Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 97 (14.12.1885)
- Date
- 1885-12-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVI. Jahrgang. M S7. Ein Kentrat - Hrgan für das orthodoxe Zudenthnm. Hcransgcgebcn von Nr. Lehmaun in Mainz. Montag, den 14. D e z e m b e v 5646 (1885). 6Z«° Hum $?. IahPWNW. Mainz, 10. Dezbr. Es ist ein altbewährter jüdischer Grundsatz, ain Schluffe eines Zeitabschnittes dem allgütigen Gott für das Vergangene zn danken und Seine gnadenreiche Hilfe für die Zukunft zu erstehen. Uns ist es in dem nun bald vollendeten Jahrgange wiederum vergönnt gewesen, zu unseren Glaubens- und Gesinnungsgenossen in anregender Weise zu reden und uns zu bemühen, die Herzen der Söhne und der Töchter unseres Volkes für die eine große Wahrheit, die da Judenthum heißt, zu gewinnen und zu der daraus unmittelbar sich ergebenden heiligen Pflichterfüllung anzuspornen. Wir können daher freudig mit dem Psalmisten ansrufen (Eap. 16. V. 6 u. 7.): ■pax;by .teif nVm puyn 'b fcw D’bn 'ui un>" *mx '"i nx Wir können Gott nicht genug danken für die hohe und herrliche Aufgabe, die Er uns bcschiedcn, so manches gute und in seinen Folgen segensreiche Wort hinausznsenden in die weite Welt und dafür Anklang zu finden in den Herzen Unzähliger unserer Brüder und Schwestern. Auch auf diesen, nunmehr bald vollendeten Jahrgang dürf.u wir G. s. D. mit Befriedigung blicken. „Ter Israelit" hat unter göttlichem Beistände nach alle» Seiten hin an Gediegenheit und Vollendung zugenommen. Große Serien" von leitenden Artikeln haben nicht ohne Erfolg in allgemein 'verständlicher Sprache Lehren der heiligen Schrift und der Tradition zum Ausdrucke gebracht und die wichtigsten Tagcsfragen, insoweit sie das Judenthum berühren, ausführlich besprochen. Ganz bedeutende Fortschritte hat „Der Israelit" in Bezug auf die Eorrespondeuzen gemacht. Wie wohl kein anderes Blatt - wir haben Nicht nur die jüdische Zeituugsliteratur im Auge — hat „Ter Israelit" Eorrespondenten in den entferntesten Ländern gewonnen, die uns Berichte geben über unsere Brüder und Schwestern in Gegenden, die bisher kaum dem Namen nach bekannt waren. In der Zerstreuung Israels über den ganzen Erdboden, so beklagenswerth die Sache an sich ist, liegt zugleich ein großer Segen. Sie gewährt dem Juden einen weiten, universellen Blick, ermöglicht ihm eine große Auffassung in Bezug auf Welt und Menschen, die über die Grenzen der einzelnen Völker hinweg die gesammte Menschheit zu erfassen vermag. Aber auch dieser Segen würde verloren sein, wenn wir nichts erführen über die Geschicke unserer Brüder und Schwestern im femen Osten und im fernen Westen, im ranhcn Norden und im heißen Süden. Ta muß cs Jeder mit Freuden begrüßen, wenn ihm Gelegenheit geboten wird, sich darüber zu unterrichten , daß auch in weitabgclegenen Ländern Menschen wohnen, die, gerade wie wir, den einzigen Gott verehren und Seine heiligen Gebote zu befolgen sich bemühen. — Anregender noch als leitende Artikel nnd Eorrespondenzen wirken die Erzählungen im Feuilleton, die in lebendiger Weise darstellen, wie der wahrhafte Jude in den schwierigsten Lagen des Lebens sich benehmen soll, wie er unentwegt festhaltcn soll an der reinen Wahrheit und an der strikten Pflichterfüllung, wie nnscr ewiger Bater und Beschützer Seinen Kindern hilft, die Versuchungen zu überwinden, die Gefahren zu bestehen nnd im Kampfe gegen das Böse und das Schlechte zu obsiegen. — Selbst die Anzeigen entfalten, wie in keiner andern Zeitschrift, ein interessantes Bild echt jüdischen Lebens. Tie Stellen,