Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1885-12-14 · Heft 97 (14.12.1885) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 97 (14.12.1885)
Date
1885-12-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449503-2449594--23390-2513064
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1662 wieder Männer gefunden und Männer gehabt, die in die entstandene Bresche treten konnten. Nicht so nach der Zerstörung des zweiten Tempels, und namentlich nicht so in unserer an wirklich großen Männern so armen Zeit. Wir niüssen ausrufeu 'x n'3 rentpo c'p-Ti prvc ntrp. Der Verlust der v'p'iL ist für uns noch viel herber als der unseres Tempels, denn wer vermag sie zu ersetzen, wer staun ihren ganzen Wirkungskreis voll und ganz ansfüllcn! Wie veredelnd der Verblichene stets gewirkt und wie er ein treuer Lehrer gewesen, davon habe er, der Redner, am besten Gelegenheit gehabt, sich zu überzeugen, denn ein großer Theil der Lehrer, die in dem legten Dezcnium aus dein israelitischen Seminar zu Würzburg ausgetreten sind, haben an der hiesigen Talmud-Thora-Schnle ihre Vorbildung genossen. Schließlich ermahnte Herr Dr. Tachauer die Lehrer und die Schüler des Verstorbenen, stets in die Fußtapfen ihres großen Lehrers zu treten und sich ihn für alle Zeiten als Muster zu nehmen. Hegeuheim. Dem neunten Jahresbericht des israelitischen Asyl in Hegenheim über den Zeitraum vom l. Oktober 1883 bis 30. September 1885 entnehmen wir: Die allgemeine Lage des Asyls war während dieses Zeitraumes recht befriedigend. Die vorhandenen Plätze waren beinahe immer besetzt und sind die großmüthigen Gaben zahlreich genug geflossen, um die Unterhaltungskosten unserer Pfründer ausgiebig bestreiten zu können. Am 30. September 1883 betrug die Anzahl der Pfründner 12. Eingetreteu sind 7. Ansgetreten 1. Gestorben 3. Verbleiben am 30. Sept. 1885 15 Pfründner. Die Unterhaltungskosten blieben während dieser Periode, Dank der Billigkeit der Lebensmittel, ziemlich unter dem frühem Durchschnitt. Im Jahre 1883/84, wo wir größere Reparaturen hatten, beliefen sich dieselben per Pfründer auf Fr. 482. 22, per Jahr, und 1884/85 jedoch nur auf Fr. 385. 31 per Jahr, und Fr. 1. 5 per Tag. Das letzte Jahr war somit seit Gründung des Asyls das für unsere Finanzlage am günstigsten. Die außerordentlichen Einnahmen haben während der letzten 2 Jahren unsere Erwartungen bedeutend übertroffen. Sie ergaben Fr. 25,117. 25. Hingegen haben die gewöhnlichen Einnahmen abgenomnien und:.crgiDt; einen Ausfall, von Fr. 876. io. Durch größere Geschenke, sowie durch die herrschende Sparsamkeit in den Ausgaben, wird die finanzielle Lage unserer Anstalt von Jahr zu Jahr gesicherter. Unser Vermögen beträgt am 30. September 1885 Fr. 103,867. 87. E n g l a n d. London. Fräulein Mathilde Levy und ihre Schwester Frau Brydqes Williams haben zum Zweck der Errichtung einer Abtheiluug für jüdische Frauen im Eharring Eroß-Hospital 4000 L. gespendet; vier Betten wurden ausgestellt und dafür Sorge getragen, daß in der Bereitung der Speisen streng das jüdische Gesetz beobachtet wird. M a r o c c o. Wer da glaubt, daß die Lage der Inden in Demnat, seitdem ihr Verfolger, der grausame Gouveneur tobt ist, eine bessere geworden, befindet sich in einem großen Jrrthum. Roch führen sie ein nnstätes Leben und wagen es nicht, aus Furcht vor weiteren Verfolgungen sich dauernd in der Stadt niederzulassen. Die Regierung hat das Vermögen des verstorbenen Gouverneurs, das größtentheils ein Raub an jüdischem Gut war, confiscirt, aber die Juden selbst haben noch keinen Heller davon erhalten. Die jüdische Gemeinde zn F c z hat an den Sultan eine Petition gerichtet, in welcher sie die Bestrafung der Mörder von sieben Israeliten, welche in verschiedenen Theilen des Landes getödtet worden verlangt. In feiner Antwort stellt sich der Minister unwissend; er habe von der Ermordung von fünf Israeliten noch nichts erfahren, er erbitte sich nähere Details; in einem Fall behauptete der üaid, daß sie schon unter der Regierung des vorigen Sultans geschehen, während die Mordthat thatsächlich in diesem Jahre vollbracht worden; der Mörder eines unter französischem Schutze stehenden Juden sei zur Rechenschaft gezogen worden. Der Minister scheut sich also nicht, es deutlich auszusprechen, das; die an einheimischen Inden begangenen Mordthatcn unbestraft bleiben; das also ist der Schutz, den die Negierung ihren jüdischen Unterthanen zu Theil werden läßt. Vor ungefähr sechs Jahren wurde vom Sultan ein Theil des jüdischen Bcgräbnißplatzcs in Fez zn einem Privatbau weggenommen; der übrige Theil konnte noch zu Beerdigungen benutzt werden. Neuerdings will nun der Gouverneur durch den verbliebenen Friedhof einen Privatweg anlegeu lassen, so daß die Gemeinde gezwungen ist, ihre Todten auszngraben und sie anderswo nnterznbringen. In

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.