Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 26 (1885)
- Issue
- Heft 96 (10.12.1885)
- Date
- 1885-12-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1640 „Nachdem verschiedene Zeitungen über die Thätkgkcit des im städtischen Schlachthanse angestellten Schlägers Berichte enthalten, die der Wahrheit nicht entsprechen, unsere dagegen cingcsandten Berichtigungen aber ans uns unbekannten Gründen nicht ausgenommen wurden, sehen wir uns genöthigt, Nachstehendes zu veröffentlichen, indem wir uns jeden Eommeutars dazu vorläufig enthalten. „Diemeiste nThicrcwurden, in Folge der Abneigung sich des angestellten Schlägers zu bedienen, geschachtet. Um nun die Thätigkeit des Schlägers bei denjenigen Thicrcn, welche vor Ocffncn der Halsader durch das Beil betäubt wurden, zu illustriren, diene nachfolgende, den thatsächlichen Bcrhältnisseu entsprechende Tabelle: Es erhielten bis zum Sturz und vollständiger Betäubung 1. der Ochse des MctzgermcistcrPfciffer 3. 4. 5. 6. 7. 8. 0. 10. Frankfurt a. M., Fcldmann Rullmann Heydter Quirin Grubcr Mcnstcll Halm Pfeiffer Dezember 9 Schläge 8 „ 8 „ 7 „ 7 „ 5 „ 7 „ 6 „ 6 „ 16 „ 1885. Ter Vorstand der Fleischer-Innung." Auch wir fügen keinen Eommentar zu dieser Erklärung hinzu; nehmen aber von den darin ausgesprochenen Thatsachen gerne Akt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Der Necitator Herr B c t t e l h e i m, welcher kürzlich aus Rumänien ausgewiesen wurde, ist in Wien angelangt, um als österreichischer lluterthan beim k. k. Ministerium des Aeußern Schritte zu thnu, welche die Zurücknahme jener ihn kränkenden und nach seiner Darstellung durchaus ungerechtfertigten Mastregel bezwecken. Insbesondere protcstirt Herr Bcttelheim gegen die Begründung der Ausweisung, nach welcher er eine hochstehende Persönlichkeit in Bukarest beleidigt haben soll. Im Gcgentheile versichert Herr Bettelheim, daß sowohl in seiner künstlerischen wie auch in der von ihm entfalteten literarischen Thätigkeit absolut keine Veranlassung zu einer solchen Annahme gefunden werden konnte und daß er die loyalen Verpflichtungen niemals aus den Augen gelassen habe, welche ihm seine Stellung in einem Lande auferlegten, dessen Gastfrcnndschaft er genoß und wo er sich fortwährend der Auszeichnungen seitens der vornehmsten Familien erfreute. Pefth. Der Vertreter der Pesther Cultusgemeinde und der Pesther Orthodoxengemeinde gratulirten dem Ministerpräsidenten Tisza zu dem 10jährigen Jubiläum seiner Miuifterpräsidentschaft. Beide Deputationen wurden freundlichst empfangen; der erstcren erwiderte Tisza auf ihre Glückwünsche: Ich danke für Ihre guten Wünsche und gebe die Versicherung, daß cs für mich auch künftig eine angegcuehme Pflicht sein wird, nebst dem Wohl der übrigen Staatsbürger auch jenes der israelitischen zu fördern; denn in meinen Augen bildet nur der Patriotismus einen Unterschied zwischen Bürgern und Bürgern. Auf die Ansprache der Orthodoxen antwortete der Minister: Ich danke für Ihre Glückwünsche, ich werde Ihre Interessen fördern, so weit diese mit den Interessen des Landes überciustimmen. Serbien. Belgrad. Ein hiesiger Kaufmann hat ein neues Eigarettenpapier in'Verkauf gebracht, auf dessen Umhülle die angebliche Abschlachtnng des ungarischen Bauernmädchens Esther Solimoffy durch mehrere Juden abgebildet ist. Es ist bedauerlich, daß die sonst judcnfreundliche serbische Negierung diese antisemitische Herausforderung, welche schlimme Folgen nach sich ziehen könnte, duldet. Bulgarien. Sofia. Am 2. Dezember zeichnete Fürst Alexander das von den jüdischen Gemeinden ausgerüstete jüdische Bataillon besonders aus. Dem Führer desselben, Lieutenant Misrachi, heftete der Fürst mit eigenen Händen die goldene Medaille für Tapferkeit an die Brust und richtete an die kleine, noch übrig gebliebene Schaar folgende erhebende Worte: „Euere gefallenen Heldenkameraden haben gezeigt, daß sic würdige Nachkommen der Makkabäer waren, und Ihr selbst habt in den Schlachten von Sliwniza, .Dragoman und Pirot bewiesen, daß Ihr an Tapferkeit und Liebe zum Vaterland der ruhmreichen bulgarischen Armee nicht nachsteht." Das Bataillon, welches 500 Mann stark war, hat bei Sliwniza allein den vierten Theil seiner Streiter verloren; in den übrigen Schlachten sind weitere 85 Mann gefallen, so daß es heute, die Kranken abgerechnet, keine 250 Mann mehr zählt. Widdiu. Bei Ausbruch des Krieges zwischen Bulgarien und Serbien ist ein großer Theil der Bevölkerung von Widdin nach der rumänischen Stadt Calafat ausgcwandert. An 1800 Personen, darunter