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Der Israelit · 1885-12-14 · Heft 97 (14.12.1885) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 97 (14.12.1885)
Date
1885-12-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVI. Jahrgang. Beilage jit IIv. 97 des Israelit. Zerlrrngsttachrichteu und Correfporrdenzcu. Deutschland. Burgpreppach, 4. Dezember. In Nr. 9N Ihres geschätzten Blattes haben Sie bereits den herben Verlust, den nicht nur die hiesige Talmud- Thora-Schule durch den Hintritt ihres Gründers und Leiters, sondern das ganze Jndemhum durch den Tod des allvcrehrten Herrn Tistriktsrabbiucrs Abraham Hirsch j?"s erlitten, zum Ausdruck gebracht. Wie der selige Rabbiner bei den ihm unterstellten Gemeinden, sowie in den weitesten Kreisen und namentlich auch bei den Bekenncrn anderer Religionen in Achtung gestanden, das zeigte sich am trefflichsten bei seinem Leichenbegängnisse. Es waren zu der rr.^p, die am Sonntag stattfand, Vertreter ans allen Gemeinden des Distriktes erschienen; einzelne Gemeinden waren sehr zahlreich betheiligt. Freunde und Schüler des Verstorbenen, mitunter ans weiter Ferne, eilten herbei, um dem Freunde und dem Lehrer die letzte Ehre zu erweisen. Tie politische Gemeinde ehrte das Andenken des nun in lichten Höhen Wohnenden dadurch, daß die Gcsammtgemeindeverwaltung, sowie andere angesehene Bürger des Ortes bei der Beerdigung zugegen waren. Auch Geistliche beider christlichen Konfessionen folgten der Bahre des Tahingeschiedenen. Es ist dies der trefflichste Beweis von der Toleranz der genannten Herren. Jit dem Sterbehause ergriff Herr Distriktsrabbiner Bamberg er *"i aus Würzbnrg das Wort. Anknüpfcnd an den btt®, daß bei dem Tode des großen «mn nun* *22 die ü'wby mit den Doinnn um den Besitz des Rabbi gestritten, schilderte er, wie auch um den Abgeschiedenen die D’jvVy mit den a*r.nnn in Streit gelegen, wie aber auch hier, tvie bei N'twn min* *22 die ü'irby den Sieg davon getragen. Indem dann der Redner auf den p®2 in m x2*i Tiru xbi ’nüpip *nibv sl? 21*«* überging, führte er aus, wie der Verstorbene während seiner Pilgerschaft hinieden nicht geruht und nicht gerastet im Dienste Gottes, wie er unablässig gearbeitet für Verbreitung von nttmpn «mn bis un N2*i, bis die Krankheit, von der er schon jahrelang heimgesucht war, ihn übermannte und ihn zwang, von jeder Thätigkeit sich znrückzuziehen. Am Grabe sprach der Freund und Studienkollege des Verstorbenen, Herr Disiriklsrabbiner M. L. B a m b erge r '"5 ans K iss in gen. Unter Zugrundelegung der Worte ^5 *2 ijnn xSn vr<2L"2 zeigte er in beredten Worten, tute einer der größten Männer unserer Zeit gefallen, wie der Verstorbene ein Fürst an Eharakterstärke und Tugend. groß an Muth und stark an Willenskraft war. „Sein Leben," sagte der Redner, „war nur dem Höchsten geweiht und bestand in einem fortgesetzten Kampfe für die heiligsten Güter Israels." An der Hand des Bibclvcrses n-s* ncro p'-a; führte er trefflich ans, wie der Verlebte der Palme stets geglichen. Die Palme ist von allen übrigen Bäumen dadurch merklich unterschieden, daß das Mark derselben stets und ungetheilt nach oben, dem Gipfel, zuströmt, so habe auch der myj stets sein Streben aufwärts gerichtet, sei jederzeit für das Gute und Edle mit aller Manneskraft eingetrcten und so habe sich an ihm in schönster Weise gezeigt, wie die D’pns "n n*22 wie die Frommen im Gegensätze zu anderen Pflanzen ihre Wurzel im Himmel haben, 'n n*2 nnara ims’ ihre Früchte aber unten hier auf Erden reifen. Die schönste Frucht, die der große Lehrer Abraham Hirsch gezeitigt, ist sein 's* n*2 seine Talmud- Thora-Schule, die bereits in ganz Deutschland einen Ruf sich erworben hat. Herr Dr. Ta chaner, Lehrer der israelitischen Lehrerbildungsanstalt zu W ü r z b n r g, welcher nun dem Heimgegangenen einen Nachruf widmete, verglich denselben mit einem Baumriesen, der vom Winde ansgerissen, plötzlich zur Erde fällt. Wie bei dem Baume durch die Wucht des Falles der ganze Wald weit und breit erdröhnt, so seien auch alle Gemüthcr, die von dem Falle dieses Geistesrieseu, dem Verluste, der uns getroffen, Knude erhielten, tief erschüttert werden. Den scheinbaren Widerspruch in zwei Aeußerungen unserer Weisen über die Lücke, die durch den Tod wahrhaft Frommer entsteht, worüber sie sich einmal mit den Worten 'n n*2 nsnao c*pns bv ]nn*D ntep äußern, während sie an einer anderen Stelle sagen inn® nsrp 'n n*2 rena® nnv n'p'iL suchte Herr Dr. Tachauer dadurch zu lösen, daß er ausführte, der erste Ausspruch finde für die Zeit nach der Zerstörung des ersten Tempels bis zur Wiederaufbaunng des zweiten Tempels seine Anwendung. Wenn auch damals. schon der Tod eines jeden großen Mannes sehr zu? bedauern gewesen sei, so habe man doch immer

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