Alliance Israelit in Paris schon vor 5—6 Monaten an die meisten Negierungen der Schweiz, (wo Inden wohnhaft sind), die Ehrmann'sche Schrift versandt wurde, und auch die oben angedeuteten Persönlichkeiten höher« Orts auf die Zecha'sche Legmethode werden aufmerksam gemacht haben, ist doch wenigstens ein Erfolg in dieser Beziehung, (wenn auch die Sache noch nicht glatt ist) zu begrüßen. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Orsova. (Ungarn). Am 7. Dezember d. I. wurde auf hicrortigen Gottesacker Herr Moritz Klauber unter großer Betheiligung eines theilnehmendcn Publikums zur ewigen Ruhe gebracht. Klauber war Ober-Jnspector der priv. Oesterr.- Ungar. Staats-Eisenbahn-Gesellschaft, Ritter des Franz-Josef-Ordens, Groß-Ofsizier des königl. serb. Takowa —, Kommandeur des fuif, russ. Stanislaus-, Ritter des kaks. ottom. Medjidi- und des königl. preußischen Notheu Adler-Ordens. Rußland. Moskau, 16. Dezember. Die gelehrte und auch die reiselustige Welt hat bis jetzt nur mit großem Bedauern das Vorhandensein einer gewissenhaft und mit Zugrundlage mathemathischer Vermessungen entworfenen Karte von Jerusalem vermißt. Die Karten, die wir heute von der heiligen Stadt besitzen, sind bekanntlich nur approximativ, wenn nicht gar ganz phantastisch entworfen. Dem wird nun jetzt gründlich abgcholfen werden. Die unter dem Protectorate Sr. kaiserlichen Hoheit des Großfürsten Sergius stehende orthodoxe Gesellschaft zur Erforschung Palästinas läßt jetzt auf ihre Kosten einen genau bearbeiteten Plan der heiligen Stadt drucken, von dem die ersten Exemplare schon der Oeffentlichkeit übergeben worden sind. Derselbe ist zwar in russischer Sprache abgefaßt, wird aber voraussichtlich bald auch in die westeuropäischen Sprachen übertragen werden. Diese Gesellschaft, die 1883 in 'Moskau mit einem Grundkapitale von 81,000 Rubel gegründet wurde, zählt heute schon 376 Mitglieder, selbstverständlich durchwegs orthodoxe Christen, und hatte seit ihrer Gründung bis zum vergangenen 1. November 200,000 Rubel vereinnahmt. Riga. Im gegenwärtigen Schuljahre wurde die Aufnahme jüdischer Studenten in die hiesige polytechnische Hochschule auf solche beschränkt, deren Eltern in den Ostseeproviuzen wohnen dürfen. Seit einiger Zeit werden dahier mailenhaft Juden ausgewiesen. In der technischen Schule in der Hauptstadt sind gegenwärtig 16 Juden. Vielen anderen wurde die Aufnahme verweigert, weil sie das Wohnsitzrecht daselbst nicht besitzen. Bei der letzten Preisvertheilnng iu dieser Schule erhielten sieben jüdische Studenten Preise. A u st r a l i e n. Herr Schrkmsky in Wellington (Neu-Seelaud) wurde vom Gouverneur zum Mitglieds des gesetz-