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Der Israelit · 1885-12-14 · Heft 97 (14.12.1885) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
26 (1885)
Issue
Heft 97 (14.12.1885)
Date
1885-12-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1654 b!e gesucht und angebotcn werden, die Maaren, die man zu verschiedenen Zeiten des Jahres für das jüdische Bedürfnis; empfiehlt, geben vielfach Kunde, wie das jüdische Leben in weiten Kreisen rege ist. Unsere geehrten Leser werden uns gern das Zeugnis; geben, daß wir uns stets bemühen, eine gediegene und zugleich unterhaltende Lcctüre zu geben. Daher dürfen wir es wohl wagen, an alle Freunde und Freundinnen unsrer Zeitschrift die Litte zu richten, daß sie derselben nicht nur ihre Gunst erhalten, sondern auch dafür thatig seien, ihr in immer weitere Kreise Eingang zu verschaffen. Zu unserm Vater im Himmel steigt unser Gebet, steigt unser heißes Flehen empor, daß Er uns, unseren geehrten Mitarbeitern und allen Mitftrebcndcn Kraft und Muth und Ausdauer verleihe, stets immer mehr des Guten zu wirken. ’:m D'cn \m in \niNcn ^tn. Gott ist's, der uns Kraft verleiht und vollkommen gestaltet unfern Weg. — (Psalm 1«. V. 33.) Die Ae,irnnder des israet'il. Kolkes. XIX. Mainz, IN. Dezember. In dem letzten Abschnitte des ersten Buches der heiligen Schrift liegt das Leben unsres Vaters Jakob vollendet vor uns. 'w npjr *m. „Und es lebte Jakob im Lande Mizrajim sicbcnzehn Jahre, und es waren die Tage Jakobs, die Jahre feines Lebens, sieben Jahre und vierzig und hundert Jahre niad 'Q' mp’i und es naheten die Tage Israels zu sterben." Im heiligen Soharbuche werden zwei Fragen aufgeworfen, deren Beantwortung ans das Leben unseres Vaters Jakob ein herzerfrcuendes Licht werfen. Es heißt daselbst: „Und es naheten die Tage Israels zu sterben. Rabbi Ehiah fragte: Es steht geschrieben: Und es lebte Jakob im Lande Mizrajim stebcnzehn Jahre. Während seines Lebens wird er Jakob genannt und da sein Tod erwähnt wird, Israel, wie es heißt: Und es naheten die Tage Israels zu sterbend — Es sagte Rabbi Jose: So ist es mit Recht; cs steht ja nicht: und es nahetc der Tag Israels zu sterben, sondern es heißt: und cs n a h e t e n d i e T a g e. Stirbt denn der Mensch an mehreren Tagend Tritt doch vielmehr der Tod in einer einzigen Sekunde ein. Aber die heilige Schrift will uns hier etwas Besonderes lehren. Wenn der Heilige, gelobt sei Er, den Geist eines Menschen zu Sich zurückfordert, dann werden alle die Tage, die der Mensch auf Erden gelebt hat, von Ihn gemustert und berechnet. Und wenn die Tage vor Ihm hingetreten sind und die Rechnung vollendet ist, dann stirbt der Mensch, und der Heilige, gelobt sei Er, bringt zu Sich zurück seinen Geist, den Hauch, den Er ihm einst eingehaucht hat. Selig ist das Loos des Menschen, dessen Tage, ohne Scham vor den König des Weltalls hintreten dürfen, und nicht ein Tag von ihnen braucht hinausgestoßen zu werden, da an keinem von ihnen eine Sünde begangen ist worden. Daher heißt es von den Frommen, daß ihre Tage sich nahen dürfen; sie dürfen nahe hinzutreten zu dem Könige des Weltalls ohne beschämt zu werden. Wie aber dürften die von Sünden befleckten Tage der Frevler dem Könige des Weltalls sich zu nahen wagen? Von ihnen heißt es: (Mischle C. 4. V. 19): Der Weg der Frevler liegt im Finstern. Daher sagt die heilige Schrift: Und es naheten die Tage Israels zu sterben. Weil alle seine Tage in Vollkommenheit, frei von Sünde und Aehl, erfüllt von gottgebotcncn Thaten, dahingeflossen, deßhalb wird'unser Vater hier mit dem Namen der Vollkommenheit, mit dem Namen Israel bezeichnet. Es sind demnach die zwei Fragen: die eine, warum mit den Namen Jakob und Israel gewechselt wird, die andere, warum es nicht heißt: und es nahete der Tag, beantwortet. Jakob ist der kämpfende, ringende Mensch; so lange er lebt, kämpft er gegen die Sünde, die Versuchung, die Verführung, wie die Weisen lehren. :~rfin cv -y icsjn icxn „Vertraue dir nicht zu sehr, halte dich nicht gesichert, gefeit vor der Sünde bis zu deinem Todestage." — Sobald aber der Tod an unfern Vater Jakob herangetreten, da heißt er Jisraöl, der Kämpfer und Sieger im Streite. Diese hohe Stufe wird erst mit dem Abschlüsse" des Lebens erreicht. Anlehnend an diesen Gedanken lehren auch die Weisen: : e'td wn tms yn: na ,no ib ira» 3pjr „Unser Vater Jakob ist nicht gestorben; er lebt in seinen Nachkommen fort." Wie Jakob gekämpft und gerungen hat, so müssen auch wir kämpfen und ringen. Wie er jeden seiner Lebenstage frei von Sünde erhalten und durch die Erfüllung von Gottesgeboten ausgezeichnet hat, so müssen auch wir dahin streben, daß einst unsre Tage, ohne sich zu schämen, vor Gottes Thron hintteten dürfen und auch nicht einer von ihnen hinausgestoßen werde. So deuten auch die Weisen, anlehnend an das Gebot (5. B. M. C. 24. B. 15.) 12 nraynip vübt b;nn an er fea raat;nn iara :b m*nn rosa

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