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Der Israelit · 1885-12-17 · Heft 98 (17.12.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 98 (17.12.1885)
Date
1885-12-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1673 schästsgangs kann daher erst Anfangs nächsten Jahres Weiteres erfolgen. Den zahlreichen Interessenten dürfte» diese Mittheilungen willkommen sein. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 10. Dezember. In der vergangenen Woche hat unser erhabener Kronprinz seinem erlauchten Vater die erste Lieferung von dem unter seinem hohen Protectorate und unter seiner hohen Mitwirkung erscheinenden geographischen Werke „Oesterreich-Ungarn in Wort und Bild", von dem eine zweifache Ausgabe, eine deutsche und eine ungarische, veranstaltet wird, überreicht, und war der Thronerbe Oesterreichs dabei von den beiden Schriftstellern, Josef, Ritter v. Weilen, und Maurus Jokai, von denen Ersterer die deutsche, Letzterer wieder die ungarische Ausgabe leitet und controllirt, begleitet. Unsere Antisemiten haben an diesem Tage gewiß getrauert und gejammert über unsere schlechte und verdorbene Zeit, in der sich sogar ein österreichischer Kronprinz nicht schämt, sich einen Juden an seine Seite zu geben, damit er ihm bei der Herausgabe eines epochemachenden Werkes, das für alle Völker der österreichisch-ungarischen Monarchie bestimmt ist, behiflich sei und ihn mit seiner gewandten Feder und seinem schriftstellerischen Rath unterstütze. Josef, Ritter v. Weilen, der zugleich auch Präsident des hiesigen Schriftsteller- und Journalistenvereines „Concordia" ist und dessen Name in der deutschen Schriftstellerwelt einen guten Klang hat, gehört nämlich dem Judenthnme an. Er schämt sich auch nicht, sich als Jude öffentlich zu bekennen. Als die hiesige Nttnp man vor etlichen Jahren ein Jubiläum feierte und dabei auch ein Bankett veranstaltete, bei dem das Couvert 8 fl. kostete, da sah man auch Ritter v. Weilen an der Tafel sitzen, der dann gleich den übrigen Gästen kräftig ein 0"r6 (Zum Leben!) rief. Mehr aber noch als das des Herrn v. Weilen verdient das Benehmen des österreichischen Kronprinzen der Nachwelt überliefert zu werden, der einen Juden in seine Nähe und in sein Haus zieht, obgleich nur ein Wink genügt hätte, und Hunderte von deutschen Schriftstellern wären herbeigeeilt und hätten sich glücklich geschätzt, Jwm Kronprinzen Rudolf zu dessen schriftstellerischen Flügeladjutanten ernannt zu werden. In einem Reiche, dessen Kronprinz von einer solch liberalen Gesinnung erfüllt ist, da hat der Antisemitismus wenig Hoffnung, baldigst zur Herrschaft zu gelangen. Der erste unter, den Habsburgern, der den Namen Rudolf trug (Kaiser Rudolf I.) nahm bekanntlich die Juden in Schutz gegen die blöde Beschuldigung, daß sie Christenblnt gebrauchen, der zweite Rudolf unter den habsburgischen Kaisern Rudolf II.) lud wieder den hohen Rabbi Löw zu einem Besuche in seine Hofburg ein, während der dritte Habsburger dieses Namens wieder einen Juden mit der Herausgabe eines großen belletristischen Werkes betraut. Lange lebe der Kronprinz! Prag, 8. Dez. Mit Bezug auf die beiden Anmerkungen in dem Berichte über meinen im Vereine „Afike-Jehuda" gehaltenen Vortrag erlaube ich mir zu bemerken, daß ich diejenigen Opfer, mit welchen keine d*3d3 verbunden waren, unter wörtlicher Anführung der Mischna (Minchot 10, 6) aufgezählt habe; ebenso habe ich auch in meinem Vortrage die zweite Erklärung Raschi's (Keritot 6 a.), daß unter pv'-sp Kapcrnsaft zu verstehen sei, nicht unerwähnt gelassen. Dies in Ihrem gcsch. Blatte zur Kenntuiß bringen zu wollen — bittet Sie Ihr ergebener M. Stark. A m e r i k a. Washington, 8 Dez. Der dem Kongreß übermittelten Botschaft des Präsidenten C l ev el a nd entnehmen wir Folgendes: Dem Ersuchen der österreichischen Regierung um Zurückziehung der Ernennung Mr.Keiley's (Mr. Keiley hat eine Jüdin zur Frau) konnte der Präsident nicht willfahren, ohne seinen Amtseid und die Vorschriften der Konstitution zu verletzen, da die von Oesterreich vorgebrachteu Gründe nothwendigerweise eine Beschränkung des Rechts der Wahl seitens der amerikanischen Exekutive zu Gunsten einer frcmbcii Regierung involvirten, und eine solche Anwendung des religiösen Bekenntnisses als Qualifikation piu Amte erforderten, wie sie zu einer thatsächlichen Untauglichkeitserklärung einer großen Klasse von Bürgern und zu dem Aufgeben der wichtigsten Grundsätze der Regierung der Vereinigten Staaten führen würden. Feuilleton. YelMMirt. Erzählung von Friedrich Rott. XVII. Es tvar in den später» Nachlnittagsstundeu eines Freitags. In dem sogenannten kleinen Salon der Frau von Kleefeld standen bereits auf weißge-

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