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Der Israelit · 1885-12-14 · Heft 97 (14.12.1885) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 97 (14.12.1885)
Date
1885-12-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1657 ben der Gegenwart entspricht. Leine Ernennung ist gegenwärtig der Negierung zur Genehmigung unterbreitet. Mögen die gesetzestreuen Israeliten in Elsaß-Lothringen dagegen energisch protcstircn, damit unserer heiligen Religion dadurch kein Schaden erwachse. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. J. H. Ans Ungar». Die so vielseitig und oft erörterte Frage der jüd. Matrikclführnng, hat Minister Trefort mit einem Erlaß gelöst, der die Fähigkeit besitzt, das Präsidium der Orthodoxen Ungarns aus dem Schlafe zu rütteln. Das ganze Land wurde in 465 isr. Matrikclbczirke cingetheilt und die Einthcilung geschah auf Grund der von den isr. Knltnsgemcindcn (?) cingcsammcltcn Daten und der von den Jurisdiktionen eingelangtcnWohlmcinungeu. So sagt Minister Trefort. In der That aber ist aus dieser Eintheilung zu ersehen von welcher Seite die Hauptarbeit geliefert wurde — das dürfte aber auch ein jeder, der in die uug. jüd. Berhältuipc nur halbwegs eiugewciht ist, sehr leicht begreifen und ein jeder Paragraph verräth auf den ersten Blick das Rcologengepräge. Kleine Bezirke von orth. Richtung wurden in 2 u. n gctheilt, dafür aber den Kongreßgcmeiudcu der größten Städte noch zahlreiche Ortschaften zugeiheilt. Die bereits fungireudcu Rabbiner behalten aber auch künftighin die Matrikel», ohne die nöthige „Qualifikation" Nachweisen zu können — (damit möchte man gerne die „Alten" eiuschlafcrn,) sobald gegen deren Matrikenführung behördlicherseits keine Klage erhoben wird. Allein, wie leicht werden in Ungarn gegen Rabbiner .Klagen erhoben! Die Gemeinde Bd. (beispielsweise) sollte im ersten Entwürfe^ mit einem Matrikclbczirke gesegnet werden denn sie sollte von der Gemeinde K., welche das Unglück hatte, im Register der orth. Gemeinden verzeichnet zu sein — getrennt werden. Inzwischen ist die Gemeinde K. zum Status-quo übergctrctcn; der Rabbiner sah dies als ein Attentat gegen seine Gesinnung au, er übersicdclte nach W. Da erachtete es Herr Trefort für angezeigter, vom ursprünglichen Plane abzustehen und in $r. einen großen Bczierk zu vereinen. Die, zu einer andern Gemeinde K.k gehörenden Ortschaften sanunt den betreffenden Jurisdiktionen, unterbreiten dein Ministerium ein Gesuch, mau möge sie nicht von ihrer Hauptgemeinde, die einen in jeder Beziehung ausgezeichneten Rabbiner, der sich um Gemeinde- Jnstitutionen vielseitige Verdienste erworben, besitzt — trennen. Die Armen vergaßen, daß im selben Komitate (wenn auch s Meilen weit entfernt) ein Matrikclhcilcnder Doctor der Medizin wohnt, der selbst Matrikel führt und mit Herrn Schweiger corrcspondirt, daß er und seine Gemeinde (17 Mitglieder) Neologen seien; war denn da an die Gewährung ihres Ansuchens zu denken? Die mehrere IOO Jahre bestehende Gemeinde H. hatte vor einigen Jahren noch das Rabbinat des ganzen Komitatcs, nun wurden dieser einige armselige Dörfer gelassen und nur weil sie eine autonome orth. Gemeinde ist. Und die kleinen Bezirke, die materiell nicht in der Lage sind, ein selbständiges Matrikcnamt zu errichten? Run diese erhalten einen erquikkcnden Paragraphen: sich untcrthänigst an den Berwaltungsansschuß zu wenden, welcher den Matrikenführer auf ihre Kosten bestellt und den Gehalt auf dem Exekutionswegc bezieht. Ich wüßte noch vieles von diesem scligmachenden Statut zu erzählen, einerseits geize ich aber mit dem mir gntigst zu Verfügung gestellten Raum, anderseits erfahre ich wieder aus einer Quelle, welcher Glauben zu schenken ich allen Grund habe, daß eine Landesrabbinervcrsammlung einberufen wird, um über Peßachmchl zu verhandle», und setze ich voraus, daß die ehrwürdigen Herren diese Gelegenheit auch dazu benützen werden, um eine gründliche Reorganisation der orth. Kanzlei durchzuführcn und dann eine Repräsentation um Aeudenmg des Statutes (welches doch nicht im Parlament ausgearbcitet von Sr. Majestät sanctionirt wurde) dem Ministerium zu unterbreiten. Die orth. Rabbiner werden jetzt gewiß qhm *)-dib sein auch D’Nsrn my *u». Wie ich vernehme, soll auch ein zweiter Präses in der Person des Herrn S tra ß er aus Tab, Schwager des Prcßbnrger Rabbinen, angestcllt werden, der auch die finanzielle Berwaltng leiten wird. Herr Straßcr erfreut sich des besten Rufes. Auch Herr Ignatz Reich erfreute und erfreut sich noch eines guten Rufes, man hat nur Einwendungen gegen seine Leistung oder besser gesagt gegen seine Nichtleistung; wird aber Herr Straßcr et w a s l eis t e n kö n n e u?? Ich glaube einigermaßen die Gefahren angedcutet zu haben, welche die heutige Situation der Orthodoxen laufen kann, falls nicht irgendwie Einfluß darauf genommen wird. — In Preßburg verschwand vor Kurzem ein sehr angesehener Jude. Man fand seinen Hut am Ufer der Donau, woraus zu schließen ist, daß er sich in einem Anfalle von Wahnsinn in's Waffcr stürzte. Dieser Fall erweckt in der ganzen Gegend viel Theilnahme. Herr Samuel Gaftmann, Enkel des seligen Nagy- Mihälyer Rabbiners, veröffentlichte eine zeitgemäße

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