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Der Israelit · 1885-12-21 · Heft 99 (21.12.1885) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 99 (21.12.1885)
Date
1885-12-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1688 wahrlieii.cn" des Herrn Hofpredigcrs Var, von dcncil wir nur zwei citircn. 1) Herr Stöcker Hai am 27. Mai 1881 gesagt und in „Christlich-Sozial" S. 182 wiederholt: „Ich wurde in Volksversammlungen nie über den Talmud reden, Weiler ein heiliges Buch der israelitischen Mitbürger ist; zwei Hetzreden gegen den Talmud (vom 24. April 188-1 und vom 29. Mai) strafen diese Aeußcrnng Lügen. 2) Die am 3. Januar 1878 im „C'iskellcr" veranstaltete Versammlung wird jetzt als Geburtstag der christlich-sozialen Partei gefeiert. Einige Tage später sah Herr P. den Redakteur Hin. Pastor a. D. Engel und sagte zu ihm: „Da steht ja im „ReichSbotcn" ein Artikel über die „CiSkcllcr-Vcrsamnilnng". Den Artikel haben Sic nicht geschrieben." — „„Doch; ich habe ihn geschrieben."" — „Rein!" — „„Doch."" — „Nein, Sie können ihn nicht geschrieben haben." — „»Ich habe ihn wohl geschrieben."" — „Nein, Sie werden sich nicht selber dcSavouircn. Sie haben doch früher im „Rcichsbotcn" anders genrtheilt." — „„Run. ich will cs Ihnen gestehen: Der Artikel ist v o ii H r ii. H o f p r. Stöcke r". Bald darauf besuchte Herr P. Herrn Stöcker. Da fing dieser an, von der Vcrsainmlung zu reden, wollte Herrn P. belehren, wie cs bei solchen Versammlungen zugehe, und sagte im Verlaufe des Gespräches: „I ch habe den Artikel im Rcichsbotcn nicht geschrieben." — Schon Seite 2 erzählt der Vers., er habe unter anderem Material Herrn Stöcker zn seiner „antisemitischen" Landtagsrede (22. Rov. 1880) auch die S ch l e i d e n s ch e Broschüre: „Die Romantik des Martyriums bei den Juden im Mittelalter," geschickt, mit demHinzufngen, Schleiden sei, wenngleich wahrscheinlich um j üdisch en G e ldes willen schreibend:! Christ; Hofpr. Stöcker bezeichnest in seiner Rede Schleiden trotzdem als „Juden"! — Sapienti sat! Die Broschüre des Herrn Prof. Strack wird zweifellos den Zweck erfüllen, zu dem sie geschrieben ist, den Verfasser gegen den „leichtfertigen", vcrtrancnsbrüchigcn Gegner in den Augen der Welt zn rechtfertigen; einen augenblicklichen Einfluß auf die Geschicke des Herrn Stöcker wird sic nicht ansüben. Das Charktcrbild des Vaters der Judcnhetzeu „schwankt nicht mehr in der Geschichte," in den Kreisen aller redlich denkenden Menschen ist das llrthcil über diesen Herrn abgeschlossen und besiegelt. Aber auch die Hetzgenossen Stöckers werden durch ein Dutzend neue „Unwahrheiten" ihres Ideales sich nicht in der Anbetung desselben beirren lassen; sie wissen cs nur zn gut, das;, wenn der Meister fällt, auch ihre Stunde geschlagen hat. Herrn Professor Strack aber gebührt reicher Dank, daß er, der politische und religiöse Gesinnungsgenosse, wie der frühere Anhänger Stöckers, daß er, der Judenmissionar und das Ehrenmitglied des „Vereins Deutscher Studenten" den Muth gehabt, offen der Verlänmdung den Fehdehandschuh hinzuwerfen und der Lüge die Larve abznreißen —_ und darin allein liegt die hohe Bedeutung der Broschüre. Zeitungsnachrichten u»d Correspondenzen. Afghani st a n. Hernt. iw» i?o hs nn dm 'pibrr ijn "iHi nbn *£o m^n nn reo ir.n tnm -narn n^nt* cxm ntwo znttr ’sröi nin ovn. „Und der Gott Israels erregte den Geist Pul's, des Königs von Assyrien und den Geist Tilgat Pilnesscr's, Königs von Assyrien, und er verbannte den Rubeln, dann dcnGadi und den halben Stamm Mcnaschc und brachte sie nach Hclah, Habur, Hara und an den Strom Gosan, (wo sie nun weilen) bis auf den heutigen Tag. (Chronik V. 26.)" Die Herater Juden behaupten, daß ihre Gemeinde schon zur Zeit des Propheten Jeremias existirt habe, und blieb daher ihren Vorfahren erspart, den ersten Tempel in Flammen aufgehcn zu sehen. Leider fehlt cs aber an schriftlichen Beweisen für diese Behauptung. Das älteste hier vorhandene jüdische Documcut, eine Thorarolle, stammt nämlich erst aus dem vierzehnten Jahrhundert der allgemeinen Zeitrechnung, während der älteste.Grabstein auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe noch nicht einmal seinen dreihundertstel! Geburtstag gefeiert hat. Auch die hiesigen Stadtchronikcn, sowohl di: persischen als die arabischen, die älteste derselben stammt erst aus dem 7. Jahrhundert der allgemeinen Zeitrechnung, schweigen gänzlich über diesen Gegenstand und erwähnen blos das Gerücht, daß Alexander der Große auf seinem Zuge nach Indien eine Deputation der hiesigen Judengemeinde empfangen habe, der er dann seine Freude darüber ausdrückte, daß ihm der Hohepriester in Jerusalem einen so schönen und herzlichen Empfang bereitet habe. Das ist aber auch Alles, was uns die Tradition über das Alter der hiesigen Judengemeinde zu erzählen weiß. Die eigentliche Geschichte dieser Gemeinde beginnt dann zugleich mit der Geschichte unserer Stadt, und diese nimmt erst mit dem Jahre 408 der allgemeinen Zeitrechnung ihren Anfang. Dagegen ist es dem Schreiber dieser Zeilen geglückt,

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