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Der Israelit · 1885-12-24 · Heft 100 (24.12.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 100 (24.12.1885)
Date
1885-12-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1705 diesem Lande geboren, ohne politische Rechte z» besitzen, ein Schritt von der Ausweisung derer, die politische Rechte besitzen, bis zu den Rumänen, welche am Ufer der Dimbovitsa oder des Bahlui geboren sind." Englan £>. Dxford. An der hiesigen Universität wird nunmehr auch Hebräisch ein Prüfungsgegenstand bilden, sobald sich 20 Candidatcn zur Prüfung melden. R u ß l a n d. Petersburg. Der berühmte russische Publicist Gradowsky hat auf Kosten des Finanzministers eine größere Broschüre über die jüdische Frage herausgegeben, die sich durch strenge Unparteilichkeit auszeichnct. Man legt ihr große Wichtigkeit bei, indem man glaubt, daß die in derselben dargelcgten Ideen auf die Regulirung der Judenfrage bedeutenden Einfluß ausüben werden. Wilna, 5. Tcbeth. Als ich gestern Morgen nach Minsk kam, hörte ich zu meinem tiefsten Bedauern, daß der weit über die Grenze Rußlands bekannte und hochgeschätzte pvn-wv 'Tino im\ nach 5wöchentlichem Krankenlager am Sonntag leider verschieden ist. Ich fuhr deßhalb mit dem Rachtznge zur heutigen Lewaje hierher.^ Unterwegs traf ich eine gryßerc Anzahl angesehener und hervorragender Leute aus Minsk und anderen Orten — die gleichfalls zur Traucrstätte eilten, um dem dahingeschicdcncn Freund das letzte Geleite zu geben. Schon früh, Morgens, wogte es in den dem Sterbehaus angrenzenden Straßen und die Menge wuchs zusehends. Die Läden und Magazine waren größtenthcils geschloffen und Wilna hat wohl noch selten ein derartiges Leichenbegänguiß gesehen, es mögen vielleicht ca. 20,000 Menschen daran Theil genommen haben, wozu allerdings die von auswärts gesandten Deputationen ein großes Contingent stellten. 11. A. bemerkte ich den in Rußland als erste Autorität anerkannten %"j pnbx pn«r den m von Kowno, sowie den tjd von Kowno u. A. m. Kurz nach 10 Uhr setzte sich der imposante Zug in Bewegung. An der Spitze gingen ein Theil der im hiesigen Alterversorgungshaus (Bogetellie) befindlichen Greise, dann folgten mehrere Klassen der hiesigen nun mrön-Schule und daran schloß sich der pnrr, der getragen wurde, worauf die Verwandten, Bekannten und Freunde, theils zu Fuß, thcils per Schlitten folgten. Der jnx wurde zuerst in den Schulhof getragen, woselbst das erste nvvn gehalten wurde, das zweite folgte in der Saredschie-Schul und schließlich wurden noch von 7 Autoritäten cr-fcon auf dem nnnpn n'2 gehalten, worunter die vom Kownoer n hcrvorgehobcn zu werden verdient. — Es war mir übrigens bei dem Gedränge unmöglich so nahe zu kommen, um alle cnson verstehen zu können, doch machte cs einen großen Eindruck und zeigte besonders wie populär und beliebt und angesehen '’nnc '1 — war, wenn bei einzelnen Stellen die mehreren Tausend der Anwesenden in lautes Weinen und Schluchzen ansbrachen. 'Tina '1 war der Sohn des hochberuhmtcn pmnff bsict? bellen Eommentarc ans ntp chic große Verbreitung und Bedeutung gewonnen. '’nna 4i war im Jahre 1818 geboren und verheirathctc sich mit 15 Jahren mit der Tochter des ebenfalls sehr hochstehenden Eliasbcrg aus Jvenitz. Diese Ehe blieb kinderlos. Er hatte sich von Jugend auf viel und eingehend mit dem -na^n beschäftigt, auch er hat Eommentare geschrieben, die nach seinem Wunsch demnächst im Druck erscheinen sollen. — Viel hat er für das Judenthum in Rußland und spcciell für die Juden in seiner Vaterstadt Wilna gewirkt, enon nta hat er in seltenem Maße geübt, aber nicht allein uicao, sondern auch tsi», sein Haus war rons reo r.nr6 2c. Von feinen hochherzigen Gesinnungen werden seine letzwilligen Verfügungen auf ewige Zeiten Kcnutuiß ablegen. — Seine Bibliothek, die er mit vielem Aufwand von Zeit und Geld gesammelt, soll eine der hervorragendste Europas sein und damit solche auch ferner fleißig im Gebrauche bleibe, bestimmte er einen seiner Höfe (mit mehreren Häusern) speciell für diesen Zweck und zivar so, daß das Erträguiß dieses Hofes zur Jnftandhaltnng der Bibliothek und Unterhaltung von 10 n'-io'ö verwendet werde, die stets in einem bestimmten Raum dieses Hofes zu lernen haben. Diese Stiftung wird seinen Namen tragen. Er bedachte außerdem fast alle Wohlihätigkeitsanftalten hiesiger Stadt mit namhaften Geldgeschenken und auch viele unbemittelte ihm näher stehende Bekannte lieb er nicht leer ausgehen. — Die Vermächtnisse an die Wohlthätigkeitsanstalten sollen allein circa 60,000 R. betragen. Wie ich höre, war er mit den ausländischen Eoryphäen der jüdischen Literatur in lebhaftem Eonnex re. A f g h a n i st a n. Herat. (Schluß.) Unsere Gemeinde, welche die größte und reichste im ganzen Khanate Afghanistan ist, zählt jetzt ungefähr zweihundert Familien, von denen zwei Drittel in der eigentlichen Stadt, die übrigen in den Vorstädten und umliegenden Dörfern wohnen. Auch in dem unweit von hier nahe der persischen Grenze gelegenen Städtch

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